Enthüllt ein Porträt von da Vinci warum er die Mona Lisa nie vollendete?

Epoch Times11. Mai 2019 Aktualisiert: 14. Mai 2019 17:39
Leonardo da Vinci war, so sind sich Forscher einig, Linkshänder. Einige seiner Werke malte er jedoch mit rechts und in seinem späteren Leben hatte er mit eben jener Hand Probleme. Ist eine Lähmung der Grund warum einige seiner Werke - einschließlich der "Mona Lisa" - unvollendet blieben?

Später in seiner Karriere schien Leonardo da Vincis Fähigkeit, seine rechte Hand zu benutzen, beeinträchtigt zu sein. Lange Zeit nahmen Historiker an, dass ein Schlaganfall dafür verantwortlich sei. Eine neue Analyse deutet jedoch darauf hin, dass es Nervenschäden waren, die die Lähmung seiner Hand verursacht haben.

Zwei Ärzte auf den Spuren von Leonardo da Vincis Krankheit

In einem kürzlich im Journal of the Royal Society of Medicine veröffentlichten Artikel argumentierten zwei italienische Ärzte, dass Leonardos Handlähmung auf traumatische Nervenschäden zurückzuführen seien. Ihr Fazit basiert auf einer Analyse eines Porträts von Leonardo aus dem 16. Jahrhundert.

Leonardo da Vincis Lähmung soll wenige Jahre vor seinem Tod aufgetreten sein und den Maler massiv beeinträchtigt haben. So schrieb Antonio de Beatis, Sekretär des Kardinals Luigi von Aragon, nach einem Besuch da Vincis im Jahre 1517:

In einem der Dörfer besuchten der Herr und der Rest von uns den florentinischen Meister Leonardo [da] Vinci, mehr als 70 Jahre alt, Maler usw. unserer Zeit, der seiner Herrschaft krank zeigte. Aber drei Gemälde: eines von gewissen florentinischen Schenkungen, ein Gemälde von schöner Bildwelt, das auf Wunsch des Altmeisters Magnifico Giuliano de Medici entstanden ist, das andere von [dem jungen] Johannes dem Täufer und eines von der Madona und [ihrem] Sohn, [der] in den Schoß der heiligen Anna gelegt werden. Alles perfekt, auch wenn man von ihm wegen einer gewissen Lähmung auf der rechten Seite nichts Gutes mehr erwarten kann.

Laut dem neuen Artikel war Leonardo da Vinci hauptsächlich Linkshänder, schrieb und malte mit dieser. Diverse Studien, einschließlich einer neuen Handschriftanalyse, belegen aber auch, dass er seine rechte Hand zum Malen benutzte.

Ein Gemälde von Figino gibt Hinweise auf eine Lähmung

Das Porträt im Zentrum der neuen Erkenntnisse, ist das des italienischen Künstlers Giovan Ambrogio Figino. Das Gemälde stammt aus dem 16. Jahrhundert und zeigt einen in weite Kleidung gehüllten, älteren da Vinci.

Dabei scheint es auf diesem Bild, als sei der rechte Arm des berühmten Malers in einen Verband gehüllt. Seine rechte Hand lugt unter dem Stoff hervor und erscheint „in einer steifen, gekrümmten Haltung“, schrieben die Autoren. Mit anderen Worten, seine Finger sind leicht nach innen gebogen.

„Die auf dem Porträt gezeichnete Hand zeigt nicht die „geballte Hand“, die typisch für Patienten mit Muskelkontraktionen durch Schlaganfälle ist“, schrieben die Ärzte. „Vielmehr suggeriert das Bild eine alternative Diagnose wie die Ulnarislähmung, allgemein bekannt als Klauenhand“, sagte Co-Autor Dr. Davide Lazzeri, Spezialist für plastisch-rekonstruktive und ästhetische Chirurgie in einer Erklärung.

Lähmung führte zur Nichtvollendung einiger seiner Werke

Die Ulnarislähmung ist ein Zustand, bei dem die Finger durch die Schädigung des Nervus ulnaris gebeugt sind und wie die Kralle eines Tieres erscheinen. Lazzeri und sein Co-Autor Dr. Carlo Rossi schlugen vor, dass da Vincis Lähmung auf ein Trauma zurückzuführen sein könnte. Dies könne er sich bei einem Ohnmachtsanfall oder Sturz zugezogen haben.

„Außerdem gab es keine Anzeichen von einer Verschlechterung der kognitiven Leistungsfähigkeit oder andere Bewegungsprobleme, die bei einem Schlaganfall typisch seien“, so Lazzeri.

„Die Ulnarislähmung mag erklären, warum er in den letzten fünf Jahren seiner Karriere als Maler zahlreiche Gemälde unvollständig hinterlassen hat, darunter auch die Mona Lisa, während er weiterhin unterrichtete und zeichnete.“

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