CDU will Merz in der Spitze: Wird Merz Verteidigungsminister?

Epoch Times17. Dezember 2018 Aktualisiert: 17. Dezember 2018 18:35
Der Kampf um den Parteivorsitz ist vorüber, doch der Kampf um die CDU-Parteiführung geht weiter. Spitzen der CDU fordern mit unterschiedlicher Dringlichkeit eine neue politische Rolle für den CDU-Politiker Friedrich Merz.

„Der CDU-Parteitag ist vorüber, eine Woche schon – aber es hat den Anschein, als dauere der Wettbewerb der Kandidaten noch an“, kommentiert Stephan-Andreas Casdorff, einer von zwei Chefredakteuren des Tagesspiegels, die derzeitige Stimmung innerhalb der CDU.

„Wird Merz Verteidigungsminister?“ beginnt er seinen Kommentar. Casdorff ist der Meinung, dass zwar die Entscheidung über den Vorsitz der Partei nach Angela Merkel gefallen ist, nicht aber über die Führung der Partei.

Derzeit fordern Spitzen der CDU mit unterschiedlicher Dringlichkeit eine neue politische Rolle für den CDU-Politiker Friedrich Merz.

Dies seien laut Casdorff insbesondere die konservativen CDU-Anhänger, die sich mit Merz ein Ende des moderaten Merkel-Kurs gewünscht hätten. Mit 17 Stimmen konnte sich Annegret Kramp-Karrenbauer nur knapp gegen Merz durchsetzen.

So sagte zum Beispiel Parteivize Julia Klöckner auf Anfrage von Reuters am Montag in Berlin zu Merz zukünftiger Rolle: „Ich halte es für einen großen Gewinn, wenn gerade die Flügel, die wir haben in der CDU, durch prominente Personen auch vertreten sind.“

Auch der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) spricht sich für eine prominente Rolle von Merz aus: „Ich finde, das ist ein wichtiger Mensch, der viel Vertrauen genießt, der vor allen Dingen auch wirtschaftspolitisch große Kompetenzen hat.“

„Und deswegen ist es wichtig, in einem gemeinsamen Willen dieses Land voranzubringen“, so Kretschmer weiter, der im kommenden Jahr in Sachsen eine Landtagswahl zu bestehen hat.

„Es ist wichtig, dass die Gedanken, die Ideen, die Friedrich Merz vorgetragen hat, in der Programmatik der CDU stattfinden“, findet auch NRW-Ministerpräsident und CDU-Vize Armin Laschet.

„Ich wünsche mir, dass er sichtbar bleibt, aber er hat selbst entschieden: er will keine Parteifunktion. Und das haben wir zu respektieren, aber die Themen, auch die Wirtschaftsthemen müssen wir aufgreifen. Das ist unsere Aufgabe“, so der CDU-Vize weiter.

Nachdem Merz darauf verzichtet hatte, für eine Funktion im CDU-Vorstand zu kandidieren, kündigte die neugewählte CDU-Vorsitzende Kramp-Karrenbauer an, Friedrich Merz mit einer einvernehmlichen Lösung in die Arbeit der CDU-Führung einzubinden.

Das neugewählte CDU-Präsidium traf sich am Montagvormittag zu seiner konstituierende Sitzung. Mögliche politische Aufgaben für Merz sollten laut Teilnehmern ein Thema der Sitzung sein. (reuters/nh)

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