Nord Stream 2 fertiggestellt.Foto: Sean Gallup/Getty Images

Gazprom: Nord Stream 2 ist fertig

Epoch Times10. September 2021 Aktualisiert: 10. September 2021 10:58

Drei Jahre lang wurde gebaut, nun ist das umstrittene Bauwerk fertig: Die Bauarbeiten an der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 seien beendet, verkündete der russische Energieriese Gazprom am Freitag. Das Betreiberkonsortium will die Pipeline noch vor Jahresende in Betrieb nehmen.

Die gut 1.200 Kilometer lange Pipeline soll in weitaus größerem Umfang als bislang russisches Erdgas nach Deutschland bringen. Startpunkt ist die russische Ostseeküste westlich von St. Petersburg, Ziel ist Lubmin unweit von Greifswald. Die gewaltige Pipeline besteht aus zwei Leitungen, die weitgehend parallel zur Route der bereits bestehenden Pipeline Nord Stream verlaufen.

Der Bau hatte sich insbesondere wegen Widerstands der USA verzögert. Das Projekt sorgte von Anfang an für Streit zwischen Berlin und Washington; Ende 2019 verhängte die damalige US-Regierung unter Donald Trump Sanktionen, um die Fertigstellung zu verhindern.

Einigung mit den USA

Erst im Juli dieses Jahres gab es dann eine Einigung mit den USA. Diese sieht vor, dass die Gasleitung durch die Ostsee ohne US-Sanktionen fertiggestellt werden kann. Im Gegenzug soll der Gastransit durch die Ukraine langfristig vertraglich abgesichert werden – Nord Stream 2 schürt in Kiew Befürchtungen, dass die Ukraine an Bedeutung als Transitland für russisches Gas verlieren könnte.

Auch der neue US-Präsident Joe Biden ist zwar der Auffassung, dass sich Deutschland und Europa mit der Pipeline in eine wachsende Abhängigkeit von Russland begeben und dem Gas-Transitland Ukraine schaden. Washington will aber nicht die nach den Trump-Jahren wieder verbesserten Beziehungen zu Deutschland aufs Spiel setzen, deshalb hält es sich zurück.

Ukrainischer Präsident: „Das Projekt kann noch scheitern“

Kritisch wird die Pipeline derweil auch in Osteuropa gesehen. Der Bau einer zusätzlichen direkten Gasleitung von Russland nach Deutschland schwächt die Position traditioneller Transitländer. Das betrifft neben der Ukraine auch die quer durch Belarus und Polen verlaufende Jamal-Europa-Pipeline.

Die Transitgebühren sind für die Länder ein wichtiger Einnahmefaktor. Darüber hinaus macht die Verfügbarkeit alternativer Routen sie entbehrlicher und womöglich zum Ziel politischer Erpressungen. Polen und die Ukraine hatten die Einigung Deutschlands und der USA scharf kritisiert.

Nach Ansicht des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj könnte das deutsch-russische Projekt noch scheitern. „Selbst wenn die Pipeline fertiggebaut ist, gibt es noch ein großes Fragezeichen, ob sie auch in Betrieb gehen kann. Unsere Chancen, dass das Projekt doch nicht zum Zuge kommt, liegen bei 30 bis 40 Prozent“, sagte er kürzlich in einem Interview.

Unabhängig vom politischen Streit gibt es auch Zweifel, ob Nord Stream 2 für die Energieversorgung in Deutschland notwendig und der hohe wirtschaftliche Aufwand für den Betrieb der Pipeline gerechtfertigt ist. Umweltschützer wiederum kritisieren die Pipeline aus klimapolitischen Gründen und halten sie für unvereinbar mit der angestrebten Energiewende weg von fossilen Brennstoffen. (afp/dl)



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