Unterwanderung der WHO durch China beeinträchtigte die globale Reaktion auf die Pandemie

Von 19. April 2020 Aktualisiert: 20. Mai 2020 17:03
Die Weltgesundheitsorganisation sieht sich wegen ihrer Reaktion auf die Pandemie heftiger Kritik ausgesetzt. Ein Großteil des Problems kann auf den wachsenden Einfluss des kommunistischen chinesischen Regimes auf die Organisation zurückgeführt werden. Eine Chronologie des Versagens der WHO.

Kritiker weisen vor allem darauf hin, dass die WHO zu lange gebraucht hat, Reisebeschränkungen und andere Präventivmaßnahmen zu empfehlen. Und dass die Organisation trotz zahlreicher Warnsignale Informationen aus China für bare Münze nahm.

Während China-Experten Alarm schlugen, weil sie zahlreiche Vertuschungsaktionen festgestellt hatten, lobte die WHO weiterhin die Reaktion Chinas und warnte die Welt zu keinem Zeitpunkt vor den unseriösen Daten des Regimes.

Die WHO, eine Organisation der Vereinten Nationen, wird schon lange von den politischen Interessen Pekings beeinflusst. Ihr derzeitiger Leiter, Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus, ist ein ehemaliges Mitglied einer maoistischen Gruppe in Äthiopien.

Wie die Epoch Times zeigt, hat China seit Jahren seine Macht über die Institutionen der Vereinten Nationen ausgebaut. Pekings Einfluss geht inzwischen so weit, dass er die grundlegende Aufgabe der WHO untergräbt, Informationen über die weltweite Gesundheitssituation rechtzeitig und wahrheitsgemäß bereitzustellen.

Ausbruch der Virusinfektion im November 2019

Das KPCh-Virus*, allgemein bekannt als SARS-CoV-19, brach im November 2019 in der zentralchinesischen Stadt Wuhan aus, bevor es sich über China und die Welt ausbreitete.

Bis zum 14. April gab es etwa 2 Millionen bestätigte Infektionsfälle mit dem Virus, das die Krankheit COVID-19 verursacht. Weltweit werden fast 130.000 Todesfälle auf die Krankheit zurückgeführt.

Die WHO hat mitgeteilt, dass die chinesischen Behörden sie erstmals am 31. Dezember 2019 über den Ausbruch informiert hätten. Obwohl es eine einmalige Gelegenheit gewesen wäre, die weltweite Ausbreitung des Virus zu verhindern, hat die WHO ihre Informationen an diesem Tag für sich behalten.

China verhindert Mitgliedschaft Taiwans in der WHO

Anscheinend war zu diesem Zeitpunkt nur ein Land aufmerksam genug, um angemessen reagieren zu können: Taiwan.

Am 31. Dezember hatte der Inselstaat vor der Küste des chinesischen Festlands bereits damit begonnen, Reisende zu kontrollieren, die mit Flügen aus Wuhan kamen. Die taiwanischen Behörden teilten der WHO an diesem Tag auch mit, dass taiwanische Ärzte von ihren Kollegen vom Festland erfahren hätten, dass Mitarbeiter des Gesundheitswesens an dem mysteriösen neuen Virus erkrankt seien.

Das war eine entscheidende Information, da sie darauf hindeutete, dass sich das Virus von Mensch zu Mensch ausbreitet. Die WHO ignorierte dies jedoch, wie taiwanische Beamte später bestätigten.

Es war von der WHO zu erwarten, dass sie diese Warnung ignorierte. Denn die KPCh betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz und übt gegenüber der UNO Druck aus, die Existenz Taiwans als unabhängiges Land zu ignorieren.

Taiwan wurde die Mitgliedschaft in der WHO verweigert. Deren Personal darf weder Dokumente noch einfache Informationen aus offiziellen taiwanischen Quellen ohne vorherige Sondergenehmigung verwenden, wie aus einem geleakten Memo der WHO von 2010 hervorgeht.

Eine solche Erlaubnis würde die „Koordinierung mit der Ständigen [UN-] Mission Chinas in Genf“ erfordern, hieß es in dem Memo.

Informationsblockade

Während Taiwan seine Reaktion auf das Virus auf den Weg brachte, verschlechterte sich die Situation in Wuhan sehr rasch. Am 2. Januar berichtete die Epoch Times über die Bemühungen der KPCh, Informationen über den Ausbruch und die sich in der ganzen Stadt ausbreitende große Angst zu blockieren.

