Festung Breitscheidplatz: Frohe Weihnachten mit Schwerlast-Metallpollern, Stahlgitterkörben und Stahlsockeln

Epoch Times23. November 2018 Aktualisiert: 23. November 2018 11:26
Heuer werden neue Sicherheitsmaßnahmen auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz getestet. "Der Traditions-Weihnachtsmarkt ist gut geschützt," so Polizeioberrat Sascha Eisengräber.

Auf einer Spur rollten die Autos am Donnerstag langsam an den Aufbauarbeiten des Weihnachtsmarktes am Breitscheidplatz entlang – vorbei an Pollern und zahlreichen mit Sand befüllten Gitterkörben.

In einem Pilotprojekt werden in diesem Jahr neue Sicherheitsmaßnahmen auf dem Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche getestet – zwei Jahre nachdem der Attentäter Anis Amri hier einen Lastwagen in die Menschenmenge gesteuert, zwölf Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt hatte.

„Der Traditions-Weihnachtsmarkt ist gut geschützt,“ sagte Polizeioberrat Sascha Eisengräber, stellvertretender Leiter des verantwortlichen Polizeiabschnitts 25, auf einer Pressekonferenz.

Ich freue mich natürlich darüber, dass dieses Pilotprojekt der Senatsverwaltung für Inneres hier auf dem Breitscheidplatz stattfindet. Es ist der erste Platz auf dem getestet und probiert wird, mit welchen technischen Sperrmitteln man öffentliche Räume sicher machen kann.“

Der Berliner Polizei lägen aber keine Erkenntnisse über eine konkrete Gefährdung des Weihnachtsmarktes vor, der bereits zum 35. Mal über die Bühne geht. Eisengräber bestätigte: das Überfahrschutzkonzept eines Ausrüsters temporärer Sperrmittel werde erstmals in der Bundeshauptstadt getestet. Für alle weiteren Informationen zu den eingeleiteten Maßnahmen und deren Kosten verwies er auf die zuständige Senatsverwaltung.

Auf der Internetseite der Senatsverwaltung heißt es dazu: das Pilotprojekt setze auf aufeinander abgestimmte Sperrtypen, darunter „mobile Schwerlast-Metallpoller, Stahlgitterkörbe mit sandgefüllten Bigbags und Stahlsockel mit Beton.“ Die an den Vorbereitungen beteiligten Personen lobten die Zusammenarbeit zwischen Behörden und Organisatoren als „sehr konstruktiv“.

„Wie in Abrahams Schoß“

Schausteller Peter Müller war von Anfang an am Breitscheidplatz dabei, auch den Anschlag 2016 hat er miterlebt. Er nannte die Eindrücke von damals „bedrückend und bestürzend“. Sein subjektives Sicherheitsgefühl beschrieb er im Interview mit Reuters als „riesig“, man fühle sich „wie in Abrahams Schoß.“

Am 19. Dezember, dem Jahrestag des Anschlags, findet ein Gedenkgottesdienst statt. Der Markt bleibt derweil geöffnet.

Martin Germer, Pfarrer der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, hatte sich vor rund sechs Wochen mit Angehörigen der Opfer des Anschlags getroffen. „Da war jemand dabei, der heuer am Gedenktag zum ersten Mal auf den Breitscheidplatz geht – also nach fast zwei Jahren.“ Es gebe auch Hinterbliebene, die nie wieder zum Breitscheidplatz kommen möchten, so der Pfarrer.

Eine Million Besucher erwartet

Sicherheit und Gedenken stehen für die meisten der rund eine Million erwarteten Besucher nicht im Fokus. Die meisten von ihnen kommen, um im Advent vor-weihnachtliche Stimmung zu genießen. Dazu laden rund 170 Verkaufsstände mit festlicher Dekoration und Beleuchtung ein.

Wenige Tage vor der offiziellen Eröffnung am Montag durch Berlins Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) liefen die Vorbereitungen rund um den 20 Meter hohen und mit etwa 8.000 roten und goldenen Kugeln geschmückten Weihnachtsbaum auf Hochtouren. Zu Silvester können die Besucher des Weihnachtsmarktes dann auch mehrere Feuerwerke beobachten.

Der Weihnachtsmarkt dauert bis zum 6. Januar. In dieser Zeit – inklusive den Abbautagen – kann es zu Verkehrsbeeinträchtigungen kommen. (reuters)

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