Foto: Dong-a Ilbo/AFP/Getty Images

Zeitungsbericht: Chinesische Truppen auf der koreanischen Halbinsel

Von 20. Januar 2011 Aktualisiert: 20. Januar 2011 23:19
Laut einem südkoreanischen Zeitungsbericht sind chinesische Soldaten in mehreren Grenzregionen Nordkoreas stationiert worden. Dem Bericht folgte laut der russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti recht schnell eine Reaktion des chinesischen Außenministeriums, in der diese Information als „reine Erfindung“ und „absoluter Wahnsinn“ dementiert wurde.

Die größte südkoreanische Tageszeitung Chosun Ilbo berichtete am 15. Januar, chinesische Truppen würden in der nordkoreanische Sonderwirtschaftszone Rason stationiert.

Obwohl das Ausmaß der stationierten chinesischen Truppen unbekannt ist, berichtete die Chosun Ilbo, Quellen hätten angegeben, „um Mitternacht am 15. Dezember 2010 seien mehr als 50 chinesische gepanzerte Fahrzeuge und Panzer in die nordkoreanische Stadt Hoeryong gefahren. Sie hätten den Fluss Tumen von der chinesischen Stadt Sanhe aus überquert und Bürger von Sanhe seien von den Geräuschen der Panzerfahrzeuge geweckt worden“. (http://chinese.chosun.com/big5/site/data/html_dir/2011/01/15/20110115000006.html)

Um die gleiche Zeit sahen mehrere Menschen in der chinesischen Stadt Dandong ebenfalls Militärjeeps in die „Besondere Verwaltungsregion“ Sinuiju einfahren. Der Bericht zitierte eine andere Quelle: „Chinesische gepanzerte Fahrzeuge könnten eingesetzt werden, um Aufstände zu unterdrücken und die Jeeps könnten eingesetzt werden, um Flüchtlinge unter Kontrolle zu halten, die aus Nordkorea fliehen wollten.“

Vor kurzem berichteten südkoreanische und chinesische Medien, dass chinesische Arbeiter Bauarbeiten zur Instandsetzung am Hafen von Rason fertig gestellt hätten. Der Bericht zitierte einen Beamten des Cheongwadae [Anm. der Das Blaue Haus, Sitz und Residenz des Staatspräsidenten Südkoreas, in Anlehnung an das amerikanische Weiße Haus], die Motivation der Entsendung des chinesischen Militärs nach Nordkorea sei weder politisch noch militärisch, sondern sei gedacht, um Hafenanlagen und chinesische Arbeiter zu bewachen.

Der Botschafter für Internationale Sicherheit des südkoreanischen Außen- und Handelsministeriums, Nam Joo-Hong, sagt im selben Bericht, das chinesische Regime könnte mit der Begründung, chinesische Staatsbürger bei eventuellen Unruhen zu schützen, die Gelegenheit nutzen, Soldaten in Rason zu stationieren und eine große Anzahl von Truppen zu schicken, um auf der koreanischen Halbinsel zu intervenieren.

Eine Quelle sagte der südkoreanischen Tageszeitung Dong-A Ilbo [eine der drei größten Zeitungen Südkoreas], es sei möglich, dass das chinesische Militär bis Ende des Jahres 2010, als Form von Unterstützung für das Modernisierungsprogramm des nordkoreanischen Militärs, Truppen nach Pjöngjang schicken würde. Die Truppen würden auf zwei bis drei Regimente mit mindestens mehreren tausend Soldaten geschätzt und einige Kommandeure erhielten in China koreanischen Sprachunterricht, sowie Ausbildung in Geographie und Gepflogenheiten, so ein früherer Bericht der Chosun Ilbo vom 20. Oktober 2010. (http://news.chosun.com/site/data/html_dir/2010/10/20/2010102000337.html?Dep1=news&Dep2=headline1&Dep3=h1_01_rel01)

Die Zeitung Dong-A Ilbo behauptete, obwohl Kim Jong-il noch am Leben sei, wolle Nordkorea tatsächlich auf die chinesischen Truppen in Pjöngjang bauen, um Kim Jong-Un während des Chaos, wenn Kim Jong-il stirbt, zu schützen. Im selben Bericht werden südkoreanische Quellen aus der Regierung zitiert, die sagen, dass es gegen die Prinzipien der nordkoreanischen Behörden sei, chinesischen Truppen den Eintritt zu gestatten und daher keinen Sinn ergeben würde.

