BTS-Konzerte abgesagt: K-Pop-Band reagiert auf Coronavirus-Epidemie

Epoch Times28. Februar 2020 Aktualisiert: 11. März 2020 14:27
Die K-Pop-Band BTS aus Südkorea sagte mehrere für April geplante Konzerte in ihrem Heimatland wegen der Coronavirus-Epidemie ab.

Die weltweit erfolgreiche südkoreanische K-Pop-Band BTS hat wegen der Coronavirus-Epidemie mehrere Konzerte in Südkorea abgesagt. Vier für April geplante Auftritte der Band im Olympiastadion der Hauptstadt Seoul vor rund 200.000 Zuschauern würden aus Sicherheitsgründen nicht stattfinden, teilte das Management der Band am Freitag mit. In Südkorea gibt es inzwischen mehr als 2.300 Infektionsfälle, weltweit die meisten außerhalb Chinas.

Epidemie-Ausmaß war nicht vorhersehbar

Zum Zeitpunkt der Planung der Konzerte sei es „unmöglich“ gewesen, das „Ausmaß der Ausbreitung vorherzusagen“, schrieb das Management von BTS mit Blick auf die Epidemie. Aufgrund der unsicheren Lage sei es daher „unvermeidlich“, die Shows „ohne weitere Verzögerung“ abzusagen.

Wir müssen die Gesundheit und Sicherheit von hunderttausenden Fans sowie unserer Künstler berücksichtigen.“

Südkorea ist das Land mit den meisten Coronavirus-Infektionen außerhalb Chinas. Die zuständige Gesundheitsbehörde gab am Freitag 256 Neuinfektionen bekannt. Die Gesamtzahl bestätigter Ansteckungsfälle stieg damit auf 2.337. In dem Land starben bislang 13 Menschen an SARS-CoV-2.

Die Konzertabsage der K-Pop-Band reiht sich ein in eine Reihe drastischer Maßnahmen gegen die Epidemie. Unter anderem war am Montag der Saisonstart von Südkoreas Profi-Fußballliga verschoben worden, zudem wurde die für März in der Stadt Busan geplante Tischtennis-Mannschaftsweltmeisterschaft abgesagt. Der südkoreanische Autobauer Hyundai unterbrach deshalb bereits Anfang Februar seine Produktion.

Korea-Pop weltweit bekannt gemacht

Die Boygroup BTS ist ein globales Musikphänomen. Die für ihre minutiös einstudierten Tanzchoreografien bekannten Stars sind Südkoreas bekanntester und erfolgreichster Musikexport. Das neue Album der sieben jungen Musiker wurde vor einer Woche veröffentlicht und stellte den Rekord des am meisten vorbestellten Albums in Südkorea auf.

Obwohl die Band vor allem auf Koreanisch singt, hat sie Fans auf der ganzen Welt. BTS war die erste K-Pop-Gruppe, die Musikcharts in den USA und Großbritannien stürmte. Die Musiker spielten vor ausverkauften Hallen in Los Angeles, Chicago, Paris und London. Die Abkürzung BTS steht für „Bangtan Sonyeondan“, was so viel heißt wie: „Kugelsichere Pfadfinder“.

Schatten des Ruhms

Die sich explosionsartig entwickelnde Pop-Szene in Südkorea brachte jedoch für junge Stars nicht nur Ruhm mit sich. Auch der Erfolgsdruck auf die Musiker, besonders bei den Frauen, stieg enorm. Zudem müssen viele Beschimpfungen über sich ergehen lassen.

Im Oktober 2019 fand der Manager der südkoreanischen Sängerin Sulli (25), bürgerlich Choi Jin Ri, die junge Sängerin tot in ihrer Wohnung in Seoul auf. Die Polizei ging von Suizid aus. Der Tod der jungen Frau und weitere mutmaßliche Suizide werfen Fragen über die südkoreanische Popszene auf. (afp/sm)

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