Berliner Mohrenstraße soll nach Rassismuskritik nun doch umbenannt werden

Epoch Times21. August 2020 Aktualisiert: 21. August 2020 16:47

Nach Rassismuskritik aus Teilen der Gesellschaft soll die Mohrenstraße im Berliner Bezirk Mitte nun auf Antrag von SPD und Grünen doch umbenannt werden. Das beschloss die Bezirksverordnetenversammlung Mitte am Donnerstag mehrheitlich, wie die SPD-Fraktion Berlin-Mitte im Kurzbotschaftendienst Twitter mitteilte. „Auch die BVV Mitte schließt sich der Zivilgesellschaft an und fordert das Bezirksamt Mitte Berlin auf, den Prozess der Umbenennung der Mohrenstraße unverzüglich einzuleiten, hieß es aus der BVV Mitte dazu.

Begründet wurde dies damit, dass der Name „diskriminierend ist und dem Ansehen Berlin schadet“. Die Straße soll nach Anton Wilhelm Amo benannt werden.

Der um 1703 im heutigen Ghana geborene Amo wurde nach als Kind Deutschland verschleppt und war der erste bekannte Philosoph und Rechtswissenschaftler afrikanischer Herkunft in Deutschland. Er studierte im 18. Jahrhundert unter anderem an den Universitäten von Helmstedt, Halle und Wittenberg. Das zuständige Bezirksamt Mitte wurde in dem von SPD und Grünen eingereichten Antrag aufgefordert, „unverzüglich den Vorgang zur Umbenennung zu starten“.

Die Berliner Verkehrsbetriebe hatten zuvor bereits angekündigt, den U-Bahnhof Mohrenstraße künftig in Glinkastraße umzubenennen. Da „Mohren“ ein veraltetes Wort für Menschen mit dunkler Hautfarbe ist, wird der Straßenname als rassistisch kritisiert.

Die jetzige Namenswahl ist auf einen Vorschlag aus der Community der Schwarzen in Deutschland zurückzuführen, die sich dazu gemeldet hatte. Sie will einen kritischen Umgang mit der deutschen Kolonialgeschichte in Afrika in einer Umbenennung von Straßennamen in Berlin manifestiert sehen, heißt es.

Daher schlugen sie den Namen „Anton-Wilhelm-Amo“ für die U-Bahnstation vor. Dieser sei als Sklave verschleppt, unter Adligen „verschenkt“ und als „Kammermohr“ vererbt worden. Nach seiner Taufe soll er am Hof von Braunschweig-Wolfenbüttel eine hervorragende Bildung genossen haben, woraufhin er an die Universität Halle kam.

Seine erste Disputation in lateinischer Sprache trug übersetzt den Titel „Über die Rechtsstellung des Mohren in Europa“. (afp/dts/er/nmc)


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

In letzter Zeit beobachten wir, wie Hacker immer wieder beliebige Nicks verwenden und üble Kommentare unter eben diesen Namen schreiben. Trolle schrecken nicht davor zurück, das Epoch Times Logo als Profilbild sich anzueignen und ebenfalls die Kommentarfunktion auf schlimmste Weise zu missbrauchen.

Aufgrund der großen Menge solcher Angriffe haben wir uns entschieden, einen eigenen Kommentarbereich zu programmieren, den wir gut kontrollieren können und dadurch für unsere Leser eine wirklich gute Kommentar-Umgebung schaffen können.

In Kürze werden wir diese Kommentarfunktion online stellen. Bis dahin bitten wir Sie noch um etwas Geduld.


Ihre Epoch Times - Redaktion