Am 4. April 2018 laufen Arbeiter in einem Hafen in der Stadt Nantong, Provinz Jiangsu, an importierten Sojabohnen vorbei.Foto: AFP/Getty Images

US-Agrarexporte boomen: 20 Prozent des Ackerlandes in China stehen unter Wasser

Epoch Times28. Juli 2020 Aktualisiert: 28. Juli 2020 18:12
Obwohl die Agrarexporte der USA nach China aufgrund von Sanktionen bis Mai um ein Drittel zurückgegangen waren, haben die Exporte aufgrund der Überschwemmungen von 433 Flüssen in ganz China die Prognosen übertroffen.

Wie das US-Landwirtschaftsministerium berichtet, liegen die Schweinefleisch-, Mais-, Weizen-, Baumwoll-, Reis-, Sorghum- und Sojabohnenexporte nach China vom 10. bis 16. Juli über der Jahresrate von 32,9 Milliarden USD der „Phase Eins“, die im Januar von der Trump-Regierung ausgehandelt wurde.

Als Donald Trump für das Amt des Präsidenten kandidierte, versprach er, das US-Handelsbilanzdefizit von 419,2 Mrd. USD zu verringern, indem er die Zölle dazu nutzt, die chinesischen Exporte in die Vereinigten Staaten im Wert von 539,5 Mrd. USD zu senken und die amerikanischen Exporte nach China im Wert von 120,3 Mrd. USD zu erhöhen. Damals betrug Chinas Durchschnittszoll auf US-Produkte acht Prozent, während der US-Durchschnittszoll auf China 3,1 Prozent betrug.

Als die Parteien am 15. Januar mithilfe der Phase Eins einen Waffenstillstand ausriefen, hatte China seine Zollsätze auf US-Waren auf 20,9 Prozent mehr als verdoppelt. Die Amerikaner hatten die Zollsätze auf chinesische Waren um das Siebenfache auf 21 Prozent angehoben.

Das Zweijahresabkommen verlangt von China, von den USA mehr Waren, Energie und Dienstleistungen im Wert von 120 Milliarden Dollar zu erwerben. Es sieht auch vor, dass China seine jährlichen US-Agrareinfuhren von 24 Milliarden Dollar im Jahr 2017 auf 32,9 Milliarden Dollar im Jahr 2020 und 44,8 Milliarden Dollar im Jahr 2021 erhöhen soll.

45 Millionen Chinesen von Überschwemmungen betroffen

China machte die COVID-19-Pandemie dafür verantwortlich, dass es nicht in der Lage war, die US-Agrareinfuhren deutlich zu erhöhen, die bis zum Monat Mai mit einer jährlichen Rate von 12 Milliarden USD oder etwa einem Drittel des in Phase Eins vereinbarten Niveaus liefen.

Als die meisten Analysten eine Wiederaufnahme des Handelskrieges vorhersagten, wurde China von der schlimmsten Überschwemmung seit 1940 heimgesucht. Nach 31 Tagen ununterbrochener, sintflutartiger Regenfälle bis zum 2. Juli war Chinas Drei-Schluchten-Staudamm, der weltgrößte hydroelektrische Staudamm mit einem Speichervolumen von ca. 39,3 km³, gezwungen, alle seine Schleusen zu öffnen und pro Sekunde mindestens 34.537 Kubikmeter Wasser in Richtung der flussabwärts gelegenen Bewohner des Jangtse-Flusses zu leiten.

Nachdem Schätzungen zufolge bereits 45,2 Millionen Chinesen von Überschwemmungen betroffen waren, die in 27 Provinzen entlang des Jangtse-Flusses, des Huai-Flusses und des Gelben Flusses wüteten, gab die Chinesische Meteorologische Verwaltung die „Überschwemmungswarnung Nr. 1“ heraus. Südchina wurde ab dem 4. Juli innerhalb von 30 Stunden von knapp einem halben Meter Regen heimgesucht ein neuer Rekord.

20 Prozent des Ackerlandes stehen unter Wasser

Da die Monsun-Regenfälle in China um 46 Prozent höher als normal und um 17 Prozent höher als bei den verheerenden Überschwemmungen von 1998 ausfielen, stehen jetzt etwa 20 Prozent des Ackerlandes des Landes unter Wasser. Dies könnte in diesem Jahr zu großen Ernteausfällen führen. Reis, Raps und Baumwolle könnten am stärksten von den Überschwemmungen betroffen sein, so die Marktanalysten von Seeking Alpha.

Darüber hinaus kehrte die Afrikanische Schweinepest, die im vergangenen Jahr die Tötung von 180 Millionen infizierten Schweinen verursachte, wieder zurück, da die Überschwemmungen flache Gräber und verseuchtes Grundwasser ans Tageslicht brachten.

Da es in diesem Jahr keine andere Nation gibt, die in der Lage ist, das Ausmaß dieser potenziellen Nahrungsmittelkrise zu bewältigen, berichtete das US-Landwirtschaftsministerium (USDA), dass China am 10. Juli 1,365 Millionen Tonnen amerikanischen Mais gekauft habe. Der großen Transaktion folgte am 14. Juli ein eintägiger Rekordkauf von 1,762 Millionen Tonnen Mais.

Die USDA fügte hinzu, dass China seit Mai stillschweigend auch beträchtliche Mengen Schweinefleisch, Sorghum, Sojabohnen und Baumwolle gekauft habe.

Die Wettervorhersage für das Tal des Jangtse-Flusses sagt für die nächsten zwei Wochen eine hohe Regenwahrscheinlichkeit und das mehrtägige Risiko schwerer Gewitter und Regen voraus.

Originalartikel von The Epoch Times in Englisch: China Floods Causing US Agricultural Export Boom / übersetzt von nmc

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