In einer Anweisung der Gesundheitskommission von Wuhan wurden allen medizinischen Einrichtungen der Stadt untersagt, „medizinische Informationen ohne Erlaubnis zu veröffentlichen“. Diskussionen über den Ausbruch wurden im Internet schnell zensiert. Am 1. Januar gab die Polizei von Wuhan an, dass sie acht Einheimische festgenommen habe, die „Gerüchte“ über den Ausbruch verbreitet hätten.

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Wie sich herausstellte, waren zumindest einige der zum Schweigen gebrachten Menschen Ärzte, die versucht hatten, ihre Kollegen vor dem neuen Virus zu warnen.

In Panik geratene Einheimische räumten die Apotheken in Wuhan von OP-Masken und rezeptfrei verkäufliche präventiven Medikamenten der chinesischen Medizin leer. Der China-Experte und Arzt Tang Jingyuan warnte, dass eine Vertuschung durch die Regierung die Ausbreitung des Virus verschärfen könnte.

Unterdessen schwieg die WHO.

Das Regime vertuscht, die WHO wiegelt ab

Bis zum 3. Januar wurde die WHO von den chinesischen Behörden über 44 Fälle informiert, 11 davon schwerwiegend. Das war wahrscheinlich die Spitze des Eisbergs.

Am 5. Januar berichtete die Epoch Times unter Berufung auf mehrere Experten, dass die KPCh vermutlich Informationen über das Virus vertuscht hatte, was die Kontrolle des Ausbruchs beeinträchtigte.

An diesem Tag kommentierte die WHO zum ersten Mal den Ausbruch und gab bekannt, dass sie seit fünf Tagen von einem Ausbruch einer „Lungenentzündung unbekannter Ursache“ in Wuhan wusste, und empfahl, damit „besonnen umzugehen“. Aber die Behörde empfahl „keine spezifischen Maßnahmen für Reisende“.

Stattdessen tat sie das Gegenteil.

„Die WHO rät von der Anwendung jeglicher Reise- oder Handelsbeschränkungen gegenüber China auf der Grundlage der derzeit verfügbaren Informationen über diese Angelegenheit ab“, ließ sie verlautbaren.

12. Januar: WHO: „Keine eindeutigen Beweise für eine Übertragung von Mensch zu Mensch“

Fünf Tage später ging die WHO erneut auf den Ausbruch ein.

„Nach den derzeit verfügbaren Informationen deuten vorläufige Untersuchungen darauf hin, dass es keine signifikante Übertragung von Mensch zu Mensch gibt und dass keine Infektionen unter den Beschäftigten des Gesundheitswesens aufgetreten sind“, erklärte die WHO. Damit widersprach sie Informationen, die von Taiwan zur Verfügung gestellt worden waren.

„Die WHO empfiehlt keine spezifischen Gesundheitsmaßnahmen für Reisende“, erklärte die WHO. Stattdessen gab sie allgemeine Informationen über den Umgang mit Virusinfektionen heraus.

Am 12. Januar nahm die WHO eine leichte Korrektur des vorher Gesagten vor und sprach davon, dass es „keine eindeutigen Beweise für eine Übertragung von Mensch zu Mensch“ gebe.

„Voruntersuchungen, die von den chinesischen Behörden durchgeführt wurden, haben keine klaren Beweise für eine Übertragung von Mensch zu Mensch gefunden“, teilte die WHO zwei Tage später mit, ohne auch nur den leisesten Zweifel an der offiziellen Erklärung des chinesischen kommunistischen Regimes zum Ausdruck zu bringen.

Zu diesem Zeitpunkt hatte Taiwan bereits ein eigenes Erkundungsteam nach Wuhan reisen lassen.

Taiwan: Aufmerksamer Beobachter zieht Konsequenzen

„Sie ließen uns nicht sehen, was sie uns nicht sehen lassen wollten, aber unsere Experten spürten, dass die Situation nicht optimistisch war“, sagte der taiwanische Regierungssprecher Kolas Yotaka gegenüber NBC News.

Kurz nach der Rückkehr des Teams begann Taiwan mit dem Aufstellen von Test- und Meldeanforderungen für seine Krankenhäuser.

