Transgender im Sport: USA Boxing erlaubt biologischen Männern, gegen Frauen zu boxen

Im US-Frauenboxsport dürfen künftig Männer teilnehmen, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Kritiker warnen vor tödlichen Folgen. Studien zufolge haben Hormonbehandlungen bei Erwachsenen kaum Einfluss auf die Muskelkraft eines Mannes.
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Zwei Boxerinnen im intensiven Training. Symbolbild.Foto: iStock
Von 2. Januar 2024

Ab diesem Jahr wird USA Boxing Transfrauen die Teilnahme an Frauensportarten erlauben. Der Schritt hat in den USA für Entrüstung gesorgt, weil er weibliche Boxer möglicherweise gefährden könnte. USA Boxing ist der nationale Dachverband des olympischen Amateurboxens und vom Olympischen Komitee der USA anerkannt.

Die neuen Regeln, die für Boxer über 18 Jahren gelten, wurden 2022 formuliert und traten am 1. Januar 2024 in Kraft. Nach den aktualisierten Regeln erlaubt USA Boxing einem männlichen Transgender-Boxer, in der Frauenkategorie zu starten, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt sind.

Voraussetzungen für die Teilnahme

Der Athlet sollte seine Geschlechtsidentität als weiblich erklären und muss eine geschlechtsangleichende Operation hinter sich haben. Danach muss sich die Person mindestens vier Jahre lang einmal pro Quartal einem Hormontest unterzogen haben und die Dokumentation der Werte dem Dachverband vorlegen.

Der Normalbereich für Testosteron liegt bei Männern bei über zehn Nanomol pro Liter (nmol/L). Bei Frauen liegt der Bereich unter 3,1 nmol/L. Bei Transgender-Männern liegen die Testosteronanforderungen leicht über denen von Frauen.

„Die Athletin muss nachweisen, dass ihr Gesamttestosteronspiegel im Serum seit mindestens 48 Monaten vor ihrem ersten Wettkampf unter 5 nmol/L liegt“, heißt es in der Richtlinie. Zudem müsste der Gesamttestosteronspiegel im Serum des Transgender-Athleten während des gesamten Zeitraums der Teilnahme unter fünf nmol/L bleiben.

Sollte ein männlicher Athlet, der an Frauenwettbewerben teilnehmen möchte, diese Zulassungsbedingungen nicht erfüllen, wird er für einen Zeitraum von zwölf Monaten gesperrt.

Warnung vor tödlichen Folgen

USA Boxing engagiert sich sowohl lokal, regional als auch landesweit für den Boxsport. Er wählt die Teams für mehrere internationale Veranstaltungen wie die Olympischen Spiele, die Panamerikanischen Spiele und die Weltmeisterschaften aus.

Wegen seines großen Einflusses im Land könnte die Entscheidung des Dachverbands erhebliche Auswirkungen haben.

„USA Boxing erlaubt Männern, die sich lediglich als Frauen ausgeben, gegen Frauen zu kämpfen“, schrieb die Ex-Schwimmerin und Frauenrechtlerin Riley Gaines in einem X-Post vom 30. Dezember. „Merken Sie sich meine Worte, es muss erst eine Frau getötet werden, bevor diese frauenfeindlichen Narren aufwachen.“

Frauenboxstar Ebanie Bridges nannte die neuen Regeln von USA Boxing in einem X-Post vom 31. Dezember „in so vieler Hinsicht falsch“.

„Es ist schlimm genug, dass Transfrauen in anderen Sportarten wie Leichtathletik, Schwimmen und Kraftdreikampf Rekorde brechen. Aber es ist etwas anderes, wenn sie uns in Kampfsportarten den Schädel einschlagen, wo es darum geht, DICH zu VERLETZEN und nicht nur einen Rekord zu brechen“, sagte sie.

Es geht nicht nur um die Testwerte, sondern auch um die Knochendichte und einen Haufen anderer biologischer Faktoren. Das Abschneiden von Körperteilen und das Hinzufügen von Brüsten wird die männliche Reife, die dein Körper durchlaufen hat, bevor du dich entschieden hast, eine Frau zu sein, nicht rückgängig machen.“

Die Epoch Times hat USA Boxing um einen Kommentar gebeten, aber bisher noch keine Rückmeldung erhalten.

Männer im Frauensport

Wie USA Boxing erlauben mehrere große Sportorganisationen zunehmend Transgender-Sportlern die Teilnahme an Frauensportarten.

So hat beispielsweise der Dachverband USA Fencing im November 2022 eine Richtlinie für Transgender- und nicht-binäre Athleten im Fechten eingeführt.

Die Organisation erlaubt diesen die Teilnahme an Wettkämpfen, „die ihrer Geschlechtsidentität/ihrem Geschlechtsausdruck entspricht, unabhängig von dem Geschlecht, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde“.

Transgender-Athleten können an Frauenwettbewerben teilnehmen, nachdem sie eine zwölfmonatige Hormonbehandlung durchlaufen haben. Die Personen müssen vor einem Wettkampf den Nachweis erbringen, dass die Maßnahme korrekt eingehalten wurde.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat erst kürzlich Transgender-Athleten in den Frauensport aufgenommen. „Athleten sollten in der Kategorie antreten dürfen, die am besten zu ihrer selbstbestimmten Geschlechtsidentität passt“, erklärte die Organisation im Dezember 2022.

Studie: Pubertät ausschlaggebend für Leistungsgefälle zwischen den Geschlechtern

In einer Studie aus dem Jahr 2021, die in der National Library of Medicine veröffentlicht wurde, wird darauf hingewiesen, dass das Leistungsgefälle zwischen Männern und Frauen in der Pubertät „signifikant“ ist.

Dort zeigen sich Unterschiede zwischen Muskelmasse und Explosivkraft bei Jungen und Mädchen, insbesondere im Oberkörper.

Männer haben beim Rudern, Schwimmen und Laufen auf der Straße einen Vorteil von zehn bis 13 Prozent gegenüber Frauen, einen Vorteil von 16 bis 22 Prozent beim Schießen im Fußballsport, Tennisaufschlägen und Stabhochsprung, einen Vorteil von 29 bis 34 Prozent bei Volleyballaufschlägen, Gewichtheben und langen Golfschlägen und einen Vorteil von mehr als 50 Prozent bei Baseballwürfen und Feldhockeyschleuderschlägen.

Hormonbehandlungen zeigen auf die Muskelmasse und -kraft bei Transfrauen durchweg „sehr bescheidene Veränderungen“, heißt es in der Studie. Der Verlust an fettfreier Körpermasse, Muskelfläche und Kraft betrage nach zwölf Monaten Behandlung in der Regel etwa fünf Prozent.

„Der muskuläre Vorteil, den Transgender-Frauen genießen, wird durch die Unterdrückung von Testosteron also nur geringfügig verringert. Sportorganisationen sollten diese Erkenntnisse berücksichtigen, wenn sie die derzeitigen Richtlinien für die Teilnahme von Transgender-Frauen in der weiblichen Kategorie des Sports neu bewerten.“

Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel Latest USA Boxing Sporting Rule Allows Men to Fight Women (deutsche Bearbeitung nh).



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