Clinton-E-Mail-Affäre: Abgeordneter zweifelt an Schlußfolgerungen zu Chinas Beteiligung

Von 19. August 2019 Aktualisiert: 19. August 2019 12:29
Dem republikanischen US-Abgeordneten Louie Gohmert gibt es noch zu viele Ungereimtheiten bei der Bewertung der Fakten rund um den Clinton-E-Mail-Skandal.

Louie Gohmert, republikanischer Abgeordneter aus Texas, ist nicht von den Schlussfolgerungen einer Senatsuntersuchung überzeugt. Es ging dabei um Berichte, dass China Zugang zu praktisch jeder E-Mail erhalten hat, die Hillary Clinton gesendet und empfangen hat. Sie hat während ihrer Amtszeit als Außenministerin einen nicht autorisierten und nicht nach den Regularien gesicherten E-Mail-Server verwendet.

Die Generalinspekteure des Justizministeriums und der Nachrichtendienste haben am 14. August Dokumente des Senatsfinanzausschusses veröffentlicht. Der Report besagt, dass sie keinen Beweis fanden, dass eine von Paul Combetta – ein privater Techniker der an dem Clinton-Server arbeitete – erstellte Gmail-Adresse mit einer chinesischen Firma gleichen Namens verknüpft war.

Combetta soll 2012 „[email protected]“ eingerichtet und Anfang 2014 genutzt haben, um die archivierten E-Mails von Clinton von einem Laptop auf den Platte River Networks-Server zu übertragen. Er gehörte zu mehreren Personen, denen während der Clinton-E-Mail-Untersuchung des FBI 2015-2016 Immunität gewährt wurde.

Der Ermittler des Nachrichtendienste-Inspekteurs (ICIG), Frank Rucker, entdeckte, dass die E-Mail-Adresse „[email protected]“ alle bis auf vier der 30.490 Clinton-E-Mails erhielt, die er überprüft hatte. Rucker informierte das FBI über die Anomalie Anfang 2016. Rucker führte eine Suche nach Carter Heavy Industries bei Google durch und fand eine chinesische Firma namens Shandong Carter Heavy Industry Co. Ltd.

Die Generalinspekteure berichteten in den neu freigegebenen Dokumenten, dass das FBI keine Beweise dafür gefunden hatte, dass Combetta eine Verbindung zu Shandong Carter hatte.

„Basierend auf den neuen Informationen aus dem Senatsbericht ist es immer noch unklar, ob Combetta nur ein immunisierter Sündenbock für ehemalige FBI-Führer oder andere Clinton-Vertuschungskünstler ist, oder ob China oder eine andere Entität alle bis auf vier von Hillary Clintons über 30.000 E-Mails erhalten hat“, sagte Gohmert der Epoch Times.

 

E-Mail-Konto hat verdachterregenden Namen

„Es ist traurig, dass die Glaubwürdigkeit des FBI in den letzten Jahren so stark kompromittiert wurde, aber das FBI muss sofort alle Unterlagen freigeben, die ihre Behauptungen belegen, dass es [wirklich] Combetta war, der die Gmail-Adresse erstellt und nach einer chinesischen Firma benannt hat, die sich im Hacking-Trainingszentrum Chinas befindet.“

Die Senatsuntersuchung zu dieser Angelegenheit, die von Senator Chuck Grassley (R-Iowa) geleitet wurde, wurde durch Medienberichte ausgelöst, die behaupteten, dass eine Anomalie in den Metadaten von Clintons E-Mails darauf hindeuteten, dass China Echtzeitzugriff auf ihre E-Mails hatte.

Die neu freigegebenen Dokumente bestätigten viele Details dieser Medienberichte, darunter die Tatsache, dass ICIG-Ermittler Rucker die Anomalie entdeckt und den Hinweis an das FBI übergeben hatte.

Wurde den Spuren nachgegangen?

Die republikanischen Abgeordneten Mark Meadows und Gohmert haben zuvor angedeutet, dass das FBI die Informationen ignoriert hat.

Mitarbeiter der Ermittler aus den Büros der Senatoren Grassley und Ron Johnson befragten Rucker und ICIG-Anwältin Jeanette McMillian im Dezember letzten Jahres. Rucker und McMillian erzählten den Ermittlern, dass „[email protected]“ als Empfänger auf allen bis auf vier der von ihnen überprüften E-Mails erschien. Dies deutet darauf hin, dass das Gmail-Konto eine „Live-Drop-Box“ für die Nachrichten war, die Clinton gesendet und empfangen hatte.

Die vom Grassley-Komitee veröffentlichten Dokumente enthüllten zum ersten Mal, dass die Gmail-Adresse das „Dummy-E-Mail“-Konto war, mit dem Combetta 2014 ein Archiv von Clintons E-Mails an den Platte River Networks-Server transferierte. DOJ-Generalinspektor Michael Horowitz beschrieb Combettas Verwendung des „Dummy-E-Mail“-Kontos im Abschlussbericht des FBI und des DOJs über die Handhabung der im Juni 2018 veröffentlichten Clinton-E-Mail-Untersuchung.

Horowitz‘ 568-seitiger Bericht enthüllte nicht, dass die E-Mail ein Gmail-Konto war oder den Namen Carter Heavy Industries. Weder der Bericht noch die neu freigegebenen Dokumente beschreiben die Bemühungen des FBI, festzustellen, ob jemand anderes Zugang zu „[email protected]“ hatte oder was Combetta zwischen 2012 und 2016 mit dem Konto gemacht hat.

In einer Fußnote in den neu veröffentlichten Dokumenten heißt es: „Die Geschäftsunterlagen zeigen, dass das Konto von einem Teilnehmer erstellt wurde, dessen Telefonnummer auf Combetta registriert war“.

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Wieso hatte der Techniker weiter Zugriff auf die geheimen E-Mails?

Darin heißt es auch, dass „die Kontoanmeldungen in den Jahren 2015 und 2016 von einer IP-Adresse erfolgten, die mit dem Standort verbunden waren, an dem Combetta lebte und per Fernzugriff arbeitete“. Es ist unklar, warum Combetta auf das Dummy-E-Mail-Konto zugriff, nachdem er es für die Übertragung des Archivs verwendet hatte.

Bemerkenswert ist, dass das FBI Hunderte von E-Mails entdeckte, von denen einige als geheim eingestuft waren sich im Juni 2016 noch immer im Gmail-Konto befanden, Wochen bevor das FBI die Untersuchung beendete und Clinton entlastete.

Das FBI hatte einen Durchsuchungsbefehl für das Gmail-Konto erhalten, aber der Generalinspektor hat nicht klar angegeben, ob jemand außer Combetta auf das Konto zugegriffen hatte. Darüber hinaus sagte Monica Hanley, die Clinton-Assistentin, die Combetta das E-Mail-Archiv auf einem Laptop übergab, dem FBI, dass sie sich nicht daran erinnere, wo sie einen USB-Stick mit einer Kopie des Archivs ablegte.

Der ehemalige Generalinspektor der Nachrichtendienste, Charles McCullough, hat gesagt, dass einige der E-Mails auf Clintons Server auf einem so hohen Geheimhaltungs-Niveau waren, dass selbst Mitglieder des Kongresses nicht über den Inhalt informiert werden durften.

„Es bleiben zu viele offene Fragen, und viel zu viele Beteiligte waren „weniger als offen“ oder haben gelogen“, sagte Gohmert.

Das Original erschien in The Epoch Times (USA) (deutsche Bearbeitung von al)
Originalartikel: Gohmert Doubts Investigators’ Conclusion on China’s Alleged Involvement in Clinton Email Scandal