Schauspieler Neal McDonough stellt Werte und Glauben vor Hollywood

Epoch Times14. November 2019 Aktualisiert: 13. November 2019 12:50
Hollywood-Schauspieler Neal McDonough („Captain America: The First Avenger“, „Band of Brothers“) lehnt aus ethischen und moralischen Gründen Liebesszenen ab.

Wir sind es gewohnt, dass in den Medien alles erlaubt ist und auch realistisch dargestellt wird. Entscheidet sich aber ein Schauspieler nicht alles zu machen, was das Drehbuch vorgibt, hat er es mitunter nicht leicht in seinem Beruf. Zu Recht haben Autoren und Regisseure eine ganz bestimmte Vorstellung der Geschichte, die sie erzählen wollen und auch eine bestimmte visuelle Vorstellung davon, wie ihre Kunst umgesetzt werden soll. Da kann so ein Querulant schwierig werden. Zudem gibt es Schauspieler in Hollywood wie Sand am Meer und so wird die Rolle schnell neu besetzt. Das musste auch Schauspieler Neal McDonough erfahren, der sich weigerte Liebesszenen zu spielen.

Es gibt zwei Regeln, die ich für meinen Beruf aufrechterhalte: Ich werde den Namen des Herrn nicht negativ verwenden und ich werde keine andere Frau küssen. Auch nicht im Film.“

Das berichtete der Hollywood-Schauspieler Neal McDonough („Captain America: The First Avenger“, „Band of Brothers“) kürzlich in einem Interview. Der Schauspieler machte Schlagzeilen, weil er sich weigerte, seine christliche Moral für Filmrollen beiseite zu legen, da viele Filme natürlich Geschichten beschreiben, in denen Liebesszenen vorkommen. Nicht selten verwischen sich dabei Fantasie und Realität.

Wie oft liest man, dass sich Schauspieler tatsächlich am Set verlieben. Das berühmteste Filmpaar ist wahrscheinlich Angelina Jolie und Brad Pitt, die sich im Film „Mr. And Mrs. Smith“ verliebten. Das jüngste Beispiel ist Lady Gaga und Bradley Cooper, die sich im Film „A Star is born“ kennen- und lieben lernten.

„Menschen im Film töten ist nicht real. Aber wenn Sie mit einer Frau im Bett sind – was glauben Sie?“

Neal, 52, ist praktizierender, frommer Katholik. Er ist glücklich mit seiner Frau Ruve Robertson verheiratet, einem ehemaligen Bikini-Model aus Südafrika. Das Paar hat fünf Kinder zusammen.

Menschen im Film zu töten – das ist gefälscht. Das ist nicht real. Aber wenn Sie mit einer anderen Frau am Set im Bett sind – was glauben Sie? Das ist echt. Ich mag so etwas nicht“, erklärte er den Unterschied zwischen dem, was auf der großen Leinwand real ist, und dem, was gefälscht ist.

Nichtsdestotrotz muss gesagt werden, dass die Arbeit an einer Liebesszene im Film alles andere als sexy und romantisch ist. Mit einem Team von manchmal 50 Leuten, die um einen herumstehen, da kommt selten ein wahres erotisches Gefühl auf. Wer stundenlang solche Szenen drehen muss weiß, dass das oft die schwierigsten Szenen sind, was die Arbeit vor und hinter der Kamera angeht.

Manch einem mutet es seltsam an, dass Menschen zu töten, egal ob im Film oder in der Realität ohne negative Nachwirkungen sein kann. Welche Eindrücke hinterlassen diese oft erschreckend realen Bilder bei den Zuschauern? Welche Gewaltfantasien werden bestärkt?

Wie viel Macht Neal den erschreckend realistischen gedrehten Tötungsszenen zumisst, sei hier außen vor gelassen. Doch auch seine Verweigerung gegen romantische Szenen haben seine Spuren hinterlassen. Seine harte Linie hat ihm seine Arbeit in der Filmhauptstadt nicht immer leicht gemacht.

