Belgien gibt Zahn von ermordetem kongolesischen Freiheitskämpfer Lumumba zurück

Epoch Times10. September 2020 Aktualisiert: 10. September 2020 17:16

Belgien wird einen Zahn des 1961 ermordeten kongolesischen Regierungschefs Patrice Lumumba an dessen Familie aushändigen. Das sagte ein Sprecher der belgischen Staatsanwaltschaft am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Die Behörden hatten den Zahn bei Ermittlungen zu Lumumbas Verschwinden bei der Familie eines ehemaligen belgischen Polizisten gefunden.

Lumumba war der erste demokratisch gewählte Regierungschef der heutigen Demokratischen Republik Kongo und ein scharfer Kritiker der ehemaligen belgischen Kolonialherren. Das afrikanische Freiheitsidol wurde wenige Monate nach seiner Wahl unter bis heute ungeklärten Umständen ermordet. Sein Leichnam wurde nie gefunden.

Im Jahr 2000 gestand der pensionierte belgische Polizist Gérard Soete im Interview mit AFP, am Verschwinden der Leichen von Lumumba und zwei seiner Begleiter 40 Jahre zuvor beteiligt gewesen zu sein. „Wir haben die Körper zerstückelt“ und dann mit Säure überschüttet, sagte der mittlerweile verstorbene Soete. „Es blieb nichts übrig, bis auf die Zähne.“

Laut dem Soziologen Ludo De Witte, Autor eines Buches über das Attentat auf Lumumba, hatte Soete beschlossen, die wenigen Überreste „wie Jagdtrophäen“ nach Belgien zurückzubringen. Eine belgische Parlamentskommission kam 2001 zu dem Schluss, dass die Ex-Kolonialmacht mindestens eine „moralische Verantwortung“ für das Verbrechen trug.

2011 klagten mehrere Kinder Lumumbas in Brüssel die Aufklärung des Mordes an ihrem Vater ein. Der Zahn ist laut Staatsanwaltschaft Beweisgegenstand der Ermittlungen, die noch andauern.

Es bestehe nach wie vor keine „absolute Gewissheit“ darüber, dass der Zahn tatsächlich Lumumbas ist, aber eine DNA-Analyse hätte ihn zerstört, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Generalstaatsanwalt Frédéric Van Leeuw habe sich stattdessen für eine symbolische Rückgabe des Zahns an die Familie ausgesprochen. Dafür sei die Zustimmung des Untersuchungsrichters nötig gewesen, die Anfang der Woche erteilt worden sei. (afp)

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