„Sich um sich selbst zu kümmern und in diesem speziellen Fall nicht auf die WHO zu hören, hat meiner Meinung nach tatsächlich geholfen“, sagte Dr. William Stanton, Vizepräsident der Nationalen Yang-Ming Universität von Taiwan und ehemaliger US-Botschafter in China, kürzlich in einem Interview mit Jan Jekielek von der Epoch Times.

Die WHO schaffte es lediglich am 20. Januar mit einem Team zu einem „kurzen Vor-Ort-Besuch“ in Wuhan zu erscheinen.

Am 17. Januar entsandte die US-Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) Personal, um Reisende, die aus Wuhan in den drei großen US-Flughäfen John F. Kennedy International New York, Los Angeles International und San Francisco International ankamen, zu überprüfen. Die drei hatten den höchsten Reiseverkehr aus dem Epizentrum des Ausbruchs zu verzeichnen. In den folgenden Wochen wurden weitere Flughäfen in die Liste aufgenommen.

„Ruhig bleiben und nicht überreagieren“

Am 20. Januar bestätigte China eine Übertragung von Mensch zu Mensch.

Am 23. Januar, dem Tag, an dem die KPCh Wuhan abriegelte, kündigte die WHO an, dass sie den Ausbruch trotz einiger interner Meinungsverschiedenheiten nicht zu einem „öffentlichen Gesundheitsnotstand von internationaler Bedeutung“ erklären werde.

Zu diesem Zeitpunkt tauchten bereits Fälle auf der ganzen Welt auf, auch in den Vereinigten Staaten.

Drei Tage später verbot Taiwan Flüge aus Wuhan und arrangierte Sonderflüge zur Rückführung seiner Bevölkerung aus der Stadt.

Am 28. Januar mahnte WHO-Generaldirektor Tedros bei seinem Besuch in China die Länder der Welt, „ruhig zu bleiben und nicht überzureagieren“. Er drücke damit sein Vertrauen in die Seuchenbekämpfung der KPCh aus, berichteten staatliche chinesische Medien.

Am 3. Februar, drei Tage nachdem Präsident Donald Trump Ausländern, die sich vor kurzem in China aufgehalten hatten, die Einreise in die Vereinigten Staaten verboten hatte, sprach sich Tedros gegen ein Reiseverbot aus und erklärte, Maßnahmen, die „Reisen und Handel unnötig behindern würden“, seien nicht erforderlich.

„Keine neuen Fälle von #covid19“

In einem Tweet vom 20. März wiederholte Tedros die KPCh-Propaganda, dass „China gestern zum ersten Mal keine neuen Fälle von #covid19 gemeldet hat“. Während für China-Experten die Nachricht fast bestätigte, dass die CCP-Zahlen gefälscht waren, bezeichnete Tedros dies als „eine erstaunliche Leistung, die uns allen die Gewissheit gibt, dass das #coronavirus besiegt werden kann“.

Statistische Modelle, Augenzeugenberichte und Dokumente, die der Epoch Times zur Verfügung gestellt wurden, haben gezeigt, dass die chinesischen Behörden das wahre Ausmaß des Ausbruchs in Wuhan und anderen Teilen Chinas vertuscht haben.

Tedros lobte China jedoch wiederholt für seine „Transparenz“ im Umgang mit dem Ausbruch – etwas, an dem es in den Augen von Experten und Regierungsvertretern auf der ganzen Welt am stärksten mangelte.

Die Victims of Communism Memorial Foundation, eine in den 1990er Jahren von der US-Regierung gegründete gemeinnützige Stiftung, veröffentlichte am 10. April eine detaillierte Chronik über die Vertuschung der Epidemie durch die KPCh und die Schuld der WHO an der Epidemie. Die Organisation kündigte auch an, dass sie die weltweiten Todesfälle durch das KPCh-Virus der historischen Zahl von Todesopfern, die durch den Kommunismus verursacht wurden, hinzufügen werde.

„Die WHO hat sich ihrer Verantwortung gegenüber der gesamten Weltbevölkerung entzogen, und die Rolle eines Wasserträgers für das chinesische kommunistische Regime eingenommen“, sagte die Geschäftsführerin der Stiftung, Marion Smith, in einer Mitteilung.

Werdegang und Rolle von Tedros

Während ein Teil des Einflusses der KPCh auf die WHO von den Vereinten Nationen ausging, wurde ein anderer Teil von Tedros selbst ausgeübt. Tedros ist ein ehemaliges Mitglied des Politbüros der Volksbefreiungsfront von Tigray, einer maoistischen Gruppe, die in den 1980er Jahren einen Guerillakrieg gegen das von den Sowjets unterstützte Mengistu-Regime in Äthiopien geführt hatte.

