Tisch mit Heilpflanzen
Am 13. April ist der internationale Ehrentag der (Heil-)Pflanze.Foto: iStock

Die Welt der Heilpflanzen: Von Amerikas Wundermitteln bis zu den Zauberpflanzen des Harzes

Epoch Times3. April 2021 Aktualisiert: 2. April 2021 15:45
Über 400.000 verschiedene Pflanzenarten gibt es auf dieser Welt zu entdecken, und alle sind einzigartig. Viele der gut 28.000 Heilpflanzen unter ihnen verfügen über bestimmte Superkräfte, die schon seit Jahrtausenden bekannt sind und weiterhin genutzt werden.

So vielseitig wie das Wetter im April sind auch die Superkräfte der Heilpflanzen weltweit. Zum Weltgesundheitstag am 7. April und dem internationalen Ehrentag der Pflanze am 13. April erinnern sich auch Menschen, die nicht täglich mit ihnen zu tun haben, an ihre besonderen Fähigkeiten.

Eine Reise über unterschiedlichste Kontinente und durch die Jahrtausende zeigt, wie einfach gesund leben und essen sein kann. Vom stacheligen Birnenkaktus bis hin zur uralten Zauberpflanze des Harzes.

Die Heilpflanzen der Ureinwohner

Scottsdales (Arizona, USA) erste Bewohner sind bekannt für ihre medizinischen Pflanzenkenntnisse. Es wird gemunkelt, dass die Ureinwohner erst mit Pflanzen und Kräutern zu Heilen begannen, nachdem sie kranke Tiere beim Essen bestimmter Pflanzen beobachteten. Um diese wichtigen Pflanzen vor dem Überernten zu schützen, pflückten die Stammesheiler deshalb nur jede dritte Pflanze.

Viele moderne Heilmittel und Medikamente basieren auf dem alten Wissen über die verschiedenen Pflanzen und Kräuter. So untersuchten die Ureinwohner Amerikas über Tausende von Jahren sorgfältig die Heilpflanzen und trugen zu einem riesigen Wissensschatz von über 500 Kräuterpflanzen bei. Dieses Wissen gaben sie von Generation zu Generation größtenteils mündlich weiter.

Eine dieser magischen Pflanzen ist der Jojoba-Strauch. Seine Samen werden bis heute von indigenen Kulturen verwendet, indem sie die Kerne zu einer butterähnlichen Salbe verarbeiten, um die Haut zu heilen und zu pflegen. Außerdem essen sie die Kaffeebohnen-großen Samen, um Erkältungen zu behandeln.

Vorsicht vor den Stacheln

Die Sonora-Wüste, ebenfalls in Arizona, ist voll von stacheligen Wundermitteln. Eine davon ist der „Prickly Pear Cactus“ (Gattung der Opuntien) – wortwörtlich übersetzt Stachelbirnenkaktus –, die sowohl als Lebensmittel als auch als Medizin verwendet wurde. Am bekanntesten ist die Art Opuntia ficus-indica, deren Früchte als Kaktusfeigen bekannt sind.

Ureinwohner stellten aus dem Inneren der Pflanze eine Paste her, die sie zur Behandlung von Wunden und Verbrennungen nutzen. Der Kaktus wurde aber auch gekocht und als Tee genossen, um Harnwegsinfektionen zu behandeln.

Aktuelle Forschungen zeigen zudem, dass der stachelige Birnenkaktus ebenso dabei hilft, Cholesterin zu senken sowie Diabetes und ernährungsbedingte Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verhindern.

Ein weiteres stacheliges Heilmittel ist die Agave. Tatsächlich sollen die Blätter, Wurzeln und der Saft der Pflanze aufgrund ihrer entzündungshemmenden, antiseptischen Eigenschaften als natürliches Heilmittel gegen Erkrankungen wie Gelbsucht, Verstopfung und Infektionen wirken. Agave wird zudem angewendet, um die Haut zu beruhigen, Reizungen zu reduzieren und Zahnschmerzen zu behandeln.

