Schwedische Bank SEB in riesigen Geldwäscheskandal verwickelt

Epoch Times27. November 2019 Aktualisiert: 27. November 2019 22:01
Zweifelhafte Überweisungen im Wert von 45 Millionen Euro: Die schwedische Bank SEB ist offenbar in einen riesigen Geldwäscheskandal verstrickt. Es gab Transaktionen mit 18 Unternehmen, die mit der sogenannten Magnizki-Affäre in Verbindung stehen.

Die auch in Deutschland tätige schwedische Bank SEB ist Medienberichten zufolge in einen riesigen Geldwäscheskandal verstrickt. Die Nachrichtenagentur TT und der Sender SVT berichteten am Mittwoch, dass über baltische Konten der SEB zweifelhafte Überweisungen im Wert von 45 Millionen Euro abgewickelt worden seien. Sie seien von Unternehmen mit Verbindungen zu suspekten Geldflüssen aus Russland veranlasst worden.

Recherchen von TT und SVT ergaben, dass es von 25 SEB-Kunden Transaktionen mit 18 Unternehmen gab, die mit der sogenannten Magnizki-Affäre in Verbindung stehen. Der Name geht zurück auf den russischen Wirtschaftsprüfer Sergej Magnizki, der 2008 mutmaßlichen Steuerbetrug russischer Staatsdiener öffentlich machte und dann festgenommen wurde. Er starb 2009 in russischer Haft.

Mit der SEB ist eine weitere Bank aus Skandinavien in den Geldwäsche-Skandal verwickelt. Er war durch Untersuchungen zu Geschäften der dänischen Danske Bank in Estland ans Licht gekommen. Gegen das Kreditinstitut wird in mehreren Ländern ermittelt. Auch die schwedische Swedbank sowie die finnische Nordea sind in den Skandal verstrickt.

Eine von der Danske Bank in Auftrag gegebene Untersuchung ergab im Oktober 2018, dass ein „großer Teil“ der in Estland erfolgten Transaktionen zwischen 2007 und 2015 „verdächtig“ gewesen seien. Die SEB erklärte damals, es sei unwahrscheinlich, dass sie auch davon betroffen sei, weil sie hauptsächlich Geschäfte einheimischer Kunden abwickle.

Auf Medienanfragen räumte die schwedische Bank nun am Dienstag ein, dass im Estland-Geschäft die Zahl der nicht in dem Land ansässigen Kunden zwischen 2005 und 2018 deutlich gewachsen sei. Von sogenannten Niedrig-Transparenz-Kunden seien damals Transaktionen mit einem Volumen von umgerechnet rund 26 Milliarden Euro vorgenommen worden. Eine eigene Untersuchung habe aber nicht ergeben, dass die SEB „systematisch“ für Geldwäsche genutzt worden sei. (afp)

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