Coronavirus-Newsticker 29.02.: 29 Tote in Italien – Hamsterkäufe in deutschen Supermärkten nehmen zu

Epoch Times28. Februar 2020 Aktualisiert: 2. März 2020 7:50
Das Coronavirus greift weltweit um sich. In Europa hat es Italien besonders hart getroffen. In Deutschland breitet sich Virus ebenfalls rasant aus. Alle Entwicklungen hier im Newsticker.

Seit mehr als zwölf Wochen grassiert das Coronavirus und verbreitet die neue Lungenkrankheit Covid-19. Zuerst trat das Virus im chinesischen Wuhan am 1. Dezember auf. Inzwischen hat sich das Virus international ausgebreitet – auch bis nach Deutschland. Mit dem 36-seitigen Epoch Times Sonderdruck zum Coronavirus können Sie sich gründlich über das Thema informieren. Weitere Entwicklungen hier im Newsticker.

Samstag, 29. Februar

21:20 Uhr: Zahl der Coronavirus-Infektionen in Deutschland steigt auf über 100

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist bis Samstagabend auf über 100 angestiegen. Allein im Kreis Heinsberg in NRW hat der dortige Krisenstab 60 bestätigte Fälle verzeichnet, darunter vier der 114 Kinder des Kindergartens in Breberen, wo eine infizierte Erzieherin tätig war. Die erkrankten Kinder weisen bislang allenfalls Erkältungssymptome auf, hieß es.

Bis auf ein stationär aufgenommenes Ehepaar werden alle anderen Erkrankten im Kreis Heinsberg nicht im Krankenhaus behandelt. In NRW gab es weitere Meldungen aus dem Kreis Wesel, der Städteregion Aachen, aus Lüdenscheid, Bonn und Köln. Bayern meldete am Samstagabend drei neue Fälle in Oberbayern, ohne zunächst weitere Details zu nennen.

Aus Hamburg wurde bereits am Samstagnachmittag eine neue Infektion gemeldet. Es handele sich um eine Frau, die am 28. Februar von Teheran aus nach einem einwöchigen Aufenthalt im Iran mit dem Flugzeug nach Hamburg zurückgekehrt sei und die sich mittlerweile in häuslicher Isolation befinde.

21:17 Uhr: Hamsterkäufe in deutschen Supermärkten nehmen zu

Die Verbreitung des Coronavirus in Deutschland treibt Verbraucher zu Hamsterkäufen. Lebensmittelhändler verzeichnen eine gestiegene Nachfrage nach haltbaren Lebensmitteln und Getränken. Auch Regale mit Reinigungstüchern oder Desinfektionsmitteln sind leergeräumt.

Nach Einschätzung des Handels drohen deswegen aber keine Engpässe. Die Lieferstrukturen seien effizient und gut vorbereitet, die Versorgung der Bevölkerung gewährleistet, sagte der Sprecher des Handelsverbands Deutschland, Kai Falk, am Samstag der Deutschen Presse-Agentur.

19:39 Uhr: Erster Todesfall in den USA

In den USA ist erstmals eine mit dem neuartigen Coronavirus infizierte Person gestorben. Die Gesundheitsbehörde im US-Bundesstaat Washington bestätigte den Todesfall am Samstag.

Unterdessen spricht US-Präsident Donald Trump über den Corona-Ausbruch in den USA:

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19:32 Uhr: Zahl der Toten durch Coronavirus-Epidemie in Italien auf 29 gestiegen

Die Zahl der Todesopfer durch die Coronavirus-Epidemie in Italien ist auf 29 gestiegen. Seit Freitag seien acht weitere Infizierte gestorben, teilte der italienische Zivilschutz am Samstag mit. Die Zahl der Infektionen stieg unterdessen weiter stark an. Nach 888 Fällen am Freitagabend gibt es nun laut Zivilschutz 1128 registrierte Fälle. 52 Prozent davon haben aber keine oder nur geringe Symptome.

Italien ist der bislang größte Infektionsherd des neuartigen Coronavirus in Europa. Möglicherweise sei der Erreger schon seit Mitte Januar im Land, und offenbar sei er seitdem mutiert, hatte der Leiter des Biomedizinischen Forschungsinstituts, Massimo Galli, am Freitag der Nachrichtenagentur AFP gesagt. Gallis Team am Sacco-Krankenhaus in Mailand war es zuvor gelungen, den italienischen Erregerstamm zu isolieren.

18:45 Uhr: Zahl der Coronavirus-Infektionen in Deutschland steigt auf 70

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist bis Samstagabend auf 70 angestiegen. Bayern meldete am Samstagabend drei neue Fälle in Oberbayern, ohne zunächst weitere Details zu nennen. Aus Hamburg wurde bereits am Samstagnachmittag eine neue Infektion gemeldet.

Es handele sich um eine Frau, die am 28. Februar von Teheran aus nach einem einwöchigen Aufenthalt im Iran mit dem Flugzeug nach Hamburg zurückgekehrt sei und die sich mittlerweile in häuslicher Isolation befinde.

„Es geht ihr den Umständen entsprechend gut“, hieß es von den Gesundheitsbehörden der Hansestadt. Insgesamt sind damit bislang aus Baden-Württemberg 14 Fälle gemeldet worden, aus Bayern 18, aus Hessen drei, aus Nordrhein-Westfalen 30, sowie je ein Fall aus Hamburg, Rheinland-Pfalz und Schleswig Holstein.

Bei letzterem handelt es sich um einen Arzt, der als Arzt an der Kinderklinik des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) arbeitet. Außerdem waren unter den aus China zurückgeholten Deutschen zwei Infektionsfälle. Allein aus Bayern wurde allerdings bereits bei 14 Fällen eine Genesung gemeldet.

18:42 Uhr: Drei weitere bestätigte Coronavirus-Fälle in Bayern

Auch in Bayern ist die Zahl der Coronavirus-Fälle am Samstag gestiegen. Wie das bayerische Staatsministerium für Gesundheit in München mitteilte, wurden bis zum späten Nachmittag drei neue Fälle bestätigt, die aus Oberbayern stammen. Weitere Einzelheiten sollen demnach am Sonntag mitgeteilt werden.

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Nach Angaben des Ministeriums gibt es damit derzeit vier bestätigte Coronavirus-Fälle in Bayern. Am Donnerstag war demnach der Fall eines Mannes in Mittelfranken bekannt geworden, der in Deutschland Kontakt zu einem Italiener hatte, der später positiv auf das Virus getestet wurde.

16:20 Uhr: Kirschblüten-Feste in Japan abgesagt

Wegen der anhaltenden Ausbreitung des neuartigen Coronavirus hat Japan mehrere seiner berühmten Kirschblüten-Feste abgesagt. Die traditionellen Frühlingsfeiern in den Städten Tokio und Osaka, die jährlich Millionen von Menschen anlocken, werden nicht wie geplant im April stattfinden, wie die Organisatoren am Freitag mitteilten. Weitere Absagen von werden nach Berichten der örtlichen Medien voraussichtlich folgen.

Japans Behörden versuchen mit einer Vielzahl von Maßnahmen, die Ausbreitung des Erregers der Atemwegserkrankung Covid-19 aus China einzudämmen. Unter anderem wurden zahlreiche Schulen geschlossen, und die Regierung forderte die Menschen auf, die öffentlichen Verkehrsmittel während der Stoßzeiten zu meiden sowie von zu Hause aus zu arbeiten. Der Disneyland-Freizeitpark in Tokio gab am Freitag seine rund zweiwöchigen Schließung bekannt.

Derweil kündigte Japans Regierungschef Shinzo Abe ein „zweites Notfallpaket“ in Höhe von über 270 Milliarden Yen (rund 2,3 Milliarden Euro) an. Mitte Februar hatte die Regierung bereits 15,3 Milliarden Yen zur Finanzierung der Eindämmungsmaßnahmen gegen das Virus zur Verfügung gestellt. Unter anderem sollten damit Virus-Tests sowie Inspektionen an den Grenzen finanziert sowie die Herstellung von Atemschutzmasken ausgeweitet werden.

In Japan wurden bis Samstag mindestens 230 Infektionsfälle bestätigt, fünf Menschen starben. Weltweit wurden mehr als 85.000 Fälle und mehr als 2900 Tote gemeldet.

