T. rex als Spitzensportler: „Sein Leben war ein Marathon, kein Sprint“

Von 18. Mai 2020 Aktualisiert: 18. Mai 2020 17:07
Auf die Größe kommt es an. Weil kleine Raubsaurierer sowohl Jäger als auch Gejagte waren, war hohe Geschwindigkeit lebensnotwendig. Für T. rex und andere an der Spitze der Nahrungskette war das Leben hingegen ein Marathon, kein Sprint.

Während kleinere Dinosaurier Geschwindigkeit brauchten, optimierte die Natur riesige Raubtiere wie T. rex für energieeffizientes Laufen. Dies geht aus einer Studie hervor, die Alexander Dececchi vom Mount Marty College (USA) und seine Kollegen kürzlich in der Online-Zeitschrift PLOS ONE veröffentlichten.

Zu den Theropoda-Dinosauriern gehörten einst die dominierenden zweibeinigen Raubtiere des Mesozoikums wie beispielsweise T. rex. Seit Langem gibt es zahlreiche Arbeiten, in denen Forscher die Beziehung zwischen Fortbewegung und Lebensstil der Dinosaurier untersuchen.

Ein Großteil dieser Arbeiten hat sich auf Laufgeschwindigkeiten der Urzeitriesen konzentriert. In der aktuellen Studie argumentieren Dececchi und seine Kollegen, dass Geschwindigkeit möglicherweise nicht der wichtigste Faktor war – insbesondere bei den größten Theropoda.

Ausdauernd auf der Suche nach Nahrung

Die Autoren sammelten Daten über das Verhältnis von Gliedmaßen, Körpermasse und Gangarten von mehr als 70 Theropoden-Arten. Anschließend wandten sie eine Vielzahl von Methoden an, um die Höchstgeschwindigkeit der einzelnen Dinosaurier abzuschätzen. Zudem bestand die Frage, wie viel Energie die Dinosaurier verbrauchten, wenn sie sich mit „entspannteren“ Geschwindigkeiten bewegten.

Bei kleineren bis mittelgroßen Arten scheinen längere Beine eine Anpassung für schnelleres Laufen zu sein. Dies unterstütze laut den Wissenschaftlern zudem die früheren Ergebnisse. Bei den mehr als 1000 Kilogramm schweren Titanen schien die Spitzengeschwindigkeit beim Laufen durch die Körpergröße jedoch begrenzt zu sein. Längere Beine korrelierten stattdessen mit energiearmem Gehen.

Laufen ist für Jäger wichtig. Jedoch verbringen sie im Allgemeinen viel mehr Zeit damit, auf der Suche nach Nahrung umherzuwandern. Die Autoren weisen darauf hin, dass Geschwindigkeit zwar ein großer Vorteil für Dinosaurier war, die größten Theropoda jedoch mehr auf Effizienz angewiesen waren.

T. rex brauchte einen langen Atem

Unter den Riesen-Theropoda waren vor allem Tyrannosaurier wie Tarbosaurus oder Tyrannosaurus rex die Champions. So waren ihre langen Beine offenbar gut geeignet für einen geringeren Energieverbrauch beim Herumstreifen nach Beute.

„Auf die Größe kommt es an. Kleinere Theropoda waren sowohl Jäger als auch Gejagte, sodass ihr Leben mit hoher Geschwindigkeit verlief. Für Riesen wie T. rex, ein Spitzen-Raubtier ohne natürliche Feinde, war das Leben ein Marathon, kein Sprint“, so die Autoren.

Mögen Sie unsere Artikel?
Unterstützen Sie EPOCH TIMES
HIER SPENDEN