„Eine Mutter warf ihr Baby aus dem 10. Stock“ – Augenzeugen über Londoner Großbrand + Videos

Epoch Times14. Juni 2017 Aktualisiert: 15. Juni 2017 5:57
In London ging heute Nacht ein Hochhaus in Flammen auf – innerhalb von Minuten. Schuld daran waren ein defekter Kühlschrank und eklatante Sicherheitsmängel.

Bei dem Großbrand in einem Londoner Hochhaus sind nach jüngsten Angaben mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen. Die Opferzahl könne sich aber weiter erhöhen, da mehrere Bewohner noch vermisst würden, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. 74 Menschen wurden verletzt, einige davon sind noch in Lebensgefahr.

Der Brand war heute Nacht kurz vor 1 Uhr ausgebrochen. Die Feuerwehr war innerhalb von sechs Minuten zur Stelle. Doch weil die Fassade des Wohnblocks brennbares Material enthielt, brannte sie innerhalb kürzester Zeit lichterloh.

Achtung: Dieses Handy-Video zeigt das brennende Haus.

https://www.youtube.com/watch?v=xtKWA3vCvEE

„Wir konnten nichts tun. Ich habe viele Leute gesehen, die mit Laken am Fenster standen. Meine Freunde haben beobachtet, wie Menschen weit oben aus den Fenstern gesprungen sind“, sagte eine Augenzeugin laut „Spiegel Online“.

Treppenhaus war die einzige Rettung

Ein Bewohner beschrieb der BBC:

„In dem Haus war das Treppenhaus der einzige Fluchtweg – alte Menschen, Kinder, Behinderte, alle versuchten sich gleichzeitig zu retten. Das Treppenhaus war voller Qualm und dunkel, Lichter waren ausgefallen, es war voller Stolperfallen und Dingen, die herumstanden.“

Angesichts dessen sei es ein Wunder, dass er und seine Familie überlebt haben.

Es seien viele Menschen eingeschlossen geblieben und würden nach wie vor vermisst.

„Es war einfach schrecklich. Menschen sprangen nach draußen. Es gab einen Mann, der seine drei Kinder rauswarf“, so der Bewohner. Ob die Kinder überlebten, ist nicht bekannt.

Eine Frau warf ihr Baby aus dem zehnten Stock

Eine Anwohnerin berichtet gegenüber AP, dass eine verzweifelte Mutter ihr Baby aus dem 9. oder 10. Stock warf. Sie zeigte mit Gesten, dass sie ihr Baby werfen würde und ob es jemand auffangen könnte. „Und ein Mann rannte vor und schaffte es, das Baby zu fangen.“ Ob die Mutter überlebte, ist unbekannt.

Was löste das Feuer aus?

Augenzeugen sagen, dass ein völlig fertiger Bewohner erklärte, sein defekter Kühlschrank habe das Inferno ausgelöst. Er habe sofort die Feuerwehr verständigt, die ihm versichert habe, in wenigen Minuten sei alles unter Kontrolle. Wie alle anderen Augenzeugen sei er sprachlos gewesen, wie schnell sich der Brand ausbreitete. AP berichtete.

200 Feuerwehrleute und 40 Löschfahrzeuge waren im Einsatz. 65 Menschen konnten von der Feuerwehr aus dem Gebäude gerettet werden. Der Brand wurde bis in die Abendstunden gelöscht. Ob noch Überlebende gefunden werden, ist fraglich. Bis zu 600 Menschen könnten sich in dem Haus aufgehalten haben. Wegen des Ramadans waren es möglicherweise weniger, berichtete RT.

Politisches Nachspiel?

Um die Sicherheit in den Sozialwohnungen, in denen überwiegend die muslimische Einwanderer-Community wohnte, hatte sich jahrelang weder Politik noch Wohnungsverwaltung geschert. Das kam durch Medienberichte heraus.

Jahrelang hatte es nicht mal Informationstafeln gegeben, wie man sich im Fall eines Brandes verhalten sollte. Erst im März 2017 waren diese angebracht worden.

Ein Bewohner des Hauses sagte zum Guardian:

Es gab keine Feueralarmanlagen auf den Korridoren, keine Sprinkler. Nichts. Es gab nur Rauchmelder in den Wohnungen und auch die gingen nicht an.“ (Einwohner)

Mays Minister wusste Bescheid

Theresa Mays Ex-Wohnungsbauminister Gavin Barwell hatte seit Jahren über die verheerende Sicherheitslage im Grenfell Tower Bescheid gewusst und nichts unternommen: Schon 2009 gab es in London einen Hausbrand mit sechs Toten. Barwell versprach daraufhin, die Sicherheitsstandards zu ändern, doch das geschah nicht.

Damals war festgestellt worden, dass in Großbritannien 4.000 Hochhäuser mangelhaft gegen Feuer ausgerüstet sind, weil ihnen Sprinkler-Anlagen fehlen – so auch im Grenfell Tower.

Das Haus war 1974 erbaut und von 2014 bis 2016 saniert worden. Die Baufirma Rydon, die für die Sanierung zuständig war, reagierte auf die Katastrophe schockiert: Alle erforderlichen Sicherheitsstandards seien eingehalten worden, so die Firma laut „Spiegel“.

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