16:05 Uhr: Frankreich untersagt Veranstaltungen mit mehr als 5000 Menschen

Die französischen Behörden haben angesichts der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus Veranstaltungen mit mehr als 5000 Teilnehmern bis auf Weiteres untersagt. Alle Zusammenkünfte von mehr als 5000 Menschen „in geschlossenen Räumen“ sowie manche im Freien würden abgesagt, teilte die Regierung in Paris am Samstag mit. Unter anderem strichen die Behörden den für Sonntag geplanten Pariser Halbmarathon mit rund 44.000 angemeldeten Läufern sowie den letzten Veranstaltungstag der internationalen Landwirtschaftsmesse in der Hauptstadt.

Nach Angaben von Gesundheitsminister Olivier Véran wurden seit Freitagabend 16 neue Infektionsfälle im Land bestätigt, womit die Gesamtzahl der in Frankreich infizierten Menschen auf insgesamt 73 steigt.

13:50 Uhr: Vier Kita-Kinder in Heinsberg infiziert

Im Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen ist bei vier Kindern eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen worden. Das teilte der Kreis Heinsberg am Samstagnachmittag mit. Die Kinder gingen in die Kindertagesstätte im Kreis Heinsberg, in der eine zuvor an COVID-19 erkrankte Erzieherin arbeite.

Allen vier betroffenen Kindern gehe es gut, hieß es weiter. Insgesamt sei die Zahl der mit dem Coronavirus nachweislich infizierten Personen im Kreis Heinsberg nun auf 60 gestiegen, sagte eine Sprecherin des Kreises Heinsberg. Zuvor hatte der Krisenstab des Kreises Heinsberg zur Bewältigung der Coronavirus-Krise den Entschluss gefasst, die Kindertagesstätten, Schulen und Kindertagespflegeeinrichtungen sowie Tagespflegeeinrichtungen bis einschließlich zum 6. März zu schließen.

Am Dienstagabend war die erste Coronavirus-Infektion in Nordrhein-Westfalen nachgewiesen worden. Am Mittwoch war ein weiterer Fall einer Coronavirus-Infektion bestätigt worden. Es handele sich um eine Person aus dem engen persönlichen Umfeld des Patienten, bei dem bereits am Dienstag das Virus nachgewiesen wurde, wie das Universitätsklinikum Düsseldorf mitteilte.

12:28 Uhr: Trump sagt Treffen mit Kurz ab

Wegen des neuartigen Coronavirus ist der Besuch von Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz bei US-Präsident Donald Trump kurzfristig verschoben worden. Der Besuch sei „aufgrund der allgemeinen Coronavirus-Situation vom Weißen Haus verschoben“ worden, teilte das Bundeskanzleramt in Wien am Samstag nach Angaben der österreichischen Nachrichtenagentur APA mit.

Aus Kurz‘ Umfeld hieß es laut APA, die österreichische Seite sei „nicht ganz unglücklich“ über die Verschiebung, da „die Tage auch in Österreich wegen des Coronavirus gerade sehr intensiv“ seien. Kurz wollte ursprünglich am Sonntag in die USA reisen und am Dienstag Trump im Weißen Haus in Washington treffen. Außenminister Alexander Schallenberg, Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck und Europaministerin Karoline Edtstadler sollten den Kanzler begleiten.

In Österreich wurden bis Samstagvormittag neun Infektionen mit dem Coronavirus bestätigt, wie APA unter Berufung auf das Gesundheitsministerium berichtete. In den USA haben sich mehr als 60 Menschen mit dem Erreger infiziert.  Die USA hatten zuvor bereits den Gipfel des Verbands Südostasiatischer Nationen (Asean) wegen der Coronavirus-Epidemie verschoben. Der Gipfel mit US-Präsident Donald Trump als Gastgeber sollte am 14. März in Las Vegas stattfinden.

11:50 Uhr: 813 Neuinfektionen in Südkorea – aktuell 3150 Infiziert und 17 Tote

In Südkorea ist die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen sprunghaft gestiegen. Die staatliche Gesundheitsbehörde bestätigte am Samstag 813 neue Infektionen – dies ist der höchste Anstieg seit dem Auftreten der ersten Fälle in dem Land. Zugleich starben vier weitere Menschen an der von dem Erreger verursachten Lungenkrankheit Covid-19, die Zahl der Todesopfer stieg damit auf 17.

Insgesamt haben sich den Angaben zufolge mehr als 3100 Menschen in Südkorea mit dem ursprünglich von China ausgehenden Virus angesteckt. Das sind weltweit mit Abstand die meisten Fälle außerhalb Chinas. Die Zahl der Infektionen dürfte sich noch weiter erhöhen, da die Behörden mehr als 260.000 Mitglieder einer christlichen Glaubensgemeinschaft untersuchen wollen, von der der Ausbruch in Südkorea ihren Ausgang genommen hatte.

11:49 Uhr Südkoreanerin infiziert sich zum zweiten Mal

Erstmals hat sich ein Patient in Südkorea ein zweites Mal mit dem Virus infiziert. Nach Angaben von Kwon Jun Wook von der Seuchenschutzbehörde handelt es sich um eine 73-jährige Frau, die nach ihrer Genesung und Entlassung aus dem Krankenhaus erneut positiv getestet wurde. Sie sei wegen ihres „geschwächten Immunsystems“ erneut erkrankt, hieß es. Nach seinen Angaben wurden bereits zehn ähnliche Fälle aus China gemeldet.

11:14 Uhr: Italien meldet 889 Infizierte und 21 Tote – Hamstereinkäufe in Bayern

In Italien klettert die Anzahl der Infizierten auf 889. Darüber hinaus wurden 21 Tote gemeldet. Aufgrund der Nähe zu Bayern sind die dortigen Behörden und auch Einwohner in Alarmbereitschaft. In vielen Drogerien und Apotheken sind Desinfektionsmittel knapp. Die Bürger bereiten sich mit Hamstereinkäufen auf einen Ausnahmezustand vor. Nachbarland Schweiz hat bereits alle Großveranstaltungen abgesagt.

1o:48 Uhr: USA sagen Asean-Gipfel ab

Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus verschieben die USA nach Angaben eines Regierungsvertreters den für Mitte März geplanten Asean-Gipfel. Diese Entscheidung sei in Absprache mit den Staaten des Verbandes Südostasiatischer Nationen (Asean) getroffen worden, sagte am Freitag in Washington der Regierungsvertreter, der anonym bleiben wollte. Der Gipfel mit US-Präsident Donald Trump als Gastgeber sollte am 14. März in Las Vegas stattfinden. Ein neues Datum gibt es den Angaben zufolge noch nicht.

„Die USA haben zusammen mit ihren Partnern die schwierige Entscheidung getroffen, das Treffen der Staats- und Regierungschefs der Asean-Staaten zu verschieben“, sagte der Regierungsvertreter. Er versicherte zugleich, dass Trump „mit Ungeduld“ auf ein künftiges Treffen warte. Ein Datum dafür gebe es aber noch nicht.

Noch am Dienstag  hatte US-Außenminister Mike Pompeo versichert, dass das Gipfeltreffen ungeachtet der unzähligen Corona-Fälle in Asien wie geplant stattfinden werde.

10.00 Uhr: Spahn und EU-Kommission im Kampf gegen das Virus

Mit Blick auf das erneute EU-Sondertreffen hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zu gemeinsamen Anstrengungen zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus in Europa aufgerufen. „Die Lage hat sich in vielen Ländern Europas in den letzten Tagen und Stunden deutlich verändert“, erklärte Spahn am Samstag. Die Zahl der Infektionen steige, die Verfolgung aller Kontaktketten quer durch Europa werde immer schwieriger.

Mehr dazu: Spahn und EU-Kommission fordern gemeinsamen Kampf gegen Coronavirus

8:00 Uhr: Wehrbeauftragter sieht Bundeswehr „weniger gefährdet“

Die Bundeswehr ist trotz ihrer Größe von über 260.000 Soldaten und Zivilbeschäftigen nach Ansicht des Wehrbeauftragten Hans-Peter Bartels (SPD) bei einer Corona-Epidemie „strukturell eher weniger gefährdet als andere Teile der Gesellschaft“. Das berichten die zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagausgaben).

Bartels verwies auf das gut organisierte Meldewesen und den „höchst kompetenten“ Sanitätsdienst. „Er ist relativ groß und qualitativ international durchaus das Maß der Dinge“ und könne im äußersten Fall Amtshilfe leisten.

