Sachsen: „Es wird nicht eingehalten, was versprochen wird“- AfD erzielt im Landkreis Meißen ihr höchstes Ergebnis

Epoch Times2. September 2019 Aktualisiert: 2. September 2019 19:07

Fast jede zweite Stimme ging in der kleinen Gemeinde Lampertswalde an die AfD. Damit ist der 2500 Einwohner zählende Ort unverhofft zur AfD-Hochburg bei der sächsischen Landtagswahl geworden. Überraschend schon deswegen, weil die AfD in Lampertswalde nicht sonderlich aktiv ist. Der neugewählte ehrenamtliche Bürgermeister des Ortes, der Schmied Rene Venus, gibt am Telefon Auskunft, dass er keinesfalls AfD- Mitglied, sondern vom Sportverein aufgestellt worden sei.

Es bleibt nur der Versuch mit den Bürgern zu sprechen: „Also, meiner Meinung nach hängt das nicht ursprünglich an der Gemeinde, sondern hat höchstens etwas mit der Gesamtpolitik zu tun, die entweder in Sachsen oder in der Republik gemacht wird, denn Lampertswalde ist ein Dorf was, ja ich würde sagen, 80 Prozent mit Sport zu tun hat, unser neuer Bürgermeister, der ist Abteilungsleiter Fußball, der ist gestern gewählt worden“, sagt Rudolf Hitschke, der sich nicht erklären kann, dass ausgerechnet in Lampertswalde die AfD so erfolgreich werden konnte. „Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, warum so viele Menschen in unserer Gemeinde AfD gewählt haben. Das ist eigentlich eine christliche Gemeinde und ich hätte eher auf die CDU oder vielleicht die Linken von früher getippt, aber niemals auf die AfD“, sagt Hitschke.

„Es wird nicht eingehalten, was versprochen wird“

Am Ortsrand dampft der Schlot eines frisch angesiedelten Industriebetriebs und Landwirtschaft spielt offensichtlich eine große Rolle in dem ländlichen Ort. Aber die Stimmung ist nicht gut, sagt Andrea Sucher. „Ich denke viele Bürger sind unzufrieden, es wird nicht das eingehalten, was versprochen wird. Zum größten Teil, ja, geben sich die Politiker schon Mühe, aber im Grunde genommen kommt es auf den kleinen Orten nicht zur Geltung, sag ich mal so oder es wird nicht umgesetzt, manches ja, aber es ist nicht so, wie die Leute sich das eigentlich erhoffen.“ Viele Bürger wollten sich allerdings nicht zum Wahlergebnis äußern.

In Sachsen wurde die CDU dem vorläufigen amtlichen Endergebnis zufolge mit 32,1 Prozent wieder stärkste Partei. Ihr folgen die AfD mit 27,5 Prozent, die Linke mit 10,4, die Grünen mit 8,6 und die SPD mit 7,7 Prozent. Die FDP verfehlte mit 4,5 Prozent ebenso den Einzug ins Parlament wie die Freien Wähler mit 3,4 Prozent. Von den voraussichtlich 119 Sitzen im Landtag gehen den Angaben zufolge 45 an die CDU, 38 an die AfD, 14 an die Linke, 12 an die Grünen und 10 an die SPD. Die Wahlbeteiligung lag bei 66,6 Prozent. (reuters)

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