China könnte bald in Zahlungsprobleme geraten

Von 12. Dezember 2019 Aktualisiert: 13. Dezember 2019 15:04
Chinas Devisenreserven schwinden auf ein kritisches Niveau, aber die Exporte sinken und Importe steigen weiter. Wegen Zahlungsschwierigkeiten könnte Chinas Produktion bald ins Stocken geraten.

Chinas Produktion könnte bald ins Stocken geraten. Grund sind mögliche Zahlungsprobleme, weil die Devisenreserven mittlerweile ein kritisches Niveau erreicht haben, sagt Chriss Street, US-Experte für Makroökonomie, Technologie und nationale Sicherheit.

Devisenreserven werden in Anspruch genommen, wenn ein Land Zahlungsprobleme hat. Im Fall Chinas rechnet der US-Analyst Endo Economics im Jahr 2020 mit großen Kapitalabflüssen und einer negativen Zahlungsbilanz, da mehr ausländische Unternehmen Investitionen in billigere Arbeitsmärkte verlagern und auch die inländischen Unternehmensgewinne stagnieren. China muss auch über 283 Milliarden US-Dollar an fälligen Kommunalanleihen im Jahr 2020 zurückzahlen. Außerdem sinken Chinas Exporte und die Importe steigen, wie die neuesten Daten vom November belegen.

Chinas Devisenreserven schwinden

Chinas Yuan ist fix, da er von der Zentralbank festgelegt wird und an den US-Dollar-Kurs gekoppelt ist. Der tatsächliche Wert des Yuan wird daher nicht durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Währungen anderer Länder werden im Handel mit China daher überbewertet oder unterbewertet. Importe und Exporte sind deswegen nicht mehr gleich. Das führt zu einer unausgeglichenen Zahlungsbilanz von China, weshalb die Devisenreserven angegriffen werden müssen. Das belegen die Novemberzahlen von Chinas Wirtschaft.

Im November sind Chinas Devisenreserven im Vergleich zum Oktober bereits um 9 Milliarden US-Dollar gefallen – mehr als erwartet. Der Grund: Chinas Exporte sinken und die Importe steigen. Doch bezahlt werden muss trotzdem. Street weist darauf hin, dass China weiter kontinuierlich große Mengen an Materialien importieren und den Bedarf an Betriebskapital decken muss.

Die Analysten der Wall Street schätzten zuvor einen Rückgang von nur 2 Milliarden US-Dollar bei den Devisenreserven. Dabei gingen sie von saisonal starken Exporten mit 2,24 Milliarden US-Dollar aus. Doch tatsächlich sanken Chinas Exporte im Vergleich zum Vorjahresmonat im November um 2,4 Milliarden US-Dollar. Den Rückgang von Importen schätzten sie auf 3,2 Milliarden US-Dollar. Tatsächlich stiegen die Importe um fast eine halbe Milliarde US-Dollar im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Dies belegt auch der Handelsbilanzüberschuss. So sank der Handelsbilanzüberschuss mit den USA auf 24,6 Milliarden US-Dollar im November (Oktober 2019: 26,45 Milliarden US-Dollar).

Das staatliche chinesische Devisenamt verdeckte dies und gab die Schuld dem starken Rückgang der globalen Wechselkurse und Vermögenspreise inklusive dem Goldpreis, wie US-Autor Street berichtete.

China hat jetzt noch Devisenreserven von 3.093 Billionen US-Dollar. Doch im Vergleich zum Höhepunkt in 2004 mit 3.993 Billionen US-Dollar sind die Devisenreserven schon um 900 Milliarden US-Dollar gefallen. Ein Unterschreiten der ‚3-Billionen-US-Dollar-Marke‘ könnte zu einer langsameren Produktion führen, vermutet US-Autor Street.

Chinas Lohnniveau ist problematisch

Erschwerend kommen nach Analysen von Street die Arbeitskosten hinzu. In China lagen die Arbeitskosten im Jahr 2002 bei etwa 0,60 US-Dollar pro Stunde. Konkurrieren musste China nur mit den Löhnen Indiens und jenen der Philippinen. Aber auf dem aktuellen Niveau von 4,80 US-Dollar pro Stunde liegen die Arbeitskosten mit 3,10 US-Dollar über jenen der Philippinen, Indiens mit 2,50 US-Dollar und des benachbarten Vietnams mit 3 US-Dollar pro Stunde.

Wie Endo Economics feststellte, werden im Jahr 2020 voraussichtlich wohl einige ausländische Unternehmen ihre Investitionen in billigere Arbeitsmärkte verlagern.

Endo weist nach Recherchen von Street aber auch darauf hin, dass „die chinesische Bevölkerung im Jahr 2023 mit 1,41 Milliarden ihren Höchststand erreichen wird – fünf Jahre früher als offiziell prognostiziert“. Da einige Analysten davon ausgehen, dass die Geburtenrate im Jahr 2020 von 17 Millionen auf 11 Millionen sinken könnte, warnt Endo, dass eine schrumpfende Erwerbsbevölkerung und eine schnell ergrauende Gesellschaft mehrere soziale und wirtschaftliche Herausforderungen für China darstellen könnte.

Keine Zölle, wenn keine Menschenrechtsverletzungen

Auch Zölle dürften China das Leben weiter erschweren. Der Handelskrieg hat China bereits bislang monatlich etwa 4 Milliarden US-Dollar an Exporten gekostet, was teilweise durch ein Zurückfahren der US-Importe um 1 Milliarde US-Dollar teilweise ausgeglichen wurde.

Am 15. Dezember will Trump zusätzliche Zölle von 15 Prozent auf Produkte im Wert von 160 Milliarden US-Dollar erheben. Um das zu verhindern, nahm China taktischer Weise am 6. Dezember „einige“ US-Sojabohnen und Schweinefleisch von den chinesischen Zöllen aus.

Ein Handelsdeal könnte die gegenseitigen Auferlegung von Zöllen eindämmen. Doch die USA sehen wenig Chancen für einen Deal, solange China weiter Menschenrechte verletzt.

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