Vermehrt Anfragen nach erfolgtem Booster – Gesundheitsberater fordert individuelle Impfaufklärung

Egal, ob gegen COVID-Erkrankung, Grippe, Gürtelrose oder Pneumokokken, nicht jede Impfung geht spurlos an den Betroffenen vorbei. Das weiß der Gesundheitsberater Dennis Riehle nicht nur aus eigener Erfahrung, sondern auch aufgrund seines ehrenamtlichen Engagements für Impfgeschädigte.
Die Debatte um die Corona-Impfpflicht geht weiter.
Gerade Menschen mit bestimmten Grunderkrankungen brauchen eine auf ihre Situation zugeschnittene Beratung, um sich für oder gegen eine Impfung zu entscheiden.Foto: iStock
Von 10. Januar 2024

Nachdem seine Selbsthilfeinitiative zu Impfschäden und Autoimmunerkrankungen über einen längeren Zeitraum nur wenig Zulauf hatte, steigt aktuell die Anzahl der Anfragen wieder an. Das berichtet Dennis Riehle, der seit 2021 selbst an dem sogenannten Post-Vac-Syndrom leidet und inzwischen Betroffenen und deren Angehörigen ehrenamtlich Beratungen anbietet.

Demnach berichten ihm Patienten nach einer Auffrischungsimpfung gegen COVID-19, aber auch im zeitlichen Zusammenhang zu Grippeschutz-, Gürtelrose– oder Pneumokokken-Impfung Gesundheitsstörungen, die über die üblichen Reaktionen und Nebenwirkungen hinausgehen.

Oftmals handele es sich um neurologische Symptome, „vor allem und polyneuropathisch anmutende Beschwerden wie Missempfindungen, Nervenschmerzen oder Lähmungserscheinungen. Aber auch internistische Schwierigkeiten wie Blutdruckschwankungen, Herzrhythmusstörungen, Schwindel oder Synkopen [Ohnmachtsanfälle] kommen vor“, berichtet Riehle, der als psychologischer, Gesundheits- und Sozialberater tätig ist.

Auch nennt er auffällige Laborwerte, Seh- und Hörstörungen, psychische Dysbalancen, Leber- und Nierenfunktionsstörungen, rheumatische Beschwerden, Erschöpfung, kognitive Defizite, Hautveränderungen oder Gewebeschwellungen. Häufig seien die Beeinträchtigungen derart gravierend, dass es zu massiven Einschränkungen der Lebensqualität komme.

Nach wie vor fehle es an einer ursächlichen Behandlung für die Probleme, sodass er im Augenblick nur ergänzende Tipps für symptomatische Therapieansätze gebe, erklärt Riehle, der selbst mittlerweile eine deutliche Reduzierung seiner anfänglichen Leiden beobachten konnte. Diesen Eindruck gewinnt er auch bei anderen.

Allerdings muss man gleichsam feststellen, dass es nur selten zu einer vollständigen Rückbildung über die Zeit kommt“, so Riehle, in einer Presseerklärung.

Anerkennung eines Impfschadens, Behinderung oder Pflegeleistung

Mittlerweile hat die Selbsthilfeinitiative nach Riehles Aussage rund 11.500 Beratungskontakte verzeichnet und Betroffenen wie Angehörigen vor allem zu Fragen der Gesundheitsförderung, zur mentalen Ermutigung und zu sozialen Ansprüchen beantwortet.

Wer einen Antrag auf Anerkennung eines anerkannten Impfschadens stellen wolle, brauche eine lückenlose Dokumentation der Symptome durch einen Arzt, schildert Riehle. Der Arzt solle hierin eine erste Vorabeinschätzung abgeben, inwieweit eine Kausalität zwischen Immunisierung und den aufgetretenen Gesundheitsbeschwerden wahrscheinlich ist.

„Hierbei geht es nicht allein um den temporären Zusammenhang, sondern vor allem um einen Ausschluss von anderen Ursachen“, stellt Riehle klar, der auch als Journalist und Autor arbeitet.

Außerdem könnten Betroffene gegebenenfalls einen Antrag auf Feststellung einer Behinderteneigenschaft sowie in besonders schweren Fällen eine Erwerbsminderungsrente oder Pflegeleistungen in Betracht ziehen. Aber auch andere soziale Unterstützungsleistungen kämen infrage – beispielsweise, wenn eine längere Krankheitsdauer zu Behinderungen in der Haushaltsführung beiträgt. Überdies seien bei vorübergehenden Gesundheitsbeschwerden auch Grundsicherung oder Krankengeld möglich.

Als mögliche Therapieansätze nennt Riehle unter anderem Entspannungstraining, Stressbewältigung, mitochondriale Stärkung durch Antioxidantien, Schwermetall- und Mikronährstoffbestimmung, Ernährungsumstellung und Nahrungsergänzungsmittel.

Gute Gründe für eine individuelle Impfentscheidung

Trotz seiner Erfahrung verurteilt Riehle die COVID-Impfung nicht per se. „Selbst bei einer hohen Dunkelziffer an Geschädigten ist das Ausmaß an Problemen bei mittlerweile weit über 150 Millionen verabreichten Impfdosen in Deutschland noch immer marginal, weshalb auch ich mich weiterhin explizit für die Immunisierung ausspreche“, sagt er. Denn die Gefahr einer möglichen Komplikation stehe „in keinem Verhältnis zum hohen Nutzen der Impfung, die vor einem schweren Corona-Verlauf schützen kann“.

Die Entscheidung für oder gegen eine Impfung müsse jedoch unter persönlichen Gesichtspunkten und Abwägungen stattfinden und dabei vor allem Risikopotenziale und Vorbelastungen berücksichtigen.

Denn gerade Menschen mit bestimmten Grunderkrankungen antworten auf die Impfung mit einer überschießenden Reaktion des Immunsystems, was allzu selten in der Aufklärung berücksichtigt wird“, so Riehle weiter.

Wesentlich sollte hierbei die jeweilige Verträglichkeit vergangener Impfungen betrachtet und vor allem bei Einträgen in der Krankengeschichte eine Zweitmeinung einbezogen werden, um zu einem überdachten Entschluss zu gelangen.



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