12. September 2021: Jounalisten verfolgen im Pressebereich des ZDF-Fernsehstudios in Berlin das TV-Triell der Kanzlerkandidaten Olaf Scholz (SPD), Annalena Baerbock (Co-Vorsitzende der Grünen) und Armin Laschet (CDU-Vorsitzender) im Kampf um die Nachfolge von Bundeskanzlerin Angela Merkel.Foto: Omer Messinger/Getty Images

„Mit klebrigen Herzwärmstorys“ – Baerbock als sympathische Zuckerstreuerin?

Von 13. September 2021 Aktualisiert: 13. September 2021 23:09
Am 26. September wird gewählt. Der Kampf der Kanzlerkandidaten von Union, SPD und Grünen wird härter und offenbart dadurch auch die eine oder andere Sicht auf die Bewerber um die Nachfolge von Angela Merkel.

Nur noch zwei Wochen sind es bis zur Bundestagswahl und im TV kämpfen die Kanzlerkandidaten um finale Stimmen für sich und ihre Partei. Ebenso gehen die Kandidaten Armin Laschet (CDU), Scholz und Baerbock miteinander hart ins Gericht, wie etwa im zweiten TV-Triell des ZDF am Sonntag zur besten Sendezeit um 20:15 Uhr.

Blitzumfrage: Scholz besser und doch weniger?

Wie die Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF am Sonntagabend im Verlauf einer telefonischen Blitzumfrage unter den Zuschauern des TV-Triells herausfand, sahen 32 Prozent der 753 befragten Zuschauer den SPD-Kandidaten als ihren Favoriten an, gefolgt von 26 Prozent für Annalena Baerbock von den Grünen und 20 Prozent für Armin Laschet. 21 Prozent empfanden keinen Unterschied im Auftreten der Kandidaten.

Offenbar konnte sich Scholz den Umfrageergebnissen nach durch die Sendung in der Gunst der Befragten steigern. 27 Prozent fanden, dass er sich besser geschlagen habe als erwartet, während 15 Prozent eher in ihren Erwartungen enttäuscht wurden. Allerdings ergab die Umfrage auch, dass Scholz vor dem Triell 55 Prozent Zuspruch zur Kanzlerschaft hatte und nach der Sendung nur noch 46 Prozent. Damit lag der SPD-Kandidat aber immer noch vor seinen Rivalen.

Unionskandidat Armin Laschet konnte aus dieser Sicht Boden gutmachen und verbesserte sich in der Kanzlerfrage von 19 auf 28 Prozent. Bei ihm fanden 35 Prozent, eine Steigerung gegenüber zwölf Prozent, dass er sich schlechter als erwartet geschlagen habe. Frau Baerbock blieb in der Kanzlerfrage nahezu stabil bei 20 Prozent (davor 19), obwohl 53 Prozent ihr Auftreten besser als erwartet fanden und nur acht Prozent es als schwächer werteten.

Diese nach dem Triell in der Sendung ZDF-„heute journal“ veröffentlichte Momentaufnahme der Stimmung der TV-Zuschauer wird jedoch als nicht repräsentativ für die Bundestagswahlen an sich gewertet.

Gesalzene Preise mit Zuckerguss?

Auch in einer von Infratest dimap gemachten Blitzumfrage nach der Sendung lag Olaf Scholz vorne. Hier fanden die Befragten in noch größerem Maße den SPD-Mann überzeugend. 41 Prozent voteten für ihn als Kanzler-Bewerber. Bei den anderen beiden Kandidaten gab es aber eine veränderte Reihenfolge gegenüber der ZDF-Umfrage. Hier lag Armin Laschet mit 27 Prozent auf dem zweiten Platz vor Annalena Baerbock (25 Prozent).

Obwohl die Grünen-Kandidatin auf dem dritten Platz lag, schrieben ihr die Befragten aber den sympathischsten Auftritt zu: 39 Prozent vor den beiden Männern Olaf Scholz (34 Prozent) und Armin Laschet (18 Prozent). Zudem trauten die Befragten Frau Baerbock mehr Tatkraft zu als ihren Mitbewerbern. 41 Prozent empfanden die Grünen-Co-Chefin hier herausragend, gegenüber Olaf Scholz (28 Prozent) und Armin Laschet (25 Prozent).

Möglicherweise punktete Baerbocks Strategie, die die „Zeit“ in einer Analyse als „mit klebrigen Herzwärmstorys“ übergossene Programmpunkte und „Kitschbilder“ beschrieb.

Beim letzten Triell waren es arme Kinder ohne Schultüte und die Kinder in Afghanistan. Diesmal die Oma, deren Rente nicht für das Geburtstagsgeschenk der Enkelin reicht. Solche Kitschbilder braucht nur, wer seinen Themen wenig zutraut“, so die „Zeit“.

Bei einem der wichtigsten Themen hatte die Moderatorin demnach direkt nachgebohrt, doch keiner wollte es offenbar aussprechen – auch Annalena Baerbock nicht: Klimaschutz wird richtig teuer. Stattdessen habe die Grünen-Kandidatin ihre beiden Mitbewerber versucht, als „Ancien Régime“ abzustempeln.

Was entscheidet die Zukunft?

Armin Laschet machte deutlich, dass die Union „um Platz 1“ kämpfe, Demokraten aber nach der Wahl miteinander reden müssten. Scholz konnte sich erneut nicht eindeutig gegen ein Bündnis mit den Linken festlegen und Annalena Baerbock glaubt, dass Deutschland für einen Aufbruch die „Grünen in führender Rolle“ bräuchte.

Auch sie meinte, dass nach der Wahl alle demokratischen Parteien miteinander reden müssten. Im Gegensatz zu Laschet schloss Baerbock hierbei jedoch die Linke mit ein, warnte jedoch gleichzeitig davor, diese mit der AfD gleichzusetzen, was „brandgefährlich“ sei, so die Grünen-Kandidatin.

Ähnlich spannend wie beim TV-Triell der Kanzlerkandidaten dürfte es dann auch am Montagabend zur selben Zeit in der ARD zugehen, wenn sich die Spitzenkandidaten der derzeitigen Oppositionsparteien sowie der CSU gegenüberstehen: Christian Lindner (FDP), Alice Weidel (AfD), Janine Wissler (Linke) und Alexander Dobrindt (CSU) werden erklären, für welche Programme sie stehen und was sie von möglichen Koalitionen halten.



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