ET nach Dublin telefonieren? Astronomen rüsten für Suche nach Außerirdischen auf

Europäische Astrophysiker wollen das Universum nach „Technosignaturen“ durchforsten, die von fernen Planeten ausgehen und die Existenz von intelligentem außerirdischem Leben belegen könnten.
Astronomen rüsten für Suche nach intelligenten Leben auf
Symbolbild.Foto: iStock
Von 11. November 2023

Seit den 1960er-Jahren versucht die Erdbevölkerung, intelligentes Leben im Universum ausfindig zu machen – doch bislang ohne Erfolg. Schon mehrfach gingen vielversprechende Signale bei der irdischen Technik ein, jedoch stellten sich diese immer als Niete heraus. Entweder waren sie durch Rauschen und Überlagerungen entstanden oder von einer Mikrowelle im Pausenraum.

Nun wollen irische Forscher mit ihrem LOFAR-Teleskop und dem schwedischen Gegenstück in Onsala erneut auf die Suche gehen. Geplant habe Professor Evan Keane vom Trinity College in Dublin und seine Kollegen die Überwachung von Millionen Sternensystemen.

Neue Verbindungen mit Leben knüpfen

Bislang fand die Suche nach außerirdischen Funksignalen mithilfe einzelner Observatorien statt. Dies schränke jedoch die Fähigkeit ein, Signale aus dem Dunstkreis der terrestrischen Interferenzen auf der Erde zu identifizieren, so die Forscher. Ein Großteil der Bemühungen konzentrierte sich auf Frequenzen über ein Gigahertz, da die verwendeten Teleskope bei diesen Frequenzen arbeiten.

Die schwedischen und irischen Astrophysiker haben die Suche perfektioniert und eine Technik mit mehreren Standorten und Teleskopen entwickelt. So soll es möglich sein, bei viel niedrigeren Frequenzen von 110 bis 190 Megahertz zu suchen. In der Nähe dieses Bereichs funken auch irdische Radios.

Diese umfassendste Suche nach technologisch fortgeschrittenem außerirdischem Leben findet im Rahmen des Programms Breakthrough Listen statt, für das spezielle Instrumente entwickelt wurde. Außerdem habe die Verwendung mehrerer Standorte den großen Vorteil, dass die Wahrscheinlichkeit eines „falsch-positiven“ Signals sehr viel geringer sei.

Weitere Einzelheiten zu ihrer Methode und ihrer laufenden Suche haben die Forscher Ende Oktober in der Fachzeitschrift „Astronomical Journal“ veröffentlicht. Darin verraten die Astrophysiker auch, dass sie bereits 1,6 Millionen Sternensysteme gescannt haben, die die Europäische Weltraumorganisation (ESA) und NASA als interessante Ziele markierten. Diese Suchläufe verliefen bislang jedoch ergebnislos.

Bis an die Grenze bringen

„In den letzten 50 Jahren haben sich die Hinweise darauf verdichtet, dass die für das Leben notwendigen Bestandteile und Bedingungen im Universum relativ häufig vorkommen, was eine der größten unbeantworteten Fragen des Lebens aufwirft: Sind wir wirklich allein?“, sagte Prof. Keane. „Manchen mag die Suche nach außerirdischer Intelligenz (SETI) wie ein Film vorkommen, aber sie wird seit Jahrzehnten wissenschaftlich betrieben – und das aus einer Reihe sehr guter Gründe.“

Doch um tatsächlich fündig zu werden, müssen die intelligenten Außerirdischen einige Voraussetzungen mitbringen.

„Unser Projekt basiert auf der allgemeinen Annahme, dass Zivilisationen anderswo im Universum möglicherweise ähnliche Technologien entwickelten und nutzen, wie wir sie auf der Erde haben. Aufgrund der weiten Verbreitung von Telekommunikation und Radar sind Radiofrequenzen ein naheliegender Ansatz für die Durchführung von SETI-Untersuchungen. Außerdem bietet unser Zugang zu Radioteleskopen der nächsten Generation eine großartige Möglichkeit, tief in das Universum einzutauchen“, führt Keane weiter aus.

Intelligenz soll Intelligenz finden

Dass diese Suche alles andere als einfach ist, erklärt Owen Johnson, Erstautor der Studie und der erste Ire, der jemals eine Doktorarbeit zum Thema SETI verfasste. „Was Projekte wie diese wirklich fesselnd macht, ist die Tatsache, dass wir die Teleskope an ihre absoluten Grenzen bringen und sie auf große Teile des Himmels richten. Dadurch haben wir die Möglichkeit, alle möglichen wilden und wundersamen Phänomene zu entdecken. Und wenn wir großes Glück haben, treffen wir sogar auf unsere kosmischen Nachbarn.“

Demnächst sollen alle Stationen in Europa zusätzlich aufgerüstet werden, sodass ein noch breiteres Suchfeld im Bereich von 15 bis 240 Megahertz möglich sein wird. Unterstützung erwarten die Forscher dabei von einer KI, die die immensen Datenmengen verarbeiten und durchforsten soll. „Das ist an sich schon interessant. Es wäre eine ziemliche Ironie, wenn die Menschheit außerirdisches Leben mithilfe Künstlicher Intelligenz entdecken würde“, so Johnson abschließend.



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