Terroristen unter Migranten? Schweiz probt Verteidigung von Atomkraftwerk

Von 24. September 2015 Aktualisiert: 24. September 2015 12:50
Ein kleines Land will nichts dem Zufall überlassen: Die Schweiz sorgt derzeit für den Fall vor, dass ihre Grenzen von Migranten überrannt werden.

Mit dem großangelegten Manöver "Conex15" bereitet sich das Land auf verschiedene Katastrophen-Szenarien vor: Zum Beispiel Terroranschläge auf sensible Infrastruktur wie Atomkraftwerke, die Plünderung von Hafenanlagen und Erdbeben. Zu unbekannten Zeitpunkten finden auch Übungen an französischen Grenzübergängen mit Beamten in voller Bewaffnung statt, wie die Badische Zeitung berichtete. Die Grenzen bleiben jedoch offen.

Übung für "außerordentliche Krise"

Grundsätzlich geht es um den “Schutz der kritischen Infrastruktur und sehr empfindlicher Anlagen” im Raum Basel und der Nordwestschweiz. Bei einem Ausfall wäre die ganze Schweiz betroffen. Noch sind Einzelheiten des Manövers geheim, berichtet die Badische Zeitung. Bekannt sind allerdings Pläne für Einsätze zur Sicherung des Atomkraftwerks Leibstadt und eine Übung in Sempach, bei der ein Flugzeugabsturz geprobt wird. Ebenfalls wird eine Erdbebenübung in Wangen und der Schutz des Trinkwasservorrats nach einem Chemieunfall geprobt.

Offiziell lautet das Szenario der Übung: “In einem fiktiven Europa der Zukunft herrscht Wirtschaftskrise. Die Folgen wirken sich auch auf die Schweiz aus, Verknappung der Vorräte, Schwarzhandel, kriminelle Organisationen. Große Öl-, Gas- und Getreidevorräte werden zum Ziel von Sabotagen und Plünderungen. Außerdem führen ethnische Spannungen zu größeren Flüchtlingsströmen in die Schweiz.” Geübt wird für eine "außerordentliche Krisenlage", jedoch "unterhalb der Kriegsschwelle".

Vor dem Hintergrund gewalttätiger Grenzstürmungen durch Migranten statt, wie sie zum Beispiel aus Ungarn oder in Calais am Eurotunnel berichtet wurden, hat Conex 15 eine ganz aktuelle Dimension. Dass ein libanesischer Minister vor Kurzem vor getarnten IS-Kämpfern und Extremisten, im Flüchtlingsstrom warnte, macht die Sache um so sensibler.

Krawalle bei Gegendemo

In Basel rief Conex15 Aktivisten auf den Plan, die sich gegen eine "Militarisierung der Schweiz" aussprechen. Am Freitagabend gab es in Basel Krawalle zwischen linken Demonstranten des sogenannten “schwarzen Blocks” und der Polizei. Glasflaschen und Steine wurden mit Gummigeschossen und Gasgranaten beantwortet. Vier Polizisten wurden verletzt und acht Demonstranten festgenommen.

Armee aus wehrpflichtigen Bürgern

Die Schweiz hat 8,25 Millionen Einwohner und eine Armee von 200.000 Soldaten, wobei nur 5 Prozent der Armeeangehörigen Berufs- und Zeitsoldaten sind. Alle übrigen sind wehrpflichtige Bürger im Alter zwischen 20 und 34 (in speziellen Fällen bis 50) Jahren, die ihre persönliche Ausrüstung inklusive persönlicher Waffe zu Hause aufbewahren. Wegen ihrer Neutralität erlebte die Schweizer Armee nur dreimal eine Generalmobilmachung. Zwei Abstimmungen zur Abschaffung der Armee wurden vom Volk deutlich verworfen.

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