Werte und Glauben kosten Neal McDonough fast die Karriere

Sein Tiefpunkt als Schauspieler begann, als er sich am Set der ABC-Fernsehserie „Desperate Housewives“ in seiner Rolle als Motivationsredner „Dave Williams“ weigerte, seine Serien-Frau „Edie“, gespielt von Nicolette Sheridan, zu küssen. Seine Rolle als Dave wurde später einfach rausgeschrieben. „Danach konnte ich keinen Job mehr bekommen, weil alle dachten, ich sei dieser religiöse Eiferer“, verriet Neal im Gespräch mit dem Magazin Closer.

Erneut verlor Neal seine Rolle als „Casey Oaks“ in ABCs „Schurken“ (Rogue) , nachdem er sich geweigert hatte, romantische Szenen zu spielen. ABC bezeichnete die Entlassung des Schauspielers als „Casting-Wechsel“, was soviel bedeutet, dass er nicht für die Rolle geeignet war und man sich einfach für einen anderen Typ von Schauspieler entschieden hatte.

„Ich bin sehr religiös. Ich habe Gott und meine Familie an die erste Stelle gesetzt, und mich an die zweite Stelle“, beteuerte er tapfer. Neals religiöse Überzeugung ist im Hollywood-Milieu etwas ungewöhnlich. Vor allem, wenn es um die Verbreitung expliziter Inhalte in großen Hollywood-Filmen geht.

Nach einer Reihe von Rückschlägen fand Neals Karriere jedoch wieder einen Neuanfang. Er spielt „Marty Burlsworth“, den älteren Bruder des ehemaligen Arkansas „Razorback Brandon Burlsworth“. Die Rolle sei „keine leichte Sache“ gewesen, gab er zu und bezeichnete sie als „eine zermürbende Rolle, aber eine unschätzbare Erfahrung.“ – Und zum Glück für Neal gab es keine romantischen Szenen zu spielen.

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Neal McDonough: Bösewicht stellt Ehe und Familie an erste Stelle

Neal McDonough hat schließlich das Gleichgewicht in seiner Karriere gefunden und über mehrere Jahrzehnte in Hollywood große Erfolge erzielt. Er hat sich dafür entschieden, seine persönlichen Prinzipien auf Kosten einer steilen Karriere zu bevorzugen. Damit erntete er jedoch nicht nur Anerkennung, sondern auch Kopfschütteln derer, die sich mit Leib und Seele dem Beruf verschrieben haben.

Schon in den größten antiken Dramen ging es um Liebe, Leidenschaft und das Hadern mit Gott. Wer sich insbesondere in Hollywood diesen großen Themen verweigert, bleibt in der Film- und Theaterwelt ein Außenseiter. Doch auch darauf weiß Neal ein Antwort: „Ich werde keine andere Frau küssen, weil meine Lippen nur für eine Frau gedacht sind“, so der Schauspieler.

Diese eine Frau ist seine Frau, Ruve. Am Abend, als er sie das erste Mal sah, soll er seine damalige Freundin angerufen und gesagt haben: „Es tut mir leid, aber das mit uns wird nichts. Ich habe gerade die Frau kennengelernt, die ich heiraten werde.“

Inzwischen hat Neal herausgefunden, dass er mit der Spezialisierung auf die „bösen Jungs“ das Problem, Liebesszenen spielen zu müssen, größtenteils umgehen kann. Das schränkt ihn natürlich als Schauspieler sehr ein. Aber er spekuliert nicht über die Zukunft.

Wenn meine Karriere irgendwann als Schauspieler dem Ende entgegengeht, und ich nichts anderes angeboten bekomme, dann mache ich eben etwas anderes“, sagte Neal in einem Interview. „Aber im Moment genieße ich wirklich die Karriere und genieße meine Familie und vor allem meine Beziehung zu Gott. Ich hoffe, ich mache ihn stolz.“

Ungeklärt bleibt dabei die Frage, ob Gott nicht lieber Liebesfilme als harte Action-Streifen sieht.

Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel: Actor Neal Mcdonough Refuses Romantic Scenes for the Sake of His Family and Morals (deutsche Bearbeitung jr/ts)