Castoro 10 beim Bau von Nord Stream 2Foto: über dts Nachrichtenagentur

Moskau geht von der Fertigstellung von Nord Stream 2 aus

Epoch Times14. Februar 2021 Aktualisiert: 14. Februar 2021 18:02

Russland hat eine Fertigstellung der umstrittenen Ostseepipeline Nord Stream 2 trotz US-Sanktionen erneut bekräftigt.

„Wir sind überzeugt, dass sie (die Leitung) ungeachtet des destruktiven Vorgehens, das wir vonseiten der Vereinigten Staaten von Amerika beobachten und das natürlich die Realisierung dieses Projekts hemmt, fertig gebaut wird“, sagte der russische Vize-Regierungschef Alexander Nowak im Staatsfernsehen. Das milliardenschwere deutsch-russische Gasprojekt sei mittlerweile zu 95 Prozent fertig und im Interesse europäischer Staaten und europäischer Unternehmen.

Vor rund einer Woche hatte die Nord Stream 2 AG südlich der dänischen Insel Bornholm wieder mit dem Verlegen von Rohren begonnen. Der Bau hatte zuvor ein Jahr geruht, nachdem Sanktionsdrohungen aus den USA Ende 2019 zum Abzug von Spezialschiffen einer Schweizer Firma geführt hatten.

Die USA sind gegen die Pipeline, die jährlich 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas von Russland nach Deutschland befördern soll, weil sie eine zu starke Abhängigkeit Europas von russischen Energielieferungen verhindern wollen. Befürworter der Gasleitung werfen den Amerikanern vor, nur ihr Flüssiggas in Europa verkaufen zu wollen.

Auch wegen Russlands Umgang mit dem vor kurzem verurteilten Kremlkritiker Alexej Nawalny fordern Kritiker, Nord Stream 2 zu stoppen.

Deutschland bezieht 94 Prozent seines Erdgas-Bedarfs aus dem Ausland

Derzeit werden knapp 94 Prozent des Gesamtbedarfs ausschließlich über Pipelines aus verschiedenen Lieferländern bezogen. Nur 6 Prozent des Erdgases stammt aus heimischen Quellen. Aktuell gibt es bereits mehrere Erdgasleitungen die von Russland nach Deutschland führen (Nord Stream und die Jamal-Leitung). Russland ist mit einem Anteil von über 50 Prozent wichtigster Lieferant von Erdgas nach Deutschland. Es folgt mit ca. 25 Prozent Norwegen und dann die Niederlande mit ca. 21 Prozent.

Nach dem Erdöl ist Erdgas der wichtigste Brennstoff für den Primärenergieverbrauch in Deutschland. Im Laufe der letzten fünf Jahre ist im Trend ein Anstieg im Erdgasverbrauch zu erkennen. Doch über einen längeren Zeitraum betrachtet zeigt sich ein relativ konstanter Bedarf. Deutschland ist weltweit der zweitgrößte Erdgasimporteur nach China. Dabei verbraucht die Industrie den größten Anteil, gefolgt von privaten Haushalten, wobei die Fernwärme nur knapp ein Zehntel des Gesamtverbrauchs ausmacht.(dpa/statista)


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion