Marx-Event in Trierer Konstantinbasilika – Opfervertreter rausgeworfen – Stille Proteste bis zum Kerzenschein

Epoch Times6. May 2018 Aktualisiert: 7. Mai 2018 9:19
Hohe Gäste aus Politik und Kirche feierten mit einem großen Festakt Karl Marx, den Gründer des atheistischen Kults Kommunismus. Mit Protesten, Schweigemarsch und einer Mahnwache gedachten Bürger auf den Straßen der Opfer kommunistischer Regime in Vergangenheit und Gegenwart.

Trier, Freitag, 4. Mai: Es ist der Vorabend vom Tag der Enthüllung der Marx-Statue. Sie ist ein Geschenk des kommunistischen Regimes in China an die Geburtsstadt des Ur-Vaters der Kommunisten.

In der Konstantinbasilika sitzen an die 1.000 geladene Gäste, um in einem großen Festakt des 200. Geburtstags von Karl Marx zu gedenken, unter ihnen viele Persönlichkeiten aus Politik und Kirche.

Proteste gegen den Kommunismus vor der Tür

Vor den Mauern der Basilika steht eine stille Mahnwache von Falun Gong-Praktizierenden, der buddhistischen Kultivierungsschule, die seit 1999 in China brutal verfolgt wird. Sie erinnern an Unterdrückung, Folter, Tod und die Verneinung ihrer Prinzipien Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Nachsicht. Sie bitten um Unterschriften gegen den staatlich organisierten Organraub in China, dessen Hauptopfer die Anhänger von Falun Gong sind.

Auch ein junger Mann steht hier vor der Basilika, allein, ein Schild hoch haltend, auf dem er fordert: „Weg mit dem Schandmal des Materialismus“. Als ein Epoch Times-Reporter ihn gerade zu seinen Beweggründen interviewt, wird es laut im Hintergrund.

Ein älterer Herr wird aus der Basilika herausgeführt: „Lassen Sie mich los!“, beschwert er sich bei den Männern im schwarzen Anzug.

Als sie ihn endlich gehen lassen, kann unser Reporter ihn um ein kurzes Statement bitten und erfährt, dass der Mann in der DDR für eineinhalb Jahre politisch inhaftiert war, wegen kirchlicher Friedensarbeit. Den Tränen nahe sprach er von einem Skandal,

dass hier in der Kirche Karl Marx geehrt wird, der 100 Millionen Menschen auf dem Gewissen hat.“

„Die ideologische Grundlage für unzählige Verbrechen“

Eine Reporterin der Epoch Times konnte am nächsten Tag nach dem Schweigemarsch mit dem AfD-Bundestagsabgeordneten Petr Bystron sprechen, der 1987 als 15-Jähriger mit seinen Eltern aus dem damals noch kommunistischen Tschechien in die Bundesrepublik geflohen war.

Sie erfuhr, dass er damals wegen des Vertriebs von verbotenen Musikkassetten verhaftet, von Befehlsempfängern der kommunistischen Partei zusammengeschlagen und aus der Schule geworfen wurde. Damit war seine Zukunft in der damaligen Tschechoslowakei aussichtslos.

Der Abgeordnete erzählte, dass er vor 30 Jahren gerade vor solchen Leuten – dabei weist er auf die Rote-Fahnen-Schwinger der Deutschen Kommunistischen Partei im Hintergrund hin – geflohen ist.

Ich hätte mir nie träumen lassen, als wir geflüchtet sind, dass ich heute hier stehen werde, im Jahr 2018, mitten in Westdeutschland, mitten in der Europäischen Union und dem beiwohnen muss, dass hier eine Statue für Marx enthüllt wird.“

(Petr Bystron, MdB, AfD)

Bystron, der von 2006 bis 2013 Mitglied der FDP war und dann in die AfD wechselte, ist erschüttert, dass hier für jemanden eine Statue enthüllt wird, der „die ideologische Grundlage für unzählige Verbrechen im Namen des Kommunismus geliefert hat“.

Wieder deutet Bystron auf die Rote-Fahnen-Schwinger und mahnt: „Sie sehen, wer da dafür ist“ und nennt sie Kommunisten, die Linke und Linksextremisten, „mit ihren Parolen aus den 30er-Jahren, mit ihrer Ideologie aus dem 19. Jahrhundert …“

Verhöhnung der Opfer

Das wirklich Entsetzliche sei aber, dass Seite an Seite mit den Linksextremisten die Politiker der Altparteien stünden, der SPD, der Grünen, der CDU, und Reden auf Karl Marx hielten: „Das ist eine Verhöhnung aller Opfer des Kommunismus“, so der Bundestagsabgeordnete.

Wir werden diese marxistische Ideologie bekämpfen, wo es nur geht und wir versprechen, wir werden mit diesem links-grünen Establishment richtig aufräumen.“

(Petr Bystron, MdB)

Bystron sprach auch noch den Rauswurf des älteren Herrn aus der Basilika an, als gerade EU-Chef Juncker am Redepult stand. „Das war doch ein Vertreter der Opfer!“ Daran sehe man, wie die Europäische Union mit diesem Thema umgehe: Die schicke ihren obersten Repräsentanten, damit dieser dem Marx huldige und die Organisatoren hätten sogar noch jemanden rausgeschmissen, der ein Opfer des Kommunismus war, weil dieser eine dem System unbequeme Frage stellen wollte.

Die Folgen von Marx‘ Ideen

Den Kreis schließend sprach die Epoch Times dann mit dem Versammlungsleiter der Falun-Gong-Demonstration auf dem Platz bei der Porta Nigra über die Gründe für den ungewöhnlichen Protest, bestehend aus Meditation und Information über einen Organraub an Falun Gong-Praktizierenden in China: Mit „Ausgeschlachtet – Organe auf Bestellung“ wurde da auf Plakaten auf eine 3sat-Dokumentation zum Thema hingewiesen.

Das Anliegen der still Protestierenden hatte weniger mit Marx selbst als mit den Folgen seiner Ideologie und den von der Stadt Trier eingeladenen Vertretern Chinas zu tun: dem chinesischen Botschafter, einem Minister samt Gefolge und den Funktionären der chinesischen Partnerstadt Xiamen.

Ihnen, den chinesischen Touristen und allen Interessierten sollte gezeigt werden, was tatsächlich in China passiert, jener letzten großen Bastion des staatlichen Kommunismus.

Bis in die Dunkelheit hielten die Praktizierenden von Falun Gong durch. Still saßen sie mit Kerzen und meditierten zu einer sanften chinesischen Melodie. (sm)

 

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