Containerschiffe liegen am Containerterminal Burchardkai in Hamburg. Das Bruttoinlandsprodukt stagniert.
Containerschiffe liegen am Containerterminal Burchardkai in Hamburg. Das Bruttoinlandsprodukt stagniert.Foto: Christian Charisius/dpa

Stagnation im Frühjahr: Deutsche Wirtschaft wächst nicht mehr

Epoch Times29. Juli 2022 Aktualisiert: 29. Juli 2022 11:09

Die deutsche Wirtschaft ist im zweiten Quartal nicht gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) war im Vergleich zum Vorquartal unverändert, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. In den ersten drei Monaten des Jahres 2022 war das Wachstum aber deutlich höher als nach ersten Berechnungen: Von Januar bis März legte das BIP nicht wie zunächst geschätzt um 0,2 Prozent, sondern um 0,8 Prozent zu.

Im zweiten Quartal wurde die Wirtschaft vor allem von den privaten und staatlichen Konsumausgaben gestützt, wie die Statistiker mitteilten. Der Außenbeitrag dagegen dämpfte das Wirtschaftswachstum: Die schwierigen weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen mit anhaltender Corona-Pandemie, gestörten Lieferketten, steigenden Preisen und dem Krieg in der Ukraine schlugen sich demnach deutlich in der konjunkturellen Entwicklung nieder.

Konsumverhalten der Deutschen spürbar verändert

Nach Angaben der GfK-Konsumforscher hat sich das Ausgabeverhalten der Menschen in Deutschland mittlerweile spürbar verändert. Bei Gütern des täglichen Bedarfs wie Lebensmitteln oder Körperpflegeprodukten schnallen Verbraucher demnach den Gürtel enger. Die Konsumlaune sank zuletzt auf ein Allzeittief.

„Zu den Sorgen um unterbrochene Lieferketten, den Ukraine-Krieg und stark steigende Energie- und Lebensmittelpreise kommen nun Befürchtungen um eine ausreichende Gasversorgung von Wirtschaft und privaten Haushalten im nächsten Winter“, erläuterte GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl.

Zugleich hat sich die Stimmung in den Unternehmen deutlich verschlechtert. Das Ifo-Geschäftsklima, für das etwa 9000 Unternehmen ihre gegenwärtige Geschäftslage und die Erwartungen für die nächsten sechs Monate beurteilen, sank im Juli auf den niedrigsten Stand seit gut zwei Jahren. „Deutschland steht an der Schwelle zur Rezession“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. „Hohe Energiepreise und drohende Gasknappheit belasten die Konjunktur.“

Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer geht davon aus, dass sich die deutsche Wirtschaft bereits in einem Abschwung befinden dürfte. „Käme es zu einem kompletten Stopp der Gaslieferungen, wäre eine tiefe Rezession unvermeidlich“, sagte er. Das bedeutet, dass die deutsche Wirtschaft nicht mehr wachsen, sondern schrumpfen würde. (dpa/afp/dl)



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