„Am nächsten käme [Tigrays Ideologie] dem heutigen Nordkorea“, erklärt Trevor Loudon, ein Experte für kommunistische Bewegungen und Frontgruppen.

Anfang der 1990er Jahre, als das damalige äthiopische Regime die finanzielle Unterstützung durch die zusammenbrechende Sowjetunion verlor, wurde es von einer Koalition aus Tigray und anderen Gruppen gestürzt, die das Land bis 2019 regierte.

Während die Regierung oberflächlich betrachtet marktwirtschaftliche Reformen und demokratische Wahlen befürwortete, blieb sie vor allem in der Außenpolitik ideologisch gesehen sozialistisch, meint Loudon.

„Sie halten immer noch ihre ausländischen kommunistischen Verbindungen aufrecht“, sagte er in einem Telefoninterview mit der Epoch Times.

An die Spitze der WHO mit Unterstützung der KPCh

Tedros, der früher Gesundheits- und später Außenminister des afrikanischen Landes war, unterhielt selbstverständlich enge Beziehungen zur KPCh und begrüßte Projekte wie die „Belt and Road“-Initiative, die der KPCh dazu dient, ihren geostrategischen Einfluss auszuweiten.

Tedros errang 2017 mit starker Unterstützung der KPCh-Lobby den Spitzenplatz in der WHO, trotz Vorwürfen, er habe während seiner Amtszeit als Gesundheitsminister drei Cholera-Ausbrüche vertuscht.

„Chinesische Diplomaten hatten eine intensive Kampagne für den Äthiopier geführt und Pekings finanzielle Schlagkraft und das undurchsichtige Hilfsbudget genutzt, um in den Entwicklungsländern Unterstützung für ihn aufzubauen“, schrieb die Kolumnistin der Sunday Times, Rebecca Myers, damals. Tedros bestritt, die Cholera-Ausbrüche vertuscht zu haben, und sagte, es handelte sich lediglich um „akute wässrige Diarrhöe“.

Härtere Gangart gegenüber der WHO

Tedros hat sich als versiert darin erwiesen, die westliche Sensibilität gegenüber Unterdrückungsvorwürfen auszunutzen. Als ein Berater seines britischen Gegners für die WHO-Führung die Cholera-Vertuschung zur Sprache brachte, warf er ihm vor, eine „koloniale Denkweise“ zu haben.

Als Taiwan ihn aufforderte, seine Informationen über den KPCh-Virus zu ignorieren, warf Tedros Taiwan rassistische Angriffe vor.

Sein Vorwurf scheint wenig dazu beigetragen zu haben, die Kritik abzuwehren; eine Petition, die Tedros zum Rücktritt aufruft, hat fast eine Million Unterschriften erhalten.

In der Zwischenzeit erwägt die Trump-Regierung, die Finanzierung der WHO zu kürzen – die Vereinigten Staaten sind bei weitem der größte Kostenträger der Organisation und stellen jährlich mehr als 110 Millionen Dollar an regulärer Finanzierung und weitere Hunderte Millionen an freiwilligen Beiträgen zur Verfügung.

Nach William Stantons Ansicht sollte die WHO „in ihrer gegenwärtigen Zusammensetzung“ ihre Finanzierung verlieren.

„Ich denke, wir müssen eine viel härtere Gangart einschlagen, wenn es darum geht, wie die WHO mit diesem Virus umgegangen ist“, erklärte er. „Weil sie meiner Meinung nach eindeutig nur ein Sprachrohr der Regierung der Volksrepublik China war“.

 

* [Anmerkung der Red.: Die Epoch Times bezeichnet das neuartige Coronavirus, das die Krankheit COVID-19 verursacht, auch als KPCh-Virus, weil die Vertuschung und das Missmanagement der Kommunistischen Partei Chinas es dem Virus ermöglichten, sich in ganz China auszubreiten und eine globale Pandemie zu verursachen. Mehr dazu: Leitartikel: Dem Virus den richtigen Namen geben]

Das Original erschien in The Epoch Times (deutsche Bearbeitung von mk)
Originalartikel: Chinese Communist Subversion of WHO Undermined Global Pandemic Response