„Klar, im Kampfraum eines Schützenpanzers sitzt man eng beieinander“, sagte der Wehrbeauftragte. In der Kasernierung sieht er hingegen keinen zusätzlichen Risikoherd. Dass alle Soldaten miteinander in den Kasernen untergebracht wären, sei heute eher die Ausnahme.

„Es schlafen längst nicht alle Soldaten in den Kasernen. Die meisten pendeln nach Hause“, so der SPD-Politiker. Bisher wurde ein Fall gemeldet, ein Soldat der Flugbereitschaft hatte sich mit dem Virus infiziert.

7:44 Uhr: 37 Fälle in Heinsberg- 1000 Menschen unter Quarantäne

Das neuartige Coronavirus breitet sich in Deutschland weiter aus. Am Freitagabend und in der Nacht zum Samstag wurden unter anderem aus Hessen und aus Baden-Württemberg neue Infektionsfälle gemeldet. Im besonders betroffenen Landkreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen erhöhte sich die Zahl der Infizierten nach Behördenangaben um zwei weitere Fälle auf 37. In dem Landkreis befinden sich rund tausend Menschen unter Quarantäne.

Mehr dazu: Anti-Corona-Maßnahmen verschärft: ITB abgesagt – 1000 Menschen unter Quarantäne

7:10 Uhr: ITB abgesagt

Angesichts der stetigen Ausbreitung des neuartigen Coronavirus verschärfen die Behörden weltweit ihre Maßnahmen. In Berlin wurde die Internationale Tourismusmesse ITB abgesagt, die Bundesregierung weitete die Vorschriften für den Flug, Schiffs- und Bahnverkehr aus. Die USA sagten ihrerseits den Asean-Gipfel in Las Vegas ab und raten ihren Bürgern nunmehr von Italien-Reisen ab. Südkorea meldete am Samstag die höchste Zahl an Neuinfektionen innerhalb eines Tages.

Mehr dazu: Anti-Corona-Maßnahmen verschärft: ITB abgesagt – 1000 Menschen unter Quarantäne

00:00 Uhr: USA raten von allen nicht dringend notwendigen Reisen nach Italien ab

Wegen des Virus raten die USA ihren Staatsbürgern von allen nicht dringend notwendigen Reisen nach Italien ab. Eine entsprechende Empfehlung veröffentlichte am Freitag die US-Gesundheitsbehörde CDC.

Sie begründete diesen Schritt damit, dass es in den vom Virus betroffenen Gebieten Italiens „nur eingeschränkten Zugang zu angemessener medizinischer Versorgung“ gebe.

Freitag, 28. Februar

21:30 Uhr: Aussteigekarten in Zügen im Regional- und Grenzverkehr bei Virus-Verdacht

Der neu eingesetzte Krisenstab der Bundesregierung zum Coronavirus will mit einer Reihe von weiteren Maßnahmen die Ausbreitung des Virus in Deutschland eindämmen.

Bei einer Sitzung am Freitag in Berlin beschloss der Stab unter anderem, dass außer bei Flug- und Schiffs-Reisenden aus China künftig auch bei allen Flug- und Schiffspassagieren aus Südkorea, Japan, Italien und dem Iran vor der Einreise der Gesundheitsstatus gemeldet werden muss.

In allen Zügen im Regional- und Grenzverkehr müssen Passagiere zudem künftig Aussteigekarten ausfüllen, wenn Corona-Verdachtsfälle festgestellt wurden. Die Bahnunternehmen sind zudem verpflichtet, Passagiere mit Symptomen einer Coronavirus-Erkrankung zu melden. Zudem wird die Bundespolizei demnach ihre Kontrollen im 30-Kilometer-Grenzraum verstärken.

In der Frage, wie bei Großveranstaltungen zu verfahren sei, übernahm der Krisenstab die Richtlinien des Robert-Koch-Instituts zur Risikobewertung.

Demnach liegt es im Ermessen der Verantwortlichen oder zuständigen örtlichen Behörden, Großveranstaltungen nach einer genauen Abwägung der Risiken unter Auflagen zuzulassen, zu verschieben oder zu streichen – oder das Übertragungsrisiko durch gezielte Maßnahmen zu verringern.

Zu den Risiken zählen unter anderem, wenn Menschen aus Risikogebieten an den Veranstaltungen teilnehmen oder in der Veranstaltungsregion bereits Infektionen aufgetreten sind, wenn es bei der Veranstaltung viele und intensive Kontaktmöglichkeiten gibt oder der Veranstalter wenig Kooperationsbereitschaft zeigt.

Ein weiteres Kriterium könnte demnach auch sein, ob bei einem Ausbruch alle Kontaktpersonen schnell ermittelt werden können – was bei größeren Veranstaltungen extrem schwierig wäre.

Der Krisenstab unter unter der gemeinsamen Leitung des Innen- und des Gesundheitsministeriums wird sich nach eigenen Angaben das nächste Mal am kommenden Dienstag treffen.

21:00 Uhr Widersprüchliche Angaben über Todesfälle und Ansteckungen im Iran

Im Iran sind nach einem Bericht der BBC mindestens 210 Menschen durch die Coronavirus-Epidemie gestorben. Der persische Dienst der britischen Rundfunkgesellschaft bezog sich am Freitagabend auf Krankenhauskreise. Demnach starben die meisten Menschen in der Hauptstadt Teheran und in der zentraliranischen Stadt Kom. Die Behörden wiesen den Bericht empört zurück, sie sprachen von lediglich 34 Todesopfern.

Wie das Gesundheitsministerium in Teheran am Freitag mitteilte, wurden in den vergangenen 24 Stunden acht weitere Todesfälle gemeldet. Zudem seien 143 neue Ansteckungsfälle festgestellt worden, erklärte Ministeriumssprecher Kianusch Dschahanpur. Damit seien mittlerweile 388 Menschen mit dem Erreger der Lungenkrankheit Covid-19 infiziert.

Am Donnerstag hatte das iranische Gesundheitsministerium noch 245 Infizierte und 26 Tote vermeldet. In keinem anderen Land außerhalb Chinas sind bislang so viele Menschen gestorben. Sollten die offiziellen Zahlen zutreffen, wäre die Sterblichkeitsrate im Iran extrem hoch. Befürchtet wird daher eine hohe Dunkelziffer an Ansteckungen.

18:30 Uhr: Spahn gegen Grenzschließungen – Großveranstaltungen „differenziert“ betrachten

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich trotz des sich weiter ausbreitenden Coronovirus gegen die sofortige Schließung der deutschen Grenzen ausgesprochen. „Wir sind gemeinsam mit allen Gesundheitsministern aus der Region zu dem Ergebnis gekommen, zu diesem Zeitpunkt wäre eine Grenzschließung oder auch Einschränkung nicht verhältnismäßig“, sagte Spahn dem Fernsehsender n-tv am Freitag. Eine Grenzschließung hätte laut Spahn Auswirkungen auf die Versorgung Deutschlands, man müsse die Verhältnismäßigkeit prüfen.

Allerdings habe sich die Lage in den vergangenen Tagen in Deutschland verändert. „Es gibt viel mehr Infektionen und Infektionsketten, die wir noch nicht alle nachvollziehen können“, so Spahn. Das Risiko für die Gesamtgesellschaft sei gestiegen, das Risiko für den Einzelnen sei in Deutschland gering bis mäßig.

In der Diskussion um mögliche Absagen von Großveranstaltungen forderte Spahn eine differenzierte Sichtweise. Man müsse unterscheiden, ob die Teilnehmer einer Großveranstaltung aus besonders vom Coronavirus betroffenen Ländern wie China sowie Japan kommen, oder ob sie aus der Region kommen. „Das macht natürlich einen Unterschied“, so der Bundesgesundheitsminister.

17:48 Uhr: BASF-Chef erwartet Produktionsausfälle

Der Vorstandsvorsitzende des Chemiekonzerns BASF, Martin Brudermüller, erwartet in den kommenden Wochen Auswirkungen für sein Unternehmen aus der Verbreitung des Coronavirus. Diese würden sich „erst in den nächsten Wochen ergeben“, denn bis jetzt seien Lagervorräte noch ausreichend vorhanden gewesen. Laut Brudermüller werde man weltweit „Einflüsse sehen“, unterbrochene Lieferketten würden „entsprechend auch zu Produktionsausfällen führen“, so Brudermüller am Freitag dem Fernsehsender n-tv.

