Audi-Motorsportchef Gass: Sind nicht der Totengräber der DTM

Epoch Times9. Mai 2020 Aktualisiert: 9. Mai 2020 14:33
Audi-Motorsportchef Dieter Gass empfindet die Kritik an seiner Marke nach dem angekündigten Ausstieg aus der DTM als unfair. An eine Zukunft der Rennserie glaubt der 57-Jährige eher nicht.

Audi-Motorsportchef Dieter Gass hat die Kritik nach dem angekündigten Ausstieg der Volkswagentochter aus dem Deutschen Tourenwagen-Masters (DTM) zurückgewiesen.

„Uns vorzuhalten, dass wir der Totengräber der DTM seien, finde ich ziemlich unfair. Wenn Audi nicht gewesen wäre, wäre die DTM schon viel früher beendet worden“, sagte Gass im Interview bei „Motorsport-Magazin.com“. Audi hatte vor knapp zwei Wochen seinen Rückzug aus der Tourenwagenserie zum Ende der Saison bekanntgegeben.

Der 57-Jährige hatte einen schleichenden Tod der Rennserie schon nach dem Ausstieg von Mercedes nach der Saison 2018 befürchtet. Es sei klar gewesen, dass die DTM mit nur zwei Herstellern – neben Audi ist noch BMW am Start – nicht funktionieren würde. Den zwischenzeitlichen Einstieg von Aston Martin in der vergangenen Saison bezeichnet er als „Lückenfüller“. Man könne darüber diskutieren, inwiefern das erfolgreich war und ob sie durch ihren Ausstieg der Totengräber wären.

Dagegen sieht der Motorsportchef seine Marke als den Hersteller an, der „die DTM in den letzten Jahren am meisten gepusht hat. Wir waren die Ersten, die ein Kundenteam an den Start gebracht haben. Und die einzige Marke, die für 2020 ein neuntes Auto bringt, um wieder das Starterfeld aufzufüllen“, sagte Gass.

Der Motorsportchef setzt den Ausstieg aus der Tourenwagen-Serie aber nicht mit einem kompletten Abschied vom Motorsport mit Verbrennungsmotoren gleich. „Wir arbeiten an einer neuen Strategie“, kündigte Gass an. „Es wäre zum jetzigen Zeitpunkt aber zu früh, detailliert über einzelne Rennserien zu sprechen.“

Zuvor hofft Gass, der seit drei Jahren den Motorsport der Marke mit den vier Ringen anführt, noch auf einige Rennen in der DTM-Saison, die am 12. Juli auf dem Norisring ohne Zuschauer beginnen soll. „Wenn es 2020 die Rennserie DTM gibt, wollen wir auf alle Fälle dieses Projekt zu einem erfolgreichen Abschluss bringen. Wenn möglich mit der Titelverteidigung, das ist unser Ziel“, meinte Gass. Die letzte Saison hatte Audi-Pilot René Rast vorzeitig entschieden. Auch der Hersteller-Titel ging nach Ingolstadt.

Skeptisch und zugleich wehmütig blickt Gass in die Zukunft der Rennserie: „Ich würde mir gern wünschen, dass es weitergeht. Ich finde nach wie vor, dass in der DTM erstklassiger Motorsport geboten wird. Aber es wird mit Sicherheit sehr, sehr schwierig.“ (dpa)

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