Die öffentliche Meinung in Südkorea ist, dass überhaupt die Stationierung von Chinesen in Nordkorea inmitten der wachsenden Spannungen auf der koreanischen Halbinsel ziemlich ungewöhnlich ist. Manche der südkoreanischen Internetnutzer betrachten chinesische Truppen in Nordkorea als bedrohlicher als wenn Nordkorea im Besitz von nuklearen Waffen wäre.

Südkoreanische Medien berichteten, dass chinesische Truppen in Nordkorea stationiert wurden. Einige politische Kommentatoren vermuten, dass Kim Jong-ils Regime in großen Schwierigkeiten steckt.Südkoreanische Medien berichteten, dass chinesische Truppen in Nordkorea stationiert wurden. Einige politische Kommentatoren vermuten, dass Kim Jong-ils Regime in großen Schwierigkeiten steckt.Foto: Jung Yeon-Je/AFP/Getty Images

Der Norden wird unterstützt werden

Hu Ping vom „Beijing Spring Magazine“ sagte der „The Epoch Times“, das chinesische Regime habe Truppen nach Nordkorea entsandt, um Kim Jong-il und seinen Sohn zu unterstützen. „Es würde ein harter Schlag für China sein, wenn Nordkorea kollabieren und sich mit Südkorea vereinigen würde. Aus diesem Grund wird das chinesische Regime Nordkorea sicherlich unterstützen”, sagte er. Dann fügte er hinzu, es sei unrealistisch von den Vereinigten Staaten und der internationalen Gemeinschaft, von China zu erwarten, dass es eine ernsthafte und verantwortungsvolle Rolle in internationalen Angelegenheiten spiele.

Der politische Kommentator Wen Zhao sagte der „The Epoch Times“ in einem Interview, das chinesische Regime könnte unter keinen Umständen in der sensiblen Periode vor Hu Jintaos Besuch in den Vereinigten Staaten diese über seine militärische Allianz mit Nordkorea informieren.

Wen Zhao vermutet, dass Kim Jong-il in Schwierigkeiten steckt, wenn das chinesische Regime Truppen schickt. Kim sorgt sich, dass, wenn er stirbt, sein Sohn den Schutz der chinesischen Truppen brauchen wird, um durch eine „unsichere und fragile Zeitspanne voller Aufruhr“ zu kommen.

Wen kommentierte auch, dass das chinesische Regime nicht wagen würde offen bekannt zu geben, oder zuzugeben, dass seine Truppen Nordkorea betreten hätten.

Ein weiterer politischer Kommentator, Chen Pokong, sagte, dass Nordkorea mit einer Serie von militärischen Aktionen Südkorea provoziert habe; Kim Jong-il würde fürchten, dass die Vereinigten Staaten und Südkorea sich wirklich zusammentun könnten, um gegen Nordkorea zu kämpfen. Daher ist Kim auf die chinesische Armee angewiesen, um sein Regime während einer Krise zu stärken. Außerdem, wenn Kims Regime zusammenbricht, könnte das chinesische Regime das nächste Ziel der Vereinigten Staaten werden; aus diesem Grund hätte es das Bedürfnis, seine militärische Macht auf der koreanischen Halbinsel zu demonstrieren und die Botschaft zu senden, dass es nicht tatenlos zusehen wird, wenn Kims Regime in Gefahr ist.

Momentan erstarkt die Allianz der Vereinigten Staaten mit Japan und Südkorea und eine Flotte, bestehend aus drei US-Flugzeugträgern, wird in Ostasien stationiert. Der südkoreanische Präsident Lee Myung-bak sagte vor kurzem, dieses Jahr sei entscheidend für eine vereinigte koreanische Halbinsel. Die Entsendung chinesischer Truppen nach Nordkorea wird die Situation auf der koreanischen Halbinsel zweifellos verkomplizieren und mehr unbekannte Variablen zu Lee Myung-baks Wiedervereinigungsplänen hinzufügen.

Die Originalartikel auf Chinesisch: “中共军队进驻北韩” 半岛局势诡异

und: 大纪元 – 中共军进北韩 专家:金氏政权岌岌可危

Artikel auf Englisch: Chinese Troops in Korea Make for Perplexing Situation

Foto: Dong-a Ilbo/AFP/Getty Images


Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion