Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD)Foto: Fabrizio Bensch/Reuters-Pool/dpa/dpa

Umweltministerin will deutschen Ökostrom-Anteil deutlich steigern – trotz wachsendem Bedarf an Auslandsstrom

Epoch Times16. Oktober 2020 Aktualisiert: 16. Oktober 2020 16:24

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) will den Anteil von Ökostrom am Energiemix deutlich steigern. Das im Koalitionsvertrag vereinbarte Ziel von 65 Prozent bis zum Jahr 2030 reiche nicht mehr aus, sagte Schulze der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Freitagsausgabe). Sie gehe davon aus, dass bis 2030 mindestens 75 Prozent Ökostromanteil gebraucht würden, vielleicht sogar 80 Prozent.

Die Höhe des Ökostrom-Anteils hänge letztlich auch davon ab, welche Ziele die EU zur Reduktion der Treibhausgasemissionen vorgeben werde, sagte Schulze. Nach ihren Worten ist aber bereits klar, dass Deutschland jedes Jahr mehr Windräder und Solaranlagen installieren muss, als bislang im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geplant ist. Die Ministerin zeigte sich optimistisch, dass dies gelingen wird.

So sollen nach ihren Vorstellungen Fotovoltaik-Anlagen künftig zum Standard bei Neubauten werden: „Es darf nicht sein, dass morgen noch Häuser von gestern gebaut werden.“ Auch im Windkraft-Bereich „muss mehr passieren“, betonte Schulze. Sie setzt dabei auf die EEG-Novelle, welche die Bundesregierung auf den Weg gebracht hat und die den Windkraftausbau ankurbeln soll.

Strom zu 51,8 Prozent aus erneuerbaren Energien

Im 1. Halbjahr 2020 war über die Hälfte des in Deutschland produzierten Stroms aus erneuerbaren Energien. Genau waren es 128,4 Milliarden Kilowattstunden oder 51,8 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Im 1. Halbjahr 2019 hatte der Anteil noch 43,4 Prozent betragen.

Insgesamt ging die Strommenge Corona-bedingt aber um knapp zehn Prozent zurück. Den prozentual höchsten Anstieg verzeichnete mit +12,9 Prozent der Strom aus Windkraft, was vor allem am sehr windreichen 1. Quartal 2020 lag. Mit 29 Prozent der eingespeisten Strommenge war die Windkraft zugleich der wichtigste Energieträger für die inländische Stromerzeugung im 1. Halbjahr, so die Statistiker.

Deutsches Energiedilemma: Stromimport um 43 Prozent gewachsen

Die Stromimporte sind im 1. Halbjahr 2020 im Vergleich zum 1. Halbjahr 2019 um 43,3 Prozent auf 25,7 Milliarden Kilowattstunden gestiegen. Ein Grund hierfür war der abnehmende Anteil der inländischen Einspeisung aus grundlastfähigen, meist konventionell betriebenen Kraftwerken, die hauptsächlich mit Kohle, Kernenergie und Erdgas arbeiten.

Insbesondere bei Windstille oder Dunkelheit wurde daher zur Deckung des Strombedarfs Strom importiert. Hauptimportland für Strom war Frankreich mit 8,7 Milliarden Kilowattstunden. Frankreich gewinnt seinen Großteil des Strombedarfs aus Atomenergie.

Insgesamt wurde aber weiterhin mehr Strom aus Deutschland exportiert als nach Deutschland importiert. Die exportierte Strommenge sank gleichwohl im 1.Halbjahr 2020 gegenüber dem 1. Halbjahr 2019 um 11,6 Prozent auf 33,6 Milliarden Kilowattstunden.

Ebenfalls stark gestiegen ist die Stromerzeugung aus Photovoltaik: Die eingespeiste Solarstrommenge stieg im 1. Halbjahr 2020 gegenüber dem 1. Halbjahr 2019 um 9,9 Prozent, begünstigt durch ein besonders sonniges Frühjahr. Dagegen sank die eingespeiste Strommenge aus konventionellen Energieträgern um 22,6 Prozent. Insbesondere die Einspeisung von Kohlestrom war mit -37,8 Prozent deutlich niedriger als im Vorjahreszeitraum.

Naturschutzbund warnt vor voreiligem Ausbau der Windenergie

Bereits Ende 2019 warnte der Naturschutzbund (NABU), dass beim Ausbau der Windkraft auf Nord- und Ostsee Risiken drohen für die Umwelt nach Ansicht des  in den Hintergrund zu geraten. NABU-Meeresschutzexperte Kim Detloff warnte damals davor, Klimaschutz und Artenschutz gegeneinander auszuspielen. Schutzgebiete für einzelne Arten seien durch die Windkraft auf dem Meer bereits unbrauchbar geworden.

Das das Spurengas CO2, dass der Mensch in die Atmosphäre bringt, Verursacher einer Erderwärmung sei und schädlich für das Klima sei ist unter Experten ebenso umstritten, wie die Existenz eines sogenannten „Treibhauseffekt“ in der Erdatmosphäre. Die EU hat unabhängig davon sich das Ziel gesetzt bis 2050 CO2-„klimaneutral“ zu werden. (afp/dts/dpa)



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