Aufgedeckte Halbwahrheiten kosten den Ruf – New York Times verliert weiter an Glaubwürdigkeit

Von 23. September 2019 Aktualisiert: 22. September 2019 23:13
Das mediale Trommelfeuer gegen Donald Trump und alle Personen, die als seine Unterstützer wahrgenommen werden, geht in die nächste Runde. Rechtzeitig zum letzten Wochenende wurden wieder unhaltbare Beschuldigungen gegen den Supreme Court Richter Brett Kavanaugh hervorgeholt.

Die beiden New York Times-Reporterinnen, die ein Buch über den Obersten Richter Brett Kavanaugh geschrieben haben, stellten bei der Vorstellung ihres Buches in der New York Times Behauptungen auf, die entweder falsch oder nur ein bewusst gewählter Teil der Wahrheit waren. In der Form, wie es dargestellt wurde, war es irreführend.

Robin Pogrebin und Kate Kelly machten dann die Schlußredakteure für die groben Auslassungen in ihrem Artikel verantwortlich, der in der NYT am 15. September veröffentlicht wurde. Sie hatten Auszüge aus dem Buch“The Education of Brett Kavanaugh“ veröffentlicht und Interviews geführt, um es zu bewerben. Es wurde in der Woche danach veröffentlicht.

In einem überarbeiteten Auszug, der in The Atlantic veröffentlicht wurde, behaupteten die Co-Autorinnen, dass die Geschichte, die ein Anwalt über angebliche Aussagen von Deborah Ramirez erzählte, für sie „glaubhaft“ klang.

Die Schriftstellerinnen behaupteten, dass die drei Personen, die als Zeugen des angeblichen sexuellen Fehlverhaltens von Brett Kavanaugh in seiner Studentenzeit, benannt wurden, „darüber nichts gesagt haben“. Das ist aber nicht wahr.

Im Kern ging es um die Beschuldigung, dass Brett Kavanaugh bei einer Party während seiner Studienzeit im alkoholisierten Zustand seine Hosen ausgezogen habe. Anschließend hätte er der Mitstudentin Deborah Ramirez seine Genitalien in die Hand gegeben.

Zwei der drei männlichen Klassenkameraden von Ramirez erklärten dem New Yorker letztes Jahr, zusammen mit der Frau des dritten männlichen Zeugen, dass der Vorfall, der Ramirez angeblich zugestoßen sein soll, nie stattgefunden habe.

„Wir waren die Menschen, die Brett Kavanaugh in seinem ersten Jahr in Yale am nächsten standen. Er war der Mitbewohner einiger von uns, und wir verbrachten viel Zeit mit ihm, auch in dem Wohnheim, in dem dieser Vorfall angeblich stattfand. Einige von uns waren auch mit Debbie Ramirez während und nach ihrer Zeit in Yale befreundet. Wir können mit Sicherheit sagen, dass wir, wenn der Vorfall, den Debbie angeblich berichtet haben soll, jemals passiert wäre, ihn gesehen oder davon gehört hätten – und das haben wir nicht“, schrieben sie in einer gemeinsamen Erklärung zusammen mit Dan Murphy, einem anderen Klassenkameraden.

„Das Verhalten, das sie beschrieben haben soll, wäre für Brett völlig untypisch. Darüber hinaus waren einige von uns mit Debbie lange nach Yale noch in Kontakt und sie beschrieb diesen Vorfall nie, bis Bretts Ernennung zum Obersten Richter anhängig war. Redakteure von The New Yorker kontaktierten einige von uns, weil wir die Leute sind, die die Wahrheit kennen und wir sagten ihnen, dass wir davon nie etwas gesehen oder gehört haben.“

Wie sich herausstellte, hat das angebliche Opfer, Deborah Ramirez, jegliche öffentliche Stellungnahme dazu verweigert. Freunde und Bekannte von Ramirez sagten aus, dass Ramirez sich in Gesprächen mit ihnen auch nicht an einen solchen Vorfall erinnern konnte. Das war einer der Fakten, die im NYT Artikel fehlten.

The Atlantic hat den Fehler auch noch nicht korrigiert.

Autorinnen verwickeln sich in Widersprüche

Als Pogrebin, eine der Autorinnen auf „The View“ erschien, behauptete sie auch fälschlicherweise, dass der Hauptfehler in ihrem zuerst in der New York Times veröffentlichten Auszug  unbeabsichtigt war und gab den Schlußredakteuren der NYT die Schuld.