Man habe aber seit 2003, nach dem SARS, bereits einen Pandemieplan. „Wir haben bisher natürlich sehr verhalten reagiert. In China halten wir uns vorwiegend an die Vorgaben der Regierung, die dann auch noch von Provinz zu Provinz verschieden“, so der BASF-Chef weiter. Momentan laufe im Betrieb in Ludwigshafen noch alles normal seinen Gang, aber „das Wichtigste“ sei, dass man vorbereitet ist.

17:42 Uhr: Hongkong stellt Haustiere von Coronavirus-Infizierten unter Quarantäne

Alle Haustiere von Hongkonger Coronavirus-Infizierten sollen nach Anordnung der Regierung unter Quarantäne gestellt werden. Wie die Behörden am Freitag mitteilten, wird der Hund einer 60-jährigen Erkrankten bereits auf einer Isolierstation behandelt, weil er sich möglicherweise mit Sars-CoV-2 angesteckt hat. „Proben aus der Nasen- und Mundhöhle wurden schwach positiv auf COVID-19 getestet“, sagte ein Regierungssprecher.

Laut dem Sprecher ist unklar, ob sich der Hund tatsächlich mit dem Virus angesteckt hat oder ob die niedrigen Werte im Nasen- und Mundbereich vielleicht aus seiner Umwelt stammen könnten. Der Hund zeige zwar keine „relevanten Symptome“, sei aber vorsichtshalber für 14 Tage unter Quarantäne gestellt worden, hieß es weiter. Der Vierbeiner wird demnach intensiv medizinisch überwacht und weiteren Tests unterzogen.

17:29 Uhr: Interne Corona-Dokumente der KP Chinas geleakt

Angst vor Instabilität und Kontrollverlust, Angst vor Strafe – Die Gründe für den Zahlenbetrug können vielfältig sein im kommunistischen System. Interne Dokumente der Provinz Shandong, die der chinesischsprachigen „Epoch Times“ (USA) vorliegenden, entlarven im Vergleich mit den offiziellen Werten den Betrug.

Mehr dazu: Wie die KP Chinas das Volk und die internationale Gemeinschaft betrügt

16:38 Uhr: Inzwischen 35 Corona-Fälle im Landkreis Heinsberg

Im Landkreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der bestätigen Coronavirusfälle auf 35 gestiegen. Das sagte Landrat Stephan Pusch (CDU) am Freitag in Heinsberg. Bis auf ein Ehepaar, das stationär im Krankenhaus behandelt werde, seien die anderen Krankheitsverläufe mild. Die Infizierten stünden zu Hause unter Quarantäne. Dem Landrat zufolge befinden sich derzeit insgesamt rund tausend Menschen im Landkreis in Quarantäne.

Die sogenannte Person null, der Ursprung der Ansteckungsketten im Landkreis, sei nach wie vor nicht bekannt, sagte Pusch. Angesichts der vielen Querverbindungen zwischen den Menschen und den möglichen Infektionsquellen sei es aber kaum möglich, alle Kontaktpersonen zu ermitteln. „Das stößt an Grenzen“, sagte Pusch. Der Fokus liege darauf sicherzustellen, dass tatsächlich Erkrankte schnellstmöglich vom Hausarzt untersucht würden und über das weitere Verfahren entschieden werde.

Besonders betroffen in dem Landkreis ist Gangelt, ein 12.500-Einwohner-Ort an der deutsch-niederländischen Grenze nördlich von Aachen. Das betreffende Ehepaar, das in einer Klinik liegt, stammt aus dem Ort. Der erkrankte Ehemann nahm noch an einer Karnevalsveranstaltung mit rund 400 Besuchern teil. Die Kinder und Verwandten des Paars wurden Pusch zufolge negativ auf das Coronavirus getestet. Untersuchungsergebnisse aus einer Kita, in der die Frau arbeitet, sollten am Freitagabend vorliegen.

Hintergrundbericht: Arzt berichtet aus einem chinesischen Krankenhaus: „Das Schwierigste ist die Patienten leiden zu sehen“

15:03 Uhr: Desinfektionsmittel vielerorts ausverkauft

Wegen Sorge um eine Ansteckung mit dem Coronavirus decken sich die Deutschen mit Hygiene-Sprays ein. Vielerorts sind Hand-Desinfektionsmittel ausverkauft. Auch ein Mundschutz ist derzeit in deutschen Drogerien schwer zu bekommen.

Weil Mundschütze oft in asiatischen Ländern hergestellt werden, dürfte der Mangel noch eine Weile anhalten. Einerseits werden sie in den Herstellungsländern auch heftig nachgefragt, andererseits ist dort die Produktion teilweise gestört. Ob man sich mit einem Mundschutz vor dem Coronavirus schützen kann, wird von Experten aber bezweifelt.

Mehr dazu: Atemmasken und Schutzanzüge: Krisenstab prüft Lagerbestände in Deutschland – Notfalls auch Beschlagnahmungen oder Exportverbote

14:17 Uhr: DAX nach Jubelstimmung im Corona-Crash

Die Ausbreitung des Coronavirus drückt die Börsenkurse weiter Tief ins Minus, seit dem Rekordhoch hat der DAX 2000 Punkte verloren. Hintergrund ist die Sorge vor den wirtschaftlichen Auswirkungen der Epidemie – unter anderem durch Maßnahmen wie Reisebeschränkungen oder Werksschließungen zur Eindämmung der Krankheit. Auch globale Lieferketten sind betroffen. Zuletzt hatten weitere Länder erste Coronavirus-Fälle gemeldet.

Der Deutsche Aktienindex sackte am Freitag erneut um mehr als drei Prozent ab und notierte zu Handelsbeginn um 3,85 Prozent unter dem Wert des Vortags. Seit Montag hat der Index der 30 größten deutschen Unternehmen damit gut zwölf Prozent eingebüßt. Das US-Börsenbarometer Dow Jones hat in sechs Handelstagen mehr als 3200 Zähler verloren, auch an den Handelsplätzen in London, Paris und Mailand setzten sich die Kursverluste am Freitagmorgen fort. Die Anleger hätten in den „Panikmodus“ geschaltet, kommentierte Analyst Ipek Ozkardeskaya, von der Swissquote Bank.

13:48 Uhr: Merkel berät mit Spahn und Seehofer über Ausbreitung des Coronavirus

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat am Freitag mit den Ministern für Gesundheit und Inneres, Jens Spahn (CDU) und Horst Seehofer (CSU), über die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland beraten. Dabei sei es auch um staatliche Maßnahmen gegangen, um eine weitere Ausbreitung einzudämmen beziehungsweise zu verlangsamen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Hierüber berät auch der Krisenstab unter der gemeinsamen Leitung der beiden Ministerien am Nachmittag.

Am Abend wollte der Krisenstab dann über das Ergebnis seiner Beratungen informieren, wie Seibert weiter sagte. In welcher Form informiert werden wird, war zunächst noch unklar. Eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums sagte, bei dem Treffen werde es unter anderem darum gehen, Kriterien zu entwickeln, die den örtlichen Behörden bei der Entscheidung über mögliche Absagen von Großveranstaltungen helfen sollen.

13:10 Uhr: Litauen, Weißrussland, Neuseeland und Nigeria melden erste Corona-Fälle

Das Coronavirus hat sich in weitere Staaten weltweit ausgebreitet. Litauen, Weißrussland und Neuseeland meldeten am Freitag erste Infektionsfälle. In Litauen ist nach Angaben der Regierung eine 39-jährige Frau erkrankt, die kürzlich in Verona in Norditalien war. In Weißrussland wurde ein iranischer Student positiv auf das Virus getestet, der vergangene Woche über Aserbaidschan eingereist war. Das Gesundheitsministerium Neuseeland meldete eine infizierte Person, die kürzlich aus dem Iran zurückgekehrt sei.

In Lagos, der größten Stadt von Nigeria,  wurde das Coronavirus bei einem Italiener diagnostiziert, der in dem westafrikanischen Land arbeitet. Auf dem afrikanischen Kontinent waren zuvor nur zwei Coronavirus-Infektionen bestätigt worden – jeweils einer in Algerien und Ägypten.

Im Iran ist die Zahl der Todesopfer durch die Coronavirus-Epidemie nach offiziellen Angaben auf 34 gestiegen. Wie das Gesundheitsministerium in Teheran am Freitag mitteilte, wurden in den vergangenen 24 Stunden acht weitere Todesfälle gemeldet.

Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus hat Russland am Freitag die Einreisebestimmungen für Iraner und Südkoreaner verschärft. In einem Dekret verfügte der russische Ministerpräsident Michail Mischustin die „vorübergehende Einstellung“ der Visavergabe an Iraner. Einreisebeschränkungen wurden zudem für Reisende aus Südkorea verhängt.

Mehr dazu: Litauen, Weißrussland, Neuseeland und Lagos melden erste Coronavirus-Fälle

12:49 Uhr: Schweiz verbietet Großveranstaltungen zur Bekämpfung der Virusverbreitung

Die Schweiz hat am Freitag (28. Februar) Großveranstaltungen mit voraussichtlich mehr als 1.000 Personen verboten, um die Verbreitung des neuen Coronavirus zu bekämpfen. „Angesichts der aktuellen Situation und der Ausbreitung des Coronavirus hat der Bundesrat die Situation in der Schweiz als ’speziell‘ im Sinne des Epidemiengesetzes eingestuft“, sagte das Kabinett nach einer Sitzung.

„Grossanlässe mit mehr als 1’000 Personen sollen verboten werden. Das Verbot tritt sofort in Kraft und gilt mindestens bis zum 15. März.“ Das Verbot betraf den Genfer Autosalon, der bereits Tage vor seiner Eröffnung nächste Woche abgesagt wurde. Länder auf drei Kontinenten meldeten am Freitag ihre ersten Fälle des Coronavirus, als sich die Welt auf eine Pandemie vorbereitete.

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle in der Schweiz ist auf 15 gestiegen, und mehr als 100 Menschen befinden sich in Quarantäne, sagte Regierungsminister Alain Berset. Als sich der Ausbruch ausbreitete, hat der Kanton Basel-Stadt am Donnerstag (27. Februar) eine Reihe von Kindern in eine zweiwöchige Quarantäne gesteckt, nachdem eine ihrer Betreuerinnen positiv auf das Virus getestet wurde.

12:19 Uhr: Deutschland hat keine gesetzliche Grundlage zur Abriegelung ganzer Orte – sagt der Städtetag

Nach den Worten von Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, gibt es keine gesetzliche Grundlage für die Abriegelung ganzer Städte zur Eindämmung von Infektionskrankheiten. Das Infektionsschutzgesetz erlaube die Isolierung einzelner Personen, „aber es gibt darin keine Regelung, ganze Stadtteile abzuriegeln.“ Eine Abriegelung ganzer Orte und Städte halte er auch nicht für sinnvoll, wie das Beispiel Italien zeige.

Mehr dazu: Zwangsuntersuchung und Quarantäne – Welche Maßnahmen drohen den Deutschen?

11:55 Uhr: Zahl der Coronavirus-Infizierten in Baden-Württemberg steigt auf zehn

Die Zahl der mit dem neuartigen Coronavirus infizierten Patienten in Baden-Württemberg ist auf zehn gestiegen. Wie das Sozialministerium in Stuttgart am Freitag mitteilte, wurden zwei Männer im Landkreis Ludwigsburg und im Rhein-Neckar-Kreis positiv auf den Erreger getestet. Seit Donnerstag wurden in Deutschland 27 neue Coronavirusfälle gemeldet. Damit erhöhte sich die Zahl laut RKI bis Freitagvormittag auf insgesamt 53 Fälle. Bislang sei nur in einem Fall ein schwerer Krankheitsverlauf bekannt.

Der Betroffene aus dem Rhein-Neckar-Kreis war bis vor wenigen Tagen im Skiurlaub im italienischen Südtirol und begab sich nach Angaben des Ministeriums am Donnerstag mit „leichten Symptomen“ in die Universitätsklinik in Heidelberg. Dort wurde er getestet und kam in Quarantäne.

Der Mann aus dem Landkreis Ludwigsburg wurde demnach durch die neu eingeführten Verdachtsuntersuchungen im Rahmen von Tests auf die normale Grippe erkannt. Derzeit werden die Proben von Patienten mit entsprechenden Symptomen, bei denen keine Influenza-Ansteckung nachweisbar ist, zusätzlich auf das Coronavirus untersucht. Weitere Informationen zu diesem Fall gab es zunächst nicht.

11:28 Uhr: Coronavirus-Infizierter aus NRW besuchte Tropical Island

Ein Corona-Infizierter aus dem Kreis Heinsberg hielt sich letzte Woche für mehrere Tage im „Tropical Islands“, einem Freizeit-Resort in Brandenburg auf. Das lokale Gesundheitsamt leitet derzeit Schutzmaßnahmen ein. Der Mann sei laut Pressemitteilung mit seiner fünfköpfigen Familie als Bade- und Urlaubsgast in der Zeit vom 20. bis zum 23. Februar 2020 in dem Krausnicker Indoor-Wasserpark gewesen. Nach seiner Rückkehr nach Nordrhein-Westfalen sei der leicht Erkrankte positiv auf den Virus getestet worden.

Das Gesundheitsamt Dahme-Spreewald hat eine Hotline für Rat suchende Bürgerinnen und Bürger freigeschaltet, wo man „fachkundige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“ täglich zwischen 8 und 22 Uhr telefonisch unter 03375/262146 erreichen kann.

Laut „Welt“ zählt das Freizeit-Resort bis zu 4000 Menschen täglich. Das Resort testet derzeit knapp hundert Mitarbeiter auf Coronainfektionen, bisher haben sich alle Verdachtsfälle im Landkreis Dahme-Spreewald nicht bestätigt. „Unsere bisherigen Prüfungen haben ergeben, dass kein erhöhtes Ansteckungsrisiko bestanden hat“, so Dr. Astrid Schumann, Leiterin des Gesundheitsamtes Dahme-Spreewald. Den Saunabereich soll der Mann nicht betreten haben.

10:39 Uhr: Coronavirus-Epidemie in Südkorea breitet sich weiter stark aus

In Südkorea weitet sich die Coronavirus-Epidemie weiter stark aus. Die zuständige Gesundheitsbehörde gab am Freitag 315 Neuinfektionen bekannt. In den vergangenen 24 Stunden infizierten sich den Angaben zufolge insgesamt 571 Menschen mit dem Erreger. Die Gesamtzahl bestätigter Ansteckungsfälle stieg damit auf 2337, die Zahl der Toten liegt bei 13.

In Südkorea gibt es damit weiterhin mit Abstand die meisten Infektionsfälle außerhalb Chinas. Das Land hat ein hoch entwickeltes Gesundheitssystem, dessen Statistiken als sehr verlässlich gelten. In Italien sind nach offiziellen Zahlen bereits mehr Menschen verstorben, nämlich 17. Dort wurden bisher 655 Infizierte gemeldet.

10:35 Uhr: YouTube sperrt Werbung bei Coronavirus-Videos

Seit einiger Zeit sperrt YouTube viele Videos im Zusammenhang mit dem Coronavirus für Werbung. Eine Petition an das Weiße Haus, YouTube zu einer Erklärung zu zwingen, erhielt binnen einer Woche über 60.000 Unterschriften.

Mehr dazu: YouTube sperrt Werbung bei Coronavirus-Videos – Petition erreicht in einer Woche 60.000 Unterschriften

10:02 Uhr: Kinderärzteverband klagt über Ansturm auf Arztpraxen

Die Wartezimmer bei Kinderärzten sind momentan komplett überfüllt. „Die Eltern rennen uns die Bude ein“, sagte die stellvertretende Vorsitzende des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte in Bayern, Brigitte Dietz, der Deutschen Presse-Agentur.

Mehr dazu: Kinderärzteverband klagt über Ansturm auf Arztpraxen

9.00 Uhr: Drosten warnt vor Coronavirus bei „Maybrit Illner“

Der Virologe Christian Drosten sagte am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung „Maybrit Illner“: „Wir werden in den nächsten Tagen sehen, dass neue Fälle und kleine Fallgruppen wie die Pilze aus dem Boden schießen werden.“ Deutschland werde in Europa eines der Länder mit den höchsten Fallzahlen sein, „weil unsere Bevölkerung sehr reisefreudig ist“.

Die Bundesregierung suche nach Lösungen, um im Kampf gegen das Coronavirus Schutzausrüstung etwa für medizinisches Personal verfügbar zu halten. „Wir müssen uns auf eine Knappheit in dem Bereich einstellen“, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in der ZDF-Sendung „Maybrit Illner“.

