Iran droht mit Ausweisung des britischen Botschafters – London bestellt iranischen Botschafter ein

Epoch Times13. Januar 2020 Aktualisiert: 13. Januar 2020 22:32
Diplomatischer Schlagabtausch zwischen dem Iran und Großbritannien. Der Iran droht mit der Ausweisung des britischen Botschafters wegen Einmischung, Großbritannien verlangt vom iranischen Botschafter eine feste Zusage, dass sich ein Ereignis wie die Verhaftung des britischen Botschafters nicht mehr wiederholt.

Nach der kurzzeitigen Festnahme des britischen Botschafters Rob Macaire in Teheran hat die iranische Regierung mit dessen Ausweisung gedroht. Das iranische Außenministerium rief die britische Botschaft in einer Erklärung am Montagabend zu einer „sofortigen Beendigung jeglicher Einmischung und Provokation“ auf. Andernfalls werde es die iranische Regierung nicht dabei belassen, Botschafter Macaire einzubestellen. Das iranische Volk dulde kein Eingreifen aus dem Ausland, insbesondere von Staaten mit einer „kolonialistischen“ Vergangenheit.

Die iranischen Behörden hatten Macaire am Samstag kurzzeitig in Gewahrsam genommen und ihm vorgeworfen, sich an illegalen Protesten beteiligt und diese provoziert zu haben. Macaire wies die Vorwürfe zurück. Vielmehr sei er zu einer Trauerwache für die Opfer des abgeschossenen ukrainischen Flugzeugs gegangen und habe diese verlassen, als dort regierungskritische Rufe laut geworden seien.

Iranischer Botschafter einbestellt

Das britische Außenministerium bestellte am Montag seinerseits den iranischen Botschafter ein, um gegen die vorübergehende Festsetzung Macaires zu protestieren. Dem Botschafter sollten die „schweren Einwände“ gegen diese Maßnahme vorgetragen werden, die einen „nicht hinnehmbaren Bruch“ der diplomatischen Gepflogenheiten darstellten, teilte das Amt von Premierminister Boris Johnson mit. Botschafter Hamid Baeidinedschad sollte versichern, dass so etwas nicht wieder vorkomme.

Nach dem Bekenntnis des Iran zum versehentlichen Abschuss eines ukrainischen Passagierflugzeugs hatte es in Teheran am Samstagabend Proteste gegen die Regierung gegeben. Mehrere hundert Menschen versammelten sich an der Amir-Kabir-Universität, um der 176 Toten zu gedenken.(afp)

 

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