Aderlass in der Tech-Branche: Microsoft will 10.000 Jobs streichen
Büro der Microsoft Aktiengesellschaft in Köln. Der US-Konzern baut Tausende Stellen ab.Foto: iStock

Microsoft will 10.000 Jobs streichen – Verkauf von Windows 10 eingestellt

Von 23. Januar 2023
In Zeiten hoher Inflation und schwächelnder Wirtschaft ist es vorbei mit dem Job-Boom. Auch das Ende von Windows 10 gab der Konzern bekannt.

Die Kündigungswelle in der Technologie-Welt hat nun Microsoft erreicht. Der Software-Riese kündigte als weiteres Schwergewicht der Branche einen großen Stellenabbau an. Microsoft will „bis zum Ende des dritten Quartals des Geschäftsjahres 2023 rund 10.000 Mitarbeiter entlassen“. Das seien weniger als fünf Prozent der Belegschaft, wie der US-Konzern am Mittwoch betonte.

Die Entlassungen kommen nicht überraschend, denn US-Medien hatten bereits vorab darüber berichtet. Microsoft-Chef Satya Nadella begründete die Stellenstreichungen im Unternehmensblog als Sparmaßnahme: „Wir müssen unsere Kostenstruktur mit unseren Umsätzen in Einklang bringen“.

Nadella betonte jedoch, dass den Job-Kürzungen auch Neueinstellungen und Investitionen in Bereichen von entscheidender strategischer Bedeutung gegenübergestellt werden würden. Unter seiner Führung setzt Microsoft verstärkt auf das Cloud-Geschäft mit Diensten aus dem Netz.

Nadella: So „rücksichtsvoll und transparent“ wie möglich

Nadella selbst machte keine Angaben dazu, welche Bereiche konkret vom Stellenabbau betroffen sein werden. Laut einem Bericht von „Reuters“ sollen vor allem die Personalabteilung, wo der Konzern rund ein Drittel des Personals entlassen will, und verschiedene Entwicklerabteilungen von dem Stellenabbau betroffen sein.

Der Microsoft-Chef versprach den betroffenen Mitarbeitern, dass das Management bei den Entlassungen so „rücksichtsvoll und transparent“ wie möglich vorgehen werde. Solche Entscheidungen seien „schwierig, aber notwendig“, schrieb er. Bereits im Herbst baute Microsoft einige Arbeitsplätze ab. Zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres Mitte 2022 stieg die Zahl der Mitarbeiter um gut ein Fünftel auf 221.000.

Auch wenn die Stellenstreichungen auf längere Sicht Geld sparen sollen, entstehen Microsoft durch Kündigungen und Abfindungen zunächst hohe Belastungen. So kündigte der Konzern in einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht an, dass aufgrund der Entlassungen und anderer Maßnahmen zum Konzernumbau erst einmal bilanzielle Belastungen in Höhe von 1,2 Milliarden Dollar (1,1 Mrd. Euro) anfallen dürften.

Mitarbeiter in den USA, die Anspruch auf Sozialleistungen haben, sollen eine Reihe von Leistungen erhalten. Der Konzern plant eine über dem Marktdurchschnitt liegende Abfindung, eine sechsmonatige Fortführung der Gesundheitsversorgung, Leistungen für den Übergang in die berufliche Laufbahn und eine 60-tägige Kündigungsfrist.

Die Leistungen für Mitarbeiter außerhalb der USA richten sich nach dem Arbeitsrecht des jeweiligen Landes. Zahlen für das abgelaufene zweite Geschäftsquartal will Microsoft am 24. Januar veröffentlichen.

Ob und wie viele Microsoft-Mitarbeiter in Deutschland von dem Stellenabbau betroffen sein werden, ist derzeit noch unbekannt.

Microsoft verkündet Ende von Windows 10

Microsoft kündigte zudem eine größere technische Reform an: Schon Ende Januar 2023 stellt der Konzern den Verkauf von Windows 10 ein, wie „inside digital“ berichtet. Noch ist das beliebte Betriebssystem über die Website von Microsoft erhältlich. Nutzer können Windows 10 jedoch noch eine Weile weiter nutzen, denn Microsoft wird auch weiterhin Updates anbieten. So könne der Sicherheitsstandard bestehen bleiben. Die Updates gebe es noch bis Oktober 2025.

Spätestens dann müssen die Nutzer auf ein anderes Betriebssystem umsteigen. Wer sich für den Nachfolger Windows 11 entscheidet, muss sich dann wohl auch einen neuen PC oder Laptop zulegen. Die technischen Anforderungen von Windows 11 an Prozessor und Co sind so hoch, dass selbst Geräte mit ehemaligen Hochleistungsprozessoren nicht mehr in den Genuss des neuen Betriebssystems kommen.

Entlassungen in Tech-Branche nehmen zu

Die Reihe der Unternehmen, die Entlassungen ankündigten, wurde zuletzt immer länger. So kam es bei der Facebook-, WhatsApp- und Instagram-Mutter Meta sowie dem von Tesla-Chef Elon Musk übernommenen Onlinenetzwerk Twitter zu Job-Kahlschlägen.

Meta entließ im Herbst rund 11.000 Mitarbeiter – etwa 13 Prozent der Belegschaft. Bei Twitter ließ Musk als Sparmaßnahme rund die Hälfte der etwa 7.000 Jobs streichen. Danach gingen noch weitere Mitarbeiter.

Der weltgrößte Onlinehändler Amazon kündigte Anfang des Jahres den Abbau von 18.000 seiner insgesamt rund 1,5 Millionen Stellen an. SAP-Konkurrent Salesforce setzt mit rund 8.000 Jobs bei etwa einem Zehntel seiner Belegschaft den Rotstift an.

An der Börse stehen Tech-Aktien besonders stark unter Druck – beispielsweise fiel der Branchenindex Nasdaq im vergangenen Jahr um 33 Prozent.

(Mit Material von dpa)



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