Gewaltausbruch in Ukraine: Anwohner fürchten Kontaminierung des Abwassers durch evakuierte Landsleute aus China

Epoch Times21. Februar 2020 Aktualisiert: 11. März 2020 15:35
In der Ukraine ist es bei Protesten gegen die Krankenhausunterbringung von aus China wegen der Lungenseuche Covid-19 ausgeflogenen Menschen zu Gewaltausbrüchen gekommen. Dutzende Demonstranten lieferten sich vor dem Hospital in der Kleinstadt Nowi Sanzhary gewalttätige Konfrontationen mit der Polizei. Die Demonstranten fürchten eine Ausbreitung des Virus in ihrer Stadt.

Die Bemühungen der Ukraine, mehr als 70 Personen, die wegen des Ausbruchs der Lungenseuche Covid-19 aus China evakuiert wurden, unter Quarantäne zu stellen, gipfelten am Donnerstag in einem Chaos. Anwohner, die sich dem Vorhaben widersetzten, stießen dabei gewaltsam mit der Polizei zusammen. Busse mit den Evakuierten konnten erst nach stundenlangen Ausschreitungen den vorgesehenen Quarantäneort erreichen.

Die maskierten Evakuierten, die von der langen Reise erschöpft waren, schauten durch die Busfenster, während sie unter schwerem Polizeischutz nur langsam fuhren. Demonstranten versuchten die Straße zu blockieren und Steine auf die Busse zu werfen. Sie zerschlugen ein Fenster in einem Bus. Die Evakuierten schienen unverletzt zu sein.

Seit dem frühen Morgen hatten mehrere hundert Bewohner des Dorfes Novi Sanzhary in der zentralen Poltawa-Region der Ukraine die Straße zu einem Sanatorium, das die Evakuierten aufnehmen sollte, abgeschnitten, da sie befürchteten, sich anzustecken. Die Demonstranten errichteten Straßensperren, verbrannten Reifen und stießen mit der Bereitschaftspolizei zusammen, die den Zugang freimachte. Mehr als 10 Personen wurden festgenommen.

Der ukrainische Innenminister Arsen Awakow besuchte persönlich den Ort der Proteste, um zu versuchen, die Menge zu beruhigen. Awakow forderte die Demonstranten auf, „nicht auf Provokationen hereinzufallen und Verständnis für die Notwendigkeit dieser vorübergehenden Maßnahmen zu zeigen“. „Die Situation ist ziemlich hitzig“, sagte Juri Sulajew, Sprecher der Regionalpolizei von Poltawa.

Anwohner befürchten Kontaminierung der Abwasseranlage

Der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky nahm Stellung und sagte, die Proteste zeigten „nicht die beste Seite unseres Charakters“. Er versuchte, den Menschen zu versichern, dass die unter Quarantäne gestellten Evakuierten keine Gefahr für die Anwohner darstellen würden. In einer auf seiner Facebook-Seite veröffentlichten Erklärung sagte Zelensky, die aus China evakuierten Menschen seien gesund und würden vorsichtshalber in einem geschlossenen medizinischen Zentrum der Nationalgarde im Dorf leben.

„In den nächsten zwei Wochen wird es wahrscheinlich die am stärksten bewachte Einrichtung des Landes sein“, sagte Zelensky. Aber die kommunalen Gesetzgeber des Dorfes haben geschworen, sich weiterhin gegen die Evakuierung zu wehren. Sie sagten, dass das Abwassersystem des Sanatoriums mit dem des Dorfes verbunden ist und in einer nahe gelegenen Abwasseranlage endet.

„Wir können nicht zulassen, dass die Gesundheit und das Leben der Anwohner gefährdet wird, und fordern, dass die Spitzenbeamten dringend Maßnahmen ergreifen, um zu verhindern, dass Menschen aus China hierher gebracht werden“, sagten sie in einer Erklärung. Inmitten der Zusammenstöße zwischen Anwohnern und Polizei sagte der ukrainische Premierminister Oleksiy Honcharuk, er werde sofort zum Standort fliegen, um die Dinge persönlich zu überwachen.

In den frühen Morgenstunden des Donnerstags hob ein Flugzeug mit 45 Ukrainern und 27 Ausländern von Wuhan, dem Epizentrum des Ausbruchs, ab. Zu den Evakuierten gehörten Menschen aus Belarus, Kasachstan, Argentinien, Ecuador, Costa Rica, der Dominikanischen Republik, Panama und anderen Ländern.

Das Flugzeug hielt in Kasachstan, um kasachische Passagiere abzusetzen. Später versuchte es, in Kharkiv, einer Stadt im Nordosten der Ukraine, zu landen, konnte aber aufgrund der schlechten Wetterbedingungen nicht landen. Stattdessen flog es zum Auftanken nach Kiew und kam schließlich in Kharkiv an. (sk/sua/reuters)

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