8:16 Uhr: Erster Corona-Fall in Hesse – weitere Infektion in Rheinland-Pfalz

Allein in Nordrhein-Westfalen kamen am Donnerstag 14 neue Fälle dazu, außerdem wurden vier weitere Infektionen in Baden-Württemberg sowie jeweils ein neuer Fall in Rheinland-Pfalz, Hessen und Bayern gemeldet. Damit sind es aktuell 30 Corona-Infizierte.

In Hessen ist am Donnerstagabend ein erster  Coronavirus-Fall bestätigt worden. Das Virus ist im Lahn-Dill-Kreis nachgewiesen worden, teilte der Landkreis mit. Am Freitag um 10.00 Uhr wollen Hessens Minister für Soziales und Integration, Kai Klose (Grüne), und Landrat Wolfgang Schuster in einer Pressekonferenz informieren. „Maybrit Illner“

7:58 Uhr: Hamburger Kinderklinik-Mitarbeiter infiziert

Ein Mitarbeiter der Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) hat sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Das teilten die Klinik und die Behörde für Gesundheit mit.

Alle Kinder und Eltern, die engen Kontakt mit dem Mitarbeiter hatten, gehen demnach nun 14 Tage in Quarantäne – je nach Gesundheitszustand im UKE oder zu Hause. Auch andere Mitarbeiter gehen in eine häusliche Isolation. Auf der betroffenen Station sollen vorerst keine neuen Patienten mehr aufgenommen werden.

Donnerstag, 27. Februar

21:45 Uhr: Auch Bayern meldet weiteren Fall

Nach Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg hat auch Bayern einen neuen Fall des neuartigen Coronavirus gemeldet. Es handele sich um einen Mann aus Mittelfranken, der Kontakt mit einem später positiv getesteten Italiener gehabt habe, erklärte das bayerische Gesundheitsministerium am Donnerstagabend.

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19:45 Uhr: Behörden melden 18 neue Corona-Fälle – davon 14 in NRW und 4 BaWü

Im Kreis Heinsberg seien am Abend 14 neue Infektionen bestätigt worden, teilten das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium und der Kreis Heinsberg mit. Damit stieg die Zahl der Infektionsfälle in Heinsberg auf 20. Alle neu diagnostizierten Patienten seien in häusliche Quarantäne entlassen worden, hieß es weiter. Eine stationäre Behandlung im Krankenhaus sei nicht notwendig. Fast alle Betroffenen wohnten in der Gemeinde Gangelt, einer in der Region Aachen.

Das baden-württembergische Sozialministerium meldete am Abend vier weitere Fälle in dem Bundesland. Drei von ihnen hatten demnach zuvor bei einem Geschäftstreffen in München Kontakt zu einem italienischen Teilnehmer, der anschließend in Italien positiv getestet wurde.

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18:12 Uhr: Alle in Bayern behandelten Coronavirus-Patienten genesen

Alle 14 in Bayern behandelten Coronavirus-Patienten sind genesen, hieß es am Donnerstag. Mittlerweile sei auch der letzte Fall aus der München-Klinik Schwabing entlassen worden, teilte das Bayerische Gesundheitsministerium mit. Bis zum Nachmittag habe es keine neuen bestätigten Coronavirus-Fälle im Freistaat gegeben.

Ende Januar hatte Bayern den ersten deutschen Coronavirus-Patienten gemeldet. Der Mann arbeitet beim Automobilzulieferer Webasto, wo er sich bei einer Schulung durch eine Mitarbeiterin aus China angesteckt hatte. Auch die weiteren Fälle ließen sich darauf zurückführen.

16:28 Uhr: Schulen in Japan sollen wegen Coronavirus-Epidemie wochenlang schließen

In Japan sollen die Schulen wegen der Coronavirus-Epidemie für mehrere Wochen geschlossen bleiben. Für die Regierung stehe die Gesundheit und Sicherheit der Kinder an erster Stelle, sagte Ministerpräsident Shinzo Abe am Donnerstag in Tokio. Er forderte deshalb alle Schulen des Landes auf, vom 2. März bis zu den Ende März beginnenden Frühjahrsferien zu schließen.

15:56 Uhr: Berliner Feuerwehr ächzt unter Anrufen wegen Coronavirus – Notrufnummer überlastet

Die Notrufnummer 112 der Berliner Feuerwehr wird immer öfter wegen des neuen Coronavirus angerufen. Deshalb bat die Feuerwehr am Donnerstag über Twitter: „Bitte nutzen Sie ausschließlich die Nummer der Senatsgesundheitsverwaltung: 030 9028 2828.“

Viele Menschen in Berlin würden die Feuerwehr anrufen, nur um Informationen zum Coronavirus und Verhaltensregeln zu erfahren, sagte ein Sprecher der Deutschen Presseagentur. „Aber da müssen wir ganz klar sagen: die 112 ist nur für wirkliche Notlagen da. Dafür müssen wir die Leitungen frei halten. Wir können keine Beratungsgespräche anbieten.“

Wenn es aber wirkliche Notfälle mit schwer kranken oder infizierten Menschen geben würde, werde die Feuerwehr natürlich einen Krankenwagen schicken.

Krisenstab-Pressekonferenz – Spahn: Polizei wird Quarantäne notfalls durchsetzen

15:54 Uhr: Zahl der Coronavirus-Toten in Italien auf 14 gestiegen – nun 528 registrierte Fälle

Die Zahl der Todesopfer durch die Coronavirus-Epidemie in Italien ist auf 14 gestiegen. Seit Mittwoch seien zwei weitere Infizierte gestorben, teilte der italienische Zivilschutz am Donnerstag mit. Die Zahl der Infektionen stieg unterdessen weiter stark an. Nach 400 Fällen am Mittwochabend gibt es nun 528 registrierte Fälle.

15:46 Uhr: FDP fordert den Kampf gegen das Coronavirus zur Chefsache machen

FDP-Fraktionsvize Michael Theurer hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) aufgefordert, das Krisenmanagement gegen das Coronavirus an sich zu ziehen. „Frau Merkel muss die Bekämpfung der Coronavirus-Epidemie zur Chefsache machen“, sagte Theurer der „Rheinischen Post“ (Freitagsausgabe). Bei den Hochwassern oder der Finanzmarktkrise habe das Kanzleramt die Zügel in der Hand gehabt.

„Jetzt wirkt Frau Merkel seltsam untätig.“ Die Gesundheit von Millionen Menschen in Deutschland brauche eine kluge, koordinierte Politik von Bund und Ländern. Das gehe weit über reine Gesundheitspolitik hinaus, so Theurer.

15:30 Uhr: Zwei neue Corona-Fälle in Wien – Drei in der Schweiz – beide Länder insgesamt Vier

Das neuartige Coronavirus hat auch Wien erreicht: Bei zwei Männern sei der Erreger nachgewiesen worden, gaben die Gesundheitsbehörden am Donnerstag in Österreichs Hauptstadt bekannt. Der 72-Jährige, bei dem die Infektion zuerst bestätigt wurde, lag bereits seit zehn Tagen mit klassischen Grippe-Symptomen im Krankenhaus Rudolfstiftung, wie die Nachrichtenagentur APA unter Berufung auf den Gesundheitsstadtrat berichtete. Am Donnerstag sei er in das Kaiser-Franz-Josef-Krankenhaus verlegt worden. Dort sei bei einem Routinetest die Coronavirus-Infektion festgestellt worden, berichtete APA.

Drei Krankenhausabteilungen seien in der Folge gesperrt, die Krankenhausmitarbeiter in häusliche Quarantäne geschickt worden. Der Gesundheitsdienst der Stadt Wien sei nun damit beschäftigt, „alle Kontakte des Mannes“ ausfindig zu machen. „Wir haben in der uns überschaubaren Gruppe keinen einzigen Krankheitsfall feststellen können“, sagte der medizinische Direktor des Wiener Krankenanstaltenverbunds (KAV), Michael Binder, laut APA. Insgesamt gibt es in Österreich vier nachgewiesen Coronavirus-Fälle.

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle in der Schweiz ist ebenfalls auf vier gestiegen, so die Gesundheitsbehörde des Landes am Donnerstag (27. Februar). Im westlichen Kanton Genf wurde eine Person positiv auf das Virus getestet, ein 28-jähriger Mathematiker, der kürzlich nach Mailand gereist war. Er wurde im Genfer Universitätsspital isoliert.

