Michael Kretschmer.Foto: Maja Hitij/Getty Images

Kretschmer: „Es zahlt sich aus, dass wir… Regierungschefin haben, die das Heft fest in der Hand hat“

Epoch Times20. April 2020 Aktualisiert: 20. April 2020 8:31
Sachsens Regierungschef Kretschmer (CDU) findet Merkels Management der Corona-Krise vorbildlich. Zudem warnt er in einem Interview mit der "Welt": "Unsere Waffe gegen die Pandemie ist unsere Disziplin. Die müssen wir aufrechterhalten, damit uns eine Tragödie wie in Italien erspart bleibt."

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) für ihr Krisenmanagement während der Coronavirus-Pandemie gelobt.

„Es zahlt sich aus, dass wir in dieser Situation eine erfahrene und kluge Regierungschefin haben, die das Heft fest in der Hand hat“, sagte Kretschmer der „Welt“ (Montagsausgabe). Merkel genieße bei allen Ministerpräsidenten Vertrauen.

Es sei ihr gelungen, „Entscheidungen zu bündeln, zügig zu treffen und in der Bundesregierung einen Korpsgeist zu organisieren“. Mit Blick auf die gestiegenen Umfragewerte der Union stellte Kretschmer fest: „Die Menschen merken, wie kraftvoll die Kanzlerin agiert.“

Mit Blick auf die jüngst beschlossene Erleichterung der Restriktionen sagte der Regierungschef: „Wir haben keinesfalls zu wenig gelockert. Was wir vereinbart haben, geht an die Grenze dessen, was man tun darf.“ Er fügte hinzu: „Unsere Waffe gegen die Pandemie ist unsere Disziplin. Die müssen wir aufrechterhalten, damit uns eine Tragödie wie in Italien erspart bleibt.“

Klärung der Kramp-Karrenbauernachfolge im Dezember

Kretschmer sprach sich dafür aus, über die Nachfolge von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer auf einem Parteitag im Dezember zu entscheiden. „Anschließend reden wir mit der CSU über einen Kanzlerkandidaten. Das wäre in der jetzigen Lage am vernünftigsten“, so der Ministerpräsident.

Der Christdemokrat übte scharfe Kritik an den Regierungen in Polen und Tschechien und bezeichnete die Grenzschließungen in der Coronakrise als „bittere Erfahrung“. Viele Menschen hätten sich darauf eingerichtet, „dass wir in dem Dreiländereck von Polen, Tschechien und Sachsen in einem gemeinsamen Lebens- und Wirtschaftsraum wohnen“.

Mit einem Schlag, ohne vorherige Abstimmung, hätten Polen und Tschechien die Grenzen dann geschlossen. „Dieses rapide Ende konnten wir uns nicht vorstellen. Ich hätte mir ein anderes Vorgehen gewünscht.“ Der Regierungschef sagte weiter, dass Sachsen „selbstverständlich bereit“ sei, „die medizinische Versorgung gemeinsam zu organisieren“.

Zu solchen Vereinbarungen mit Warschau oder Prag sei es aber nicht gekommen. „Trotzdem unterstützen wir unsere Partner in Niederschlesien mit Corona-Tests. Das wollen wir auch in Tschechien anbieten. Der Austausch ist jetzt besonders wichtig.“ (dts)

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