AfD mahnt Jugendschutz an – Hamburger Senat findet Sexologin im Schulunterricht ok

Epoch Times23. März 2016 Aktualisiert: 7. Juli 2016 19:34
Das Buch einer umstrittenen Sexologin im Schulunterricht zu verwenden, ist unangebracht – die Autorin als Expertin einladen, ist ok … Dieses Ergebnis brachte eine AfD-Anfrage beim Hamburger Senat. Die AfD findet es „rechtlich höchst fragwürdig und politisch unsäglich“, dass Sexologin Ann-Marlene Henning zuweilen Unterricht gibt. Die Moderatorin der TV-Sendung „Make Love“ und Autorin des gleichnamigen Aufklärungsbuchs kommt manchmal schon zu 8. Klässlern.

Wegen einer Veranstaltung, die Henning am 13. Januar an der Stadtteilschule Walddörfer gab, hat die Hamburger AfD-Fraktion eine schriftliche Kleine Anfrage beim Senat eingereicht. Die Veranstaltung war von Eltern organisiert und fand Abends statt – griff aber laut Hennings Facebook „Fragen auf“, die ihr „am Vormittag von den Schülern der 8. und 9. Klassen gestellt wurden“.

Eltern berichten über den Unterricht Folgendes: „Frau Henning schildert vor Schülern ihr eigenes Sexualleben, zeigt im Unterricht Videos aus ihrem Make-Love-Blog und verteilt Kondome in der achten

Klasse“, zitiert die AfD-Anfrage. Hennings Veranstaltungen in der Mittelstufe (achte, neunte und zehnte Klasse) fanden auf Grundlage ihres Buchs „Make Love“ statt. „Das Buch zeigt pornografische Fotos (Oralsex, Penetration im Detail und so weiter) und es bietet eine in Handlungsschritte unterteilte Hinführung zum Sex“, erklärt die AfD weiter, die hierin Jugendschutzbestimmungen verletzt sieht.

Die Hamburger Schulbehörde antwortete darauf:

Dem zuständigen Fachreferat (…) ist dieses Buch bekannt. In Beratungen und Fortbildungen (…) werden

schulische Fachkräfte darauf hingewiesen, dass aufgrund der Fotos und der zum Teil sehr direkten Ansprache dieses Buch für den Einsatz im Unterricht der Sekundarstufe I nicht geeignet ist.“

(Die Sekundarstufe 1 reicht bis einschließlich der 9. Klasse.)

Jugendschutz?

„Das ist ein ernster politischer Vorgang“, schrieb die AfD gestern in einer Pressemitteilung.

„Einerseits weist die Hamburger Schulbehörde die Lehrkräfte völlig zu Recht darauf hin, das umstrittene Buch der Sexologin Ann-Marlene Henning („Make Love“) aufgrund der pornografischen Bilder und Erzählungen nicht im Unterricht einzusetzen. Andererseits lässt die Behörde den Hamburger Schulen Freiraum bei der Entscheidung, Frau Henning als Expertin zur Ergänzung der schulischen Sexualerziehung – wie an der Stadtteilschule Walddörfer geschehen – mit ihren umstrittenen Inhalten auftreten zu lassen.“

„Diese Praxis ist vor dem Hintergrund der geltenden Jugendschutzbestimmungen rechtlich höchst fragwürdig und politisch unsäglich“, sagt der Jurist und schulpolitische Sprecher der AfD-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft, Dr. Alexander Wolf. Er fordert, die zuständige Schulaufsicht müsse strikte Kontrolle ausüben und die Durchsetzung des Jugendschutzes gewährleisten. „Das gilt auch für den Fall, dass die Veranstaltung mit Frau Henning unter Einbeziehung der Eltern organisiert und durchgeführt wurde“, sagt Wolf, der findet, dass Kinder und Jugendliche nicht mit pornografischen Bildern oder vulgären Beschreibungen diverser Praktiken konfrontiert werden sollten. „Auch Kinder haben ein Recht auf Scham“, so Wolf.

Hennings Abendveranstaltung am 13. Januar war von einer Demonstrantion der „Besorgten Eltern Hamburg“ begleitet. (rf)

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