Gauland: Viele Menschen wollen eine „bürgerliche Mehrheit“ – AfD bereit zur Koalition mit der CDU

Epoch Times2. September 2019 Aktualisiert: 2. September 2019 9:32
"Weil die Anderen in wichtigen Fragen völlig versagt haben" sei die AfD gewählt wurden, sagt Alexander Gauland. Der AfD-Chef hofft, dass die CDU-Basis ein Regierungsbündnis mit den Grünen nicht akzeptieren werde. Dann werde die Frage auftauchen, ob es nicht besser sei, mit der AfD zu reden. 

Die Wahlerfolge der AfD in Brandenburg und Sachsen haben nach Ansicht von AfD-Chef Alexander Gauland den Kurs der Partei bestätigt. „Ich wüsste nicht, was wir anders machen sollten – wir sind auf der Erfolgsstraße“, sagte Gauland am Montag im ARD-„Morgenmagazin“. Er machte zugleich deutlich, dass die AfD auf Dauer Verantwortung übernehmen müsse.

„Mit Protest beginnt es, dann müssen Inhalte produziert werden“, sagte Gauland. Die AfD sei jetzt gewählt worden, „weil die Anderen in wichtigen Fragen völlig versagt haben“.

Mit Blick auf die Regierungsbildung in Sachsen zeigte er sich grundsätzlich offen für eine Zusammenarbeit mit der CDU. Viele Menschen wollten eine „bürgerliche Mehrheit“, dafür stehe die AfD zur Verfügung. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) schließt aber eine Regierungsbeteiligung mit der AfD aus. Als denkbar gilt in Sachsen stattdessen nun ein Bündnis aus CDU, SPD und Grünen.

Gauland sagte dazu, er setze darauf, dass die CDU-Basis ein Regierungsbündnis mit den Grünen nicht akzeptieren werde. Dann werde die Frage auftauchen, ob es nicht besser sei, mit der AfD zu reden.

In Brandenburg ist die AfD nach der Wahl vom Sonntag nach den Worten Gaulands „die bürgerliche Oppositionspartei“. Die CDU sei dort praktisch marginalisiert.

AfD: wir verschieben den „Diskurs nicht nach rechts, sondern zur Vernunft hin“

„Das ist heute das Ergebnis und über das Ergebnis freue ich mich“, sagte Gauland zum Ausgang der Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg dem Fernsehsender phoenix. Laut Gauland habe die AfD das Land sehr verändert und „vieles, was nicht mehr sagbar war, sagbar gemacht. Wir haben Einfluss aus der Opposition heraus, und wir werden jetzt in Brandenburg, wo die CDU völlig versagt hat, die nationalkonservative, bürgerliche Partei werden. Wir verschieben den Diskurs nicht nach rechts, sondern zur Vernunft hin.“

Die AfD war bei den Landtagswahlen am Sonntag in den beiden ostdeutschen Ländern mit massiven Zugewinnen jeweils zweitstärkste Kraft geworden. Die anderen Parteien schließen aber eine Zusammenarbeit mit der Partei aus. In Brandenburg kam die AfD auf 23,5 Prozent, in Sachsen erzielte sie mit 27,5 Prozent ihr bislang bestes Resultat bei einer Landtagswahl. (afp)

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