Die Behörden bestätigten auch, dass ein Ehepaar im südöstlichen Alpenkanton Graubünden mit dem Virus infiziert ist. „Alle drei Patienten sind im Krankenhaus isoliert. Ihr Zustand ist gut“, sagte das Bundesamt für Gesundheit. Der erste bestätigte Fall in der Schweiz wurde im Kanton Tessin, der an Norditalien grenzt, festgestellt, wo sich in der Lombardei das Epizentrum eines Ausbruchs befindet.

14:30 Uhr: Zahl der Coronavirus-Toten im Iran steigt auf 26 – Irak kündigt umfassende Maßnahmen an

Im Iran ist die Zahl der Todesopfer durch die Coronavirus-Epidemie nach offiziellen Angaben auf 26 gestiegen. Wie das Gesundheitsministerium in Teheran am Donnerstag mitteilte, wurden in den vergangenen 24 Stunden sieben weitere Todesfälle gemeldet. Zudem seien 106 neue Ansteckungsfälle festgestellt worden, sagte der Ministeriumssprecher Kianusch Dschahanpur. Damit seien mittlerweile 245 Menschen infiziert. Sollten die offiziellen Zahlen zutreffen, wäre die Sterblichkeitsrate im Iran extrem hoch. Befürchtet wird daher eine hohe Dunkelziffer an Ansteckungen.

Am Mittwoch hatten die iranischen Behörden Reisebeschränkungen, sowie Zugangsbeschränkung zu wichtigen schiitischen Pilgerstätten erlassen. Schulen und Universitäten in den betroffenen Gebieten sollen länger geschlossen bleiben, zudem soll es in den Moscheen in dieser Woche keine Freitagsgebete geben, wie Gesundheitsminister Said Namaki ankündigte.

Irans Nachbarland Irak gab unterdessen den ersten bestätigten Coronavirus-Fall in der Hauptstadt Bagdad bekannt. Damit gibt es im Irak nun sechs bestätigte Infektionen.

Die irakische Regierung hatte am Mittwochabend umfassende Maßnahmen verkündet, um eine weitere Ausbreitung des Erregers zu verhindern. Schulen, Universitäten, Cafés, Kinos und andere öffentliche Orte sollen bis zum 7. März geschlossen bleiben. Reisen in oder aus betroffenen Ländern wie China, Iran, Japan, Südkorea, Thailand, Singapur, Italien, Kuwait und Bahrain sind vorerst untersagt. Zuvor hatte der Irak bereits Einreisesperren für Ausländer aus dem Iran und China verhängt.

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13:39 Uhr: Chinesisches Regime bestraft Beamte für die Meldung abweichender Daten über Infektionen

Fünf leitende Beamte der Stadt Jingmen in der Provinz Hubei, dem Zentrum des Coronavirus-Ausbruchs, wurden am 26. Februar von den Provinzbehörden bestraft, nachdem die Stadt „-107“ neue Diagnosen von COVID-19-Patienten gemeldet hatte.

Die staatliche chinesische Medienagentur Xinhua berichtete, dass am 26. Februar die Hubei-Kommission für Disziplinarinspektion, die Anti-Korruptions-Aufsichtsbehörde der Kommunistischen Partei Chinas, fünf Beamte aus Jingmen bestraft hat, weil sie am 19. Februar „verwirrende Daten“ gemeldet hatten.

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13:25 Uhr: Mindestens 230 Messeveranstaltungen wegen Coronavirus verschoben

Mindestens 230 Messeveranstaltungen sind weltweit bislang wegen der Coronavirus-Krise verschoben oder abgesagt worden. Das berichtet die DFV-Mediengruppe, die zahlreiche Fachzeitschriften herausgibt. In Deutschland gehören zu den betroffenen Veranstaltungen bislang die „Asia Apparel Expo“ in Berlin, eine Sourcing-Messe für Bekleidung, die „Light + Building“ in Frankfurt am Main, eine Messe für Licht und Gebäudetechnik, und die Internationale Eisenwarenmesse in Köln.

13:00 Uhr: Coronavirus erreicht Norwegen

Die norwegische Gesundheitsbehörde (FHI) bestätigte heute, dass eine Person positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Die Person zeigt keine Coronavirus-Symptome. Nach der Rückkehr aus der Krisenregion Chinas wurden Tests vorgenommen. Die Analyse der heute durchgeführten Tests ergab ein schwach positives Ergebnis, aber eine frühere Analyse war negativ, so die Leiterin derAbteilung für Infektionsschutz des Gesundheitsministeriums, Linie Vold.

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12:20 Uhr: Innen- und Gesundheitsministerium richten Corona-Krisenstab ein

Die Bundesregierung hat angekündigt einen gemeinsamen Krisenstab des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat (BMI), des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) und weiterer beteiligter Ressorts einzurichten. Dieser soll „die regelmäßigen Arbeitsstrukturen festigen und die Krisenvorsorge in Deutschland weiter stärken“.

Bundesinnenminister Horst Seehofer und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn werden in Kürze über weitere Schritte informieren.

11:58 Uhr: Iranische Staatsmedien vermelden drei weitere Tote durch Coronavirus-Epidemie

Im Iran haben die Staatsmedien drei weitere Todesfälle durch das neuartige Coronavirus vermeldet. Die Gesamtzahl der Toten stieg damit auf 22, wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna am Donnerstag berichtete. Irna veröffentlichte eine Karte zur Ausbreitung der Covid-19-Epidemie im Iran, derzufolge mittlerweile 141 Menschen mit dem Erreger der Lungenkrankheit infiziert sind.  Sollten die offiziellen Zahlen zutreffen, wäre die Sterblichkeitsrate im Iran extrem hoch. Befürchtet wird daher eine hohe Dunkelziffer an Ansteckungen.

11:24 Uhr: Zwei weitere Coronavirus-Fälle in Großbritannien

In Großbritannien werden zwei weitere Coronavirus-Patienten in Krankenhäusern behandelt. Die beiden Patienten hatten sich auf der spanischen Urlaubsinsel Teneriffa und in Italien mit dem Erreger angesteckt, wie die britischen Gesundheitsbehörden am Donnerstag mitteilten. Sie werden demnach in Infektionsstationen in Krankenhäusern in London und Liverpool behandelt.

Mit den beiden neuen Fällen gibt es in Großbritannien nun 15 bestätigte Infektionen mit Covid-19. Auf Teneriffa ist ein ganzes Hotel von der Epidemie betroffen: Hunderte Gäste des Vier-Sterne-Hotel „H10 Costa Adeje Palace“ sind seit 3 Tagen unter Quarantäne, nachdem italienische Gäste positiv getestet worden waren.

10:55 Uhr: Estland meldet ersten Coronavirus-Fall

Estland hat am Donnerstag seinen ersten Coronavirus-Fall bekannt gegeben. Betroffen sei ein in dem baltischen Land lebender Iraner, der am Mittwochabend von einer Reise in sein Heimatland zurückgekehrt sei, sagte der estnische Minister für Soziales, Tanel Kiik, im Fernsehen. Der Erkrankte wurde demnach in ein Krankenhaus eingeliefert. Medienberichten zufolge war der Iraner mit einem Bus aus der lettischen Hauptstadt Riga nach Estland zurückgekehrt.

10:32 Uhr: Jedes vierte kleine und mittlere Unternehmen spürt bereits Folgen von Coronavirus

Bereits rund 25 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland spüren die Auswirkungen des neuartigen Coronavirus. Das ergab eine aktuelle Umfrage des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft, wie Mittelstandspräsident Mario Ohoven dem „Spiegel“ sagte. „Das ergibt sich schon aus den weltweiten wirtschaftlichen Lieferverflechtungen. So beträgt das Handelsvolumen allein mit der Lombardei, die zu den vom Coronavirus besonders betroffenen Regionen in Europa gehört, rund 44 Milliarden Euro, das entspricht in etwa dem Japan-Geschäft.“

Ohoven rechnet mit deutlichen negativen Folgen für die deutsche Konjunktur: „Die Auswirkungen des Coronavirus werden das Wachstum in Deutschland in diesem Jahr erheblich dämpfen“, sagte er dem „Spiegel“. Er gehe davon aus, dass die Wirtschaft 2020 so gut wie nicht mehr wachsen wird.

