Unter Tränen: Großbritanniens Premierministerin Theresa May tritt am 7. Juni zurück

Epoch Times24. Mai 2019 Aktualisiert: 24. Mai 2019 12:47

Großbritanniens Premierministerin Theresa May hat am Freitag unter Tränen ihren Rücktritt bekanntgegeben. Sie wird als Parteichefin der Konservativen am 7. Juni zurücktreten, nachdem es ihr nicht gelungen sei, das Parlament von ihrem Brexit-Deal zu überzeugen, sagte May in London. Damit gibt sie auch ihr Amt als Regierungschefin auf – ihr Nachfolger im Amt als Parteivorsitzender wird dann auch Premierminister.

Während des Staatsbesuchs von US-Präsident Donald Trump am 6. Juni wird sie noch im Amt sein. Sie kündigte an, die Amtsgeschäfte noch weiterzuführen, bis ein Nachfolger gewählt ist.

Brexit-Hardliner Boris Johnson wird möglicher Nachfolger

Der Parteichef wird automatisch Premierminister. Ex-Außenminister und Brexit-Hardliner Boris Johnson wird als möglicher Nachfolger gehandelt. Der „Times“ zufolge könnte May noch für etwa sechs Wochen im Amt bleiben.

Die BBC berichtete unter Berufung auf ranghohe Kabinettskreise, der interne Abstimmungsprozess bei den Tories dürfte am 10. Juni beginnen.

May hatte zuvor angekündigt, sie werde zurücktreten, sobald das Parlament einen Brexit-Vertrag verabschiedet habe. Eine für Anfang Juni geplante Brexit-Abstimmung im Unterhaus wurde am Donnerstag aber auf unbestimmte Zeit verschoben.

Das von May mit der EU ausgehandelte Brexit-Abkommen ist bereits dreimal im Unterhaus gescheitert, der ursprünglich geplante EU-Austrittstermin am 29. März ist längst verstrichen.

Im Bemühen um eine Mehrheit für ihren Austrittsvertrag hatte May den Abgeordneten am Dienstag eine Reihe von Kompromissen unterbreitet – und ihnen ein weiteres Referendum in Aussicht gestellt.

Unterhausabgeordnete durchgängig von Mays Brexitvertrag nicht überzeugt

Bei den Parlamentsmitgliedern kam ihr Vorstoß allerdings nicht an: Unterhausabgeordnete aller Parteien hatten Mays Vorstoß am Mittwoch beinahe durchgängig kritisiert, die Unterhausvorsitzende Andrea Leadsom erklärte aus Protest gegen den Brexit-Kurs der Regierung ihren Rücktritt aus Mays Kabinett. In Regierung und Partei wurden die Forderungen nach einem Rücktritt der Premierministerin daraufhin immer lauter. (afp)

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