Bald wieder Flüge in die USA möglich? Fluggesellschaften arbeiten an Konzept für Testbetrieb

Von 20. August 2020 Aktualisiert: 20. August 2020 19:43
Bis dato ist eine Wiederaufnahme des regulären Flugverkehrs zwischen den USA und der EU nicht in Sicht. Nun arbeiten Fluggesellschaften beiderseits des Atlantiks an einem Konzept, das zumindest München und Frankfurt/M. wieder an einige US-Flughäfen anbinden könnte.

Flüge von Deutschland oder aus anderen EU-Ländern in die USA oder umgekehrt sind Corona-bedingt derzeit bis auf wenige, eng gefasste Ausnahmen nicht möglich. Nun soll es bald einen Pilotversuch geben, der es ermöglichen soll, Flughäfen wie Boston, Chicago, Los Angeles oder Newark (bei New York) wieder anzufliegen – und das sogar, ohne Passagiere während der Gesamtdauer der mindestens achtstündigen Reisen zum Tragen einer Schutzmaske zu zwingen.

Corona-Schnelltests sollen Flugverkehr wieder ermöglichen

Wie die „Welt“ berichtet, arbeiten mehrere europäische Fluggesellschaften wie Lufthansa zusammen mit den US-Gesellschaften United, American Airlines und International Airlines Group an einem entsprechenden Konzept. Ein erster Entwurf wurde mittlerweile bereits US-Vizepräsident Mike Pence und EU-Innenkommissarin Ylva Johansson übersandt.

Die oben genannten vier Großstädte sollen dem Versuch zufolge mit München und Frankfurt/Main verbunden werden. Der Luftverkehrsverband BDL hat angeregt, die Möglichkeit zu Corona-Schnelltests vor Ort einzurichten, um eine Wiederaufnahme des Flugverkehrs zu ermöglichen. Zuletzt gestalteten sich die Aussichten auf eine Normalisierung im Bereich der Langstreckenflüge jedoch als eingetrübt: Die jüngst ergangenen Reisewarnungen mit Blick auf Spanien stellten für die ohnehin gebeutelte Branche einen weiteren erheblichen Rückschlag dar.

Die USA zeigt Interesse

BDL-Präsident Peter Gerber erklärte, Tests, die sowohl dies- als auch jenseits des Atlantiks anerkannt würden, könnten einen bedeutsamen Beitrag zur allmählichen Wiederaufnahme des interkontinentalen Flugverkehrs leisten. In Washington sei man hinsichtlich des Vorstoßes jedoch derzeit aufgeschlossener als in Europa, berichtet die „Welt“ weiter.

Sind die Tests weniger als 48 Stunden alt, sei mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass selbst im Fall einer zwischenzeitlichen Infektion bis zum Antritt des Fluges das Einschleppungsrisiko deutlich reduziert werden könne. Immerhin halte sich in einem solchen Fall die Virenlast in Grenzen.

In vielen Ländern wird mit Fiebermessgeräten, Wärmebildkameras und ähnlichen Tools an Flughäfen gearbeitet, um zumindest im Inland den Flugverkehr wieder aufzunehmen. Fluggesellschaften weisen auch darauf hin, dass das Übertragungsrisiko an Bord gering sei, weil das Belüftungssystem so eingestellt sei, dass der Luftstrom senkrecht und nicht seitwärts verlaufe.

Geringeres Minus bei Frachtflügen

Wegen der Corona-Krise und der globalen Reisebeschränkungen war im ersten Halbjahr 2020 die Nachfrage in der Luftfahrt weltweit um 58 Prozent eingebrochen. In Deutschland lag der Einbruch gar bei 65 Prozent. Immerhin hielt sich der Verlust bei den Frachtflügen in Deutschland mit zehn Prozent im Rahmen – weltweit lag dieser bei 15 Prozent.

Im Juli setzte auch im Passagierverkehr eine leichte Erholung ein, als nach Aufhebung der Reisebeschränkungen in Europa viele Einheimische Urlaubsreisen in traditionelle Feriengebiete wie Griechenland oder Spanien aufnahmen. Seit kurzem dürfen auch vier Provinzen entlang der türkischen Mittelmeerküste wieder angeflogen werden – allerdings besteht für Spanien mittlerweile wieder eine Reisewarnung.

Im Juli und August wurden in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr 33 Prozent der Flüge wieder aufgenommen. Damit blieb Deutschland hinter dem europäischen Durchschnitt von 40 Prozent zurück.

(Mit Material der dpa)

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