8:16 Uhr: Erster Coronavirus-Fall in Dänemark bei Italien-Urlauber entdeckt

Auch in Dänemark ist ein erster Fall einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus entdeckt worden. Betroffen sei ein Mann, der am Montag mit seiner Frau und seinem Sohn aus den Skiferien im Norden Italiens zurückgekehrt sei, teilten die Gesundheitsbehörden am Donnerstag mit. Er leide unter Husten und Fieber und sei positiv auf den Erreger getestet worden. Tests bei seiner Frau und seinem Sohn fielen demnach negativ aus. Dem Mann gehe es relativ gut, er befinde sich derzeit mit seiner Familie unter häuslicher Quarantäne, erklärten die Behörden.

Die dänischen Gesundheitsbehörden hatten am Dienstag erklärt, dass die Wahrscheinlichkeit „gestiegen“ sei, dass das Coronavirus nach Dänemark eingeschleppt werde. Das Risiko einer Ansteckung sei aber weiter „gering“. Die große dänische Containerschiff-Reederei Maersk ordnete als Vorsichtsmaßnahme bereits an, dass Mitarbeiter, die aus China, Norditalien oder Südkorea zurückkehren, zwei Wochen lang von zu Hause arbeiten müssen.

Italien ist der bislang größte Herd des Virus in Europa. Dort gibt es bislang 400 Infektionsfälle, die meisten davon im Norden des Landes. Zwölf Menschen starben dort bereits an dem Erreger.

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7:52 Uhr: Tourismuskrise im Iran

Die Ruinen von „Persepolis“ oder die Persischen Gärten – sie zählen nicht nur zum Unesco-Weltkulturerbe, sondern locken auch Millionen Touristen in den Iran. Durch den Ausbruch einer Coronavirus-Epidemie ist der Tourismus des Landes nun aber in eine tiefe Krise gestürzt.

„Mit Blick auf den Corona-Ausbruch ist dieses Jahr ein Dürrejahr für den Tourismus“, sagte Dschawad Musawi, Direktor für Tourismus in der iranischen Organisation für Kulturerbe, Handwerk und Tourismus laut der iranischen Wirtschaftszeitung „Eghtesad-e Donja“.

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7:41 Uhr: „Stresstest für die Wirtschaft“: BDI fürchtet Konjunktureinbruch

Die deutsche Industrie fürchtet eine Eintrübung der Konjunktur durch den Coronavirus-Ausbruch in Europa und fordert schnelle Hilfen der Bundesregierung. „Die Corona-Epidemie ist ein Stresstest für die Wirtschaft, den einige Lieferketten mit starkem China-Fokus derzeit nicht bestehen. Die Auswirkungen des Virus sind in der globalen Wirtschaft und der exportorientierten deutschen Industrie deutlich zu registrieren“, sagte Joachim Lang, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Donnerstagausgaben).

Die mehr als 5.000 deutschen Unternehmen in China sind derzeit in Beschaffung, Produktion und Absatz stark eingeschränkt. Die Unternehmen hätten sich zwar auf die Situation in China eingestellt und versuchten, Lieferketten neu zu organisieren und Abhängigkeiten von einzelnen Lieferanten zu verringern. Doch das helfe nur bedingt: „Trotz der Stützungsmaßnahmen Pekings wird die wirtschaftliche Aktivität durch teils widersprüchliche Sicherheitsmaßnahmen der Behörden behindert“, sagte Lang. „Der Konjunktur drohen spürbar negative Effekte.“

Auf China entfielen 8,5 Prozent des deutschen Außenhandels. Die Bundesregierung müsse nun schnell handeln, so Lang. „Die deutsche Industrie fordert ein koordiniertes wirtschaftspolitisches Vorgehen der Bundesregierung. Neben dem Gesundheitsschutz muss die Politik ab sofort auch das wirtschaftliche Krisenmanagement in den Fokus nehmen. Die Bundesregierung muss jetzt rasch die vom Bundeswirtschaftsministerium angekündigten wirtschaftspolitischen Impulse für eine Belebung des Wachstums anschieben“, sagte der BDI-Vertreter.

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7:25 Uhr: Container-Stau im Hamburger Hafen

Deutschlands Häfen bekommen die Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie zunehmend zu spüren. „Wir sehen einen Stau europäischer Container, und die Stellflächen, vorwiegend in Hamburg, werden entsprechend knapp“, sagte Steffen Leuthold, Sprecher des Terminalbetreibers Eurogate.

7:21 Uhr: USA und Südkorea verschieben gemeinsame Militärübung

Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus setzen die USA und Südkorea geplante gemeinsame Militärübungen aus. Das für das Frühjahr geplante gemeinsame Training von Kommandozentralen werde verschoben, teilten die Streitkräfte beider Länder am Donnerstag mit. Zuvor war in Südkorea die Alarmstufe wegen des Coronavirus auf den höchsten Grad heraufgesetzt worden. Das Land ist der größte Herd des Erregers außerhalb von China.

Seit Mittwoch wurden in Südkorea weitere 334 Ansteckungsfälle bestätigt, wie die für die Bekämpfung der Epidemie zuständige Gesundheitsbehörde mitteilte. Die Zahl der Infektionen in dem Land stieg damit auf 1595. Die Zahl der Todesopfer in Südkorea durch das Coronavirus liegt bei zwölf.

In Südkorea sind rund 28.500 US-Soldaten stationiert, die das Land gegen das mit Atomwaffen ausgerüstete Nordkorea schützen sollen. Am Mittwoch war erstmals ein Fall der Ansteckung mit dem Coronavirus unter den US-Soldaten in Südkorea gemeldet worden. Der 23-jährige Soldat wurde in seiner Wohnung außerhalb der Basis Camp Carroll unter Quarantäne gestellt.

7:18 Uhr: Saudi-Arabien verbietet Mekka-Pilgern die Einreise

Saudi-Arabien schließt als Schutzmaßnahme gegen das neuartige Coronavirus seine Grenzen vorläufig für Pilger. Muslimische Gläubige, welche nach Mekka reisen wollen, erhalten vorerst keine Visa mehr, wie das Außenministerium in Riad am Donnerstag mitteilte. Mekka, wo die heiligsten Stätten des Islam liegen, wird jeden Monat von zehntausenden Pilgern besucht.

Die größte alljährliche Pilgerfahrt nach Mekka – der Hadsch – mit Millionen von Gläubigen aus aller Welt findet in diesem Jahr aber erst zwischen Juli und August statt. Zur Abwehr des Coronavirus verbietet Saudi-Arabien nach Angaben des Außenministeriums außerdem bis auf Weiteres generell die Einreise von Touristen aus Ländern, in denen der Erreger eine „Gefahr“ darstelle. Von China aus hat sich der Erreger inzwischen in rund 40 andere Staaten ausgebreitet.

7:15 Uhr: Regionalzug wegen Coronavirusverdacht gestoppt

Im rheinland-pfälzischen Idar-Oberstein ist am Mittwoch ein Regionalzug für rund zwei Stunden angehalten worden, weil bei einem Passagier Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus bestand. Am Bahnhof kam es zu einem Großeinsatz des Rettungsdienstes, vor Ort wurde der Passagier untersucht und später in ein Krankenhaus gebracht. Auch von den Mitreisenden wurden die Personalien aufgenommen. Der Mann habe sich selbst beim Zugpersonal gemeldet, weil er Symptome verspürte, hieß es. Der Zug war auf dem Weg von Frankfurt nach Saarbrücken. Auf der Strecke kam es bis in den Abend zu Verspätungen.

7:10 Uhr: Oberarzt der Tübinger Pathologie infiziert

Mehr als zehn Oberärzte des Uniklinikums Tübingen stehen unter häuslicher Quarantäne. Die Erkrankung eines 25-jährigen Mannes aus dem Kreis Göppingen war bereits am Dienstagabend bekannt. Am Sonntag kam er aus Mailand zurück, wo er sich vermutlich infiziert hatte. Bei der 24-jährigen Frau aus Tübingen handelt es sich um die Reisebegleitung des Mannes, die mit ihrem Vater zusammenlebt.

Der 60-Jährige hat sich bei seiner Tocher angesteckt. Er arbeitetete als Oberarzt in der Pathologie Tübingen. Im Umkreis des Mannes wurden mehr als zehn weitere Oberärzte nach Hause geschickt, unter ihnen der Chef der Chirurgie.

(afp/dpa/dts)