Wegerich: Ein Erste-Hilfe-Kraut mit antibiotischer, antiviraler und schmerzstillender Wirkung

Oft als Unkraut betrachtet, aber eigentlich wertvolle Heilpflanzen: Spitzwegerich, Breitwegerich oder Mittlerer Wegerich. Nicht nur bei Prellungen und Sonnenbrand, sondern auch gegen Juckreiz und mögliche Entzündungen nach Mückenstichen sind Wegerich-Arten nützliche Helfer in der Sommerzeit.
Titelbild
Gehackte Spitzwegerichblätter.Foto: iStock
Von 26. Juli 2023

In den grünen Winkeln von Gärten, zwischen Pflastersteinen und entlang von Wanderwegen verbirgt sich oft eine unscheinbare Heilpflanze: der Wegerich.

Bereits in der Antike und im Mittelalter gilt das „Plantago lanceolata“ – auf Deutsch Spitzwegerich – als beliebtes Heilkraut mit vielfältigen Anwendungsbereichen. In der traditionellen Medizin wurde Wegerich in Kombination mit Honig zur äußeren Wundheilung empfohlen.

Ein Kraut, viele Wirkungen

Heute wird der Wegerich oft als Unkraut bekämpft, obwohl auch die moderne Wissenschaft der krautigen Pflanze viele heilende Eigenschaften zuordnet. So gilt Wegerich als entzündungshemmend, antibiotisch, antiviral und schmerzstillend.

Im Alltag eignet sich die Heilpflanze ideal für die Behandlung von Insektenstichen sowie von Schnitt- und Schürfwunden. Deshalb wird der Wegerich von einigen auch als „Pflaster“-Pflanze bezeichnet. Er enthält Allantoin, einen Stoff, der als Wundheilungsmittel bekannt ist. Allantoin kann laut Untersuchungen die Regeneration der Haut beschleunigen, indem es abgestorbene Hautzellen entfernt und die Zellneubildung anregt.

Weitere wissenschaftliche Studien bestätigen auch die Wirksamkeit des Wegerichs bei Prellungen, Sonnenbrand und Hauterkrankungen wie Ekzemen oder Schuppenflechte.

Wenn verfügbar, empfiehlt sich die Verwendung von frischem Wegerich. Hierfür ein Wegerichblatt pflücken, gut waschen und anschließend zu einem Brei kauen und direkt auf die betroffene Hautstelle auftragen. Bei der Ernte von Wegerich sollte man darauf achten, nicht in der Nähe von Straßen, Autobahnen, Fabriken oder wo viele Menschen und Hunde unterwegs sind, zu sammeln, um mögliche schädliche Verunreinigungen der Pflanzen zu vermeiden.

Falls frischer Wegerich nicht zur Hand ist, bietet eine Wegerich-Salbe eine hervorragende Alternative. Sie ist wirksam, hat eine lange Haltbarkeit und kann überallhin mitgenommen werden. Wegerich-Salbe kann entweder online gekauft oder in der eigenen Küche hergestellt werden. Dabei ist es wichtig, Pflanzen zu wählen, die möglichst nicht mit Pestiziden oder Herbiziden behandelt sind.

Wegerich erkennen

Wegeriche kommen in verschiedenen Arten auf der ganzen Welt vor. In Deutschland sind hauptsächlich drei Arten verbreitet: der Mittlere Wegerich, der Spitzwegerich und der Breitwegerich.

Die Blätter des Spitzwegerichs sind das auffälligste Merkmal, an dem man ihn erkennen kann. Sie haben eine lanzettliche Form, also lang und schmal, mit parallelen Adern, die von der Mitte der Blätter bis zu den Rändern verlaufen. Die Blätter können bis zu 50 cm lang werden und bilden eine Rosette um den zentralen Stiel der Pflanze. Die Blüten sind weiß bis braun.

Spitzwegerich. Foto: iStock

Im Gegensatz zu seinem schlanken Verwandten, dem Spitzwegerich, hat der Breitwegerich breite, ovale Blätter. Diese sind dunkelgrün und oft leicht gewellt. Leicht zu erkennen sind sie dank der fünf bis neun Blattadern an der Blattunterseite. Die Blüten des Breitwegerichs sind gelb-braun und eher unscheinbar.

Breitwegerich. Foto: iStock

Die Blätter des Mittleren Wegerichs sind eher oval und leicht spitz zulaufend. Sie wachsen aus einer sehr dichten, grundständigen Rosette heraus. Die Blüten sind rosa-weiß.

Zur Verarbeitung und Anwendung von Wegerich, sollten nur selbst gepflückte Blätter verwendet werden, wenn Sie diese eindeutig erkennen. Im Zweifelsfall kann man auch getrocknete Blätter in Apotheken oder in ausgewählten Reformhäusern kaufen.

Wegerich-Salben selbst herstellen

Zutaten:

– eine Handvoll Wegerichblätter

– 100 ml Bio-Olivenöl oder Bio-Sonnenblumenöl

– 10 g Bio-Bienenwachs

Zubehör:

– Schraubglas mit Deckel

– Salbentiegel

– Baumwolltuch

– Küchensieb

Anleitung:

  1. Ernten Sie Wegerichblätter an einem trockenen, sonnigen Tag. Entfernen Sie alle Teile, die krank oder befallen aussehen. Bürsten Sie bei Bedarf Schmutz mit einem trockenen Tuch ab.
  2. Die Wegerichblätter klein schneiden und in das Schraubglas geben
  3. Das Glas mit Öl auffüllen. Die Blätter sollten vollständig mit Öl bedeckt sein. Wenn nötig, fügen Sie mehr Öl hinzu. Verschließen Sie das Glas.
  4. Das Glas bei Zimmertemperatur 2 bis 3 Wochen ziehen lassen und täglich einmal gut durchschütteln.
  5. Den Glasinhalt durch ein Baumwolltuch und ein Sieb gießen und das Öl auffangen
  6. Messen Sie die Menge des Öls. Der Wachsanteil sollte 10 Prozent betragen, also beispielsweise für 100 ml Öl benötigen Sie 10 Gramm Bienenwachs.
  7. Erhitzen Sie das Öl über einem Wasserbad, bis es heiß ist, aber nicht kocht. Fügen Sie das Bienenwachs hinzu und rühren Sie, bis es geschmolzen ist.
  8. Das Öl vom Herd nehmen und ein paar Minuten abkühlen lassen
  9. Die Mischung in kleine Salbentiegel gießen und über Nacht fest werden lassen

Mit Material von theepochtimes.com. Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.



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