„Als wir das erkannt haben, haben wir es korrigiert“, sagte sie.

Pogrebins Behauptung über die Redakteure stand im Widerspruch zu einem Interview, das die Autorinnen ebenfalls letzte Woche mit NPR geführt haben. Das am Montag ausgestrahlte Interview enthielt auch nicht die Informationen, die im New York Times Artikel angeblich gestrichen wurden. Der NPR-Moderator musste die fehlenden Informationen nachträglich hinzufügen.

Die Behauptung, dass sie die Auslassungen schnell korrigiert hätten, war auch irreführend, weil der Artikel am Sonntag früh veröffentlicht wurde und erst am späten Sonntag korrigiert wurde, berichtete The Federalist. Pogrebin und Kelly waren beide am Wochenende auf Twitter aktiv, ohne Korrekturen zu machen.

Noch am selben Tag begannen eine Reihe von demokratischen Präsidentschaftskandidaten und Aktivisten, Kavanaughs Amtsenthebung zu verlangen.

Die Beschuldigung stammte von altem Kavanaugh-Gegner

Die Beschuldigung gegen Kavanaugh stammte nicht von Ramirez selbst. Die Autorinnen haben nie mit Ramirez gesprochen. Die Beschuldigung basiert auf Hörensagen von dem Rechtsanwalt Max Stier.

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Stier war zu der Zeit, als die Whitewater-Ermittlungen gegen die Clintons bis zur Ermittlungstätigkeit des damaligen Sonderermittlers Kenneth Starr führten, im Anwaltsteam der Clintons tätig. Brett Kavanaugh hingegen saß im Ermittlerteam von Starr. Das Verfahren schlug damals hohe Wellen und wurde mit äußerster Härte geführt.

Pikant ist, dass die Washington Post, die sonst keine Gelegenheit auslässt, gegen Donald Trump und Personen, die seiner Politik nahestehen, zu Felde zu ziehen, es abgelehnt hat, die Geschichte zu bringen. Nicht erst jetzt, sondern schon im Rahmen der Nominierungsschlacht um Kavanaugh im letzten Jahr. Die WaPo fand die Geschichte zu „unsubstantiated“, mit anderen Worten: Sie hat weder Hand noch Fuß und ist unbewiesen.

Die Darstellungen, die die Chefredaktion nachträglich zu dem Fall vorbrachte im Verein mit den Äußerungen der Autorinnen lässt jedoch einen bestimmten Eindruck aufkommen.

So wie es zeitlich ablief, kam es anscheinend darauf an, die im letzten Jahr aufgebaute Darstellung, dass Kavanaugh zumindest in seiner Jugend, ein unbeherrschter, sexuell übergriffiger Trinker gewesen wäre, zu untermauern.

Die Buchbesprechung erfolgte rechtzeitig zum Wochenende, wenn die Amerikaner Zeit und Gelegenheit zum Medienkonsum haben, dann folgte ein Tweet mit einer unangemessenen Wortwahl darüber, sodass die Emotionen hochkochten und weitere Aufmerksamkeit darauf gelenkt wurde. Das wurde dann auch dankbar von den demokratischen Präsidentschaftskandidaten aufgegriffen, die derzeit darum kämpfen, als Kandidat der Demokraten gegen Trump aufgestellt zu werden.

Das von den Demokraten im Repräsentantenhaus inzwischen wie eine Zauberformel wiederholte „impeach him“ – „enthebt ihn des Amtes“ –, das sie ständig gegen Präsident Trump vorbringen, wurde auf Kavanaugh erweitert.

Die Korrektur erfolgte dann, da der Schuss doch nach hinten losgegangen war, am Sonntagabend mit einer „editors note“ einer „Anmerkung der Chefredaktion“. Man hatte anscheinend nicht damit gerechnet, dass sich Journalisten und Kommentatoren anderer Medien das Buch noch am Wochenende besorgen könnten und prompt die Fehler des New York Times-Artikels aufdecken würden.

Selbst wenn der Fehler wirklich auf übereifrige Schlußredakteure der New York Times zurückzuführen ist, so bleibt die Frage, warum diese die Streichungen vorgenommen haben sollen. Und warum haben die Autorinnen auch im NPR-Interview nicht die vollständigen Fakten genannt?

Im Journalismus und der Politik gilt: „Schlimmer als eine Lüge, kann eine gut bearbeitete Halbwahrheit sein.“

Teile des Beitrags stammen von Zachary Stieber (Epoch Times USA)

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.