In einigen Formen der traditionellen Medizin wurde sogar angenommen, dass sie Schlangenbisse aufgrund seiner starken Heilwirkung heilt. Heutzutage kennt man die Pflanze aber vor allem für seinen süßen Saft, der gerne als Zuckerersatz genutzt wird.

Der Harz und seine Zauberpflanzen

In alten Zeiten lebten die Menschen im Einklang mit der Natur – auch in Deutschland. Die „Kräuterhexe“, der „Wurzelsepp“, die Kiepenfrau, der Hirte oder der Schäfer hatten ein fundiertes Wissen über den Geschmack und die Heilwirkung der heimischen Flora. Viele Rituale und Bräuche haben sich im dichten Wald des Harzes bis heute gehalten.

So zählt Arnika zu den uralten Zauberpflanzen des Harzes. Lange bevor die Menschen ihre heilende Wirkung erkannt hatten, spielte diese leuchtend gelb blühende Pflanze eine bedeutende Rolle im Kult der Sommersonnenwende. Später, im Mittelalter, war Hildegard von Bingen eine der Ersten, die über die heilende Wirkung von Arnika schrieb.

Diese Pflanze ist aromatisch duftend und hat eine Wuchshöhe von etwa 20 bis 60 cm. In Deutschland steht Arnika auf der Roten Liste der gefährdeten Arten und somit unter Naturschutz. Im Harz kommt sie jedoch noch verhältnismäßig häufig vor, sowohl in den Höhenlagen am Rande des Brockens, wie auch auf Bergwiesen und im Vor- und Unterharz. Die Pflanze enthält ätherische Öle, die vor allem entzündungshemmend und antiseptisch wirken.

Heilpflanzen von Amerika bis nach Europa

Florida (USA) hat mit seiner abwechslungsreichen Vegetation, von dschungelähnlichen Gebieten bis hin zu Stränden, einiges zu bieten. Das sonnige und warme Wetter ist außerdem ideal zum Anbau von Orangen. Die USA sind nach Brasilien das Land mit der größten Orangenproduktion. Daher ist es kein Wunder, dass die Orangenblüte als Staatsblüte Floridas gewählt wurde. Roh oder als Tee stärken die süßen Früchte mit ihrem hohen Vitamin C, B-Vitamine und Kalium das Immunsystem.

Auch Long Island (New York, USA) ist für seine langen Strände und atemberaubende Blicke auf das offene Meer bekannt. Und auch Kolibris lieben die Insel. Eine präferierte Nahrung der schillernden Vögel sind Bachblüten. Diese sind orangene farbenfrohe Blumen, die außerdem als Medizin eingesetzt werden können. Es ist allerdings Vorsicht geboten, da die tiefbläulichen Beeren, die zusammen mit den Blüten wachsen, giftig sein können.

Die Blüten selbst werden als Medizin gegen Kopfschmerzen, Anspannung, Immunschwäche sowie als Mittel zum Senken von Fieber und zur Stabilisierung des Blutzuckerspiegels eingesetzt. Aufgebrüht als Tee nimmt man außerdem viele Vitamine sowie Kalzium, Magnesium und viele weitere wichtige Dinge für den Organismus zu sich.

Doch auch eine heimische Pflanze überzeugt mit ihrer Superkraft: Salbei. Nicht nur als Gewürz, sondern auch als Arzneimittel erfreut es sich großer Beliebtheit. Salbei hat eine entzündungshemmende Wirkung und wird vor allem bei Erkältungskrankheiten eingesetzt, die mit Heiserkeit und Husten einhergehen.

Doch nicht nur diese Heilpflanzen haben ein enormes Potenzial, sondern auch Avocado, Nelken, Limetten, Kürbis, Ingwer, das Gänseblümchen und vieles mehr. Erst Anfang dieses Jahres wurde der Myrrhenbaum zur Arzneipflanze des Jahres und der Meerrettich zur Heilpflanze des Jahres gekürt. (ts)

(Mit Material von Kaus Media Services)



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