US-Militär greift erneut Huthi-Stellungen an – Biden hält Israels Vorgehen „übertrieben“

Während Meta Konten des iranischen geistlichen Oberhaupts, Ayatollah Ali Chamenei, auf den Online-Plattformen Facebook und Instagram löscht, haben US-Streitkräfte erneut Stellungen der Huthi angegriffen. Diese werden vom Iran unterstützt.
Ein US-Soldat steht auf einem Kriegsschiff der US-Marine. Die USA reagieren mit einer neuen Allianz auf die Angriffe der Huthi-Rebellen auf Frachtschiffe. (Archivbild)
Ein US-Soldat auf einem Kriegsschiff der US-Marine.Foto: Informationstechniker 2. Klasse Ruskin Naval/US Navy/AP/dpa
Epoch Times9. Februar 2024

US-Präsident Joe Biden bekräftigte am Donnerstag seine Kritik an Israel. Bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus sagte er, seiner Auffassung nach sei das israelische Vorgehen im Gazastreifen „übertrieben“. Die USA sind ein enger Verbündeter Israels. Biden hat den israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu wiederholt dazu aufgerufen, mehr Rücksicht auf Zivilisten im Gazastreifen zu nehmen.

US-Außenminister Antony Blinken hatte bereits am Tag zuvor bei einem Besuch in Israel auffallend kritische Töne angeschlagen und die israelische Führung eindringlich ermahnt, im Gaza-Krieg mehr für den Schutz von Zivilisten zu tun.

Die Entmenschlichung, die Israel bei dem Massaker durch die Hamas im Oktober erlebt habe, könne „kein Freibrief“ sein, um selbst andere zu entmenschlichen, sagte Blinken. Die täglichen Opfer, die die Militäroperationen der unschuldigen Zivilbevölkerung abverlangten, seien „immer noch zu hoch“.

Facebook und Instagram gegen den Iran

Derweil löschte der US-Internetriese Meta die Konten von Irans geistlichem Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei auf den Online-Plattformen Facebook und Instagram. „Wir haben die Accounts entfernt, weil sie wiederholt gegen unsere Regeln zu gefährlichen Organisationen und Personen verstoßen haben“, erklärte ein Meta-Sprecher gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

Meta ging zwar nicht konkret auf den Gazakrieg ein; seit dem Hamas-Angriff auf Israel ist aber der Druck auf den Internetkonzern gewachsen, Chameneis Konten zu sperren. Irans geistliches Oberhaupt hatte seine Unterstützung für den Angriff der Hamas ausgesprochen, zugleich aber eine Verwicklung des Iran bestritten.

Aktiv gegen die Huthi

Die US-Streitkräfte haben erneut Stellungen der vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen bombardiert. Das für den Nahen Osten zuständige US-Militärkommando Central Command (Centcom) erklärte, im Verlauf des Donnerstag seien „sieben Selbstverteidigungsangriffe“ gegen insgesamt vier ferngesteuerte Huthi-Boote und sieben abschussbereite Anti-Schiffs-Marschflugkörper der Miliz ausgeführt worden.

Die unbemannten Boote und die Marschflugkörper hätten eine „akute Bedrohung für Schiffe der US-Marine und Handelsschiffe“ in der Region dargestellt, erklärte Central Command auf X, früher Twitter.

Die Huthis greifen seit Beginn des Kriegs zwischen Israel und der terroristischen Hamas am 7. Oktober verstärkt Frachtschiffe und Tanker im Roten Meer und im Golf von Aden an. Die Miliz sieht sich als Teil der gegen Israel gerichteten „Achse des Widerstands“, der auch die Hamas im Gazastreifen angehört.

Raketenangriff der Hisbollah

Nach dem israelischen Angriff auf einen Anführer der islamistischen Hisbollah-Miliz im Libanon sind aus dem Land rund 30 Raketen auf Israel abgefeuert worden. Die Raketen seien am Donnerstagabend vom Libanon aus auf die nordisraelischen Gebiete Ein Seitim und Dalton abgefeuert worden, sagte ein Sprecher der israelischen Armee der Nachrichtenagentur AFP. Nach bisherigem Kenntnisstand sei damit niemand verletzt worden.

Zuvor war ein Hisbollah-Kommandeur nach Angaben aus libanesischen Sicherheitskreisen schwer verletzt worden, als sein Auto bei der Einfahrt in die südlibanesische Großstadt Nabatäa von einer israelischen Rakete getroffen wurde. Nabatäa war von den seit Monaten andauernden Auseinandersetzungen zwischen der Hisbollah und der israelischen Armee bisher weitgehend verschont geblieben.

Die Hisbollah nimmt seit dem Beginn des Krieges regelmäßig Stellungen der israelischen Armee unter Beschuss. Israel reagiert darauf mit Angriffen auf den Süden des Libanon, insbesondere mit Drohnenangriffen auf die Hisbollah.

Kontakt zu Hamas-Chef Sinwar soll abgebrochen sein

Hochrangige Hamas-Mitglieder sollen einem israelischen Medienbericht zufolge bereits seit mehreren Wochen keinen Kontakt mehr zum Anführer der Islamistenorganisation im Gazastreifen haben.

Jihia al-Sinwar sei auch nicht an der kürzlich an Israel übermittelten Antwort der Hamas auf einen internationalen Vermittlungsvorschlag für ein Geisel-Abkommen beteiligt gewesen, berichtete der israelische Sender Kan. Demnach fürchtet Sinwar, sein Versteck im Gazastreifen könne durch Überwachung etwaiger Kommunikation entdeckt werden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

EU-Militäreinsatz: Gebiet soll auch Meer vor Iran umfassen

Der kurz vor dem Beginn stehende EU-Marineeinsatz im Nahen Osten könnte Handelsschiffe auch vor möglichen Bedrohungen aus dem Iran schützen.

Wie nach Informationen der dpa aus dem Beschluss für die Operation Aspides hervorgeht, sollen europäische Kriegsschiffe nicht nur im Roten Meer und im Golf von Aden, sondern auch in der Straße von Hormus sowie im Persischen Golf und im Golf von Oman zur Begleitung von Handelsschiffen eingesetzt werden können.

All diese drei Seegebiete liegen vor der Küste des Irans. Vorrangiges Ziel des EU-Einsatzes ist es, Handelsschiffe vor Angriffen der militant-islamistischen Huthi aus dem Jemen zu schützen.

UN fürchten humanitäre Katastrophe bei Angriff auf Rafah

Angesichts der Berichte über eine angeblich bevorstehende israelische Militäroffensive in Rafah im Süden des Gazastreifens warnte UN-Generalsekretär António Guterres vor einer humanitären Katastrophe und Folgen für die gesamte Region. „Die Hälfte der Bevölkerung des Gazastreifens ist nun in Rafah zusammengepfercht und kann nirgendwo anders hin. Berichte, wonach das israelische Militär als nächstes Rafah angreifen will, sind alarmierend“, schrieb Guterres auf  X (früher Twitter).

„Eine solche Aktion würde den humanitären Albtraum noch weiter verschärfen und könnte ungeahnte Konsequenzen für die gesamte Region haben.“ Auch die US-Regierung warnte vor einer großangelegten Offensive. „Wir glauben, dass eine Militäroperation zum jetzigen Zeitpunkt eine Katastrophe für diese Menschen wäre“, sagte der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrats, John Kirby. „Wir würden das nicht unterstützen.“

(afp/dpa/red)



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