Corona-Pandemie im Newsticker 7.4.: Zahl der aktiven Corona-Infektionen stagniert

Epoch Times6. April 2020 Aktualisiert: 8. April 2020 7:24
Ausgangssperren, Kontaktverbote, Quarantäne – weltweit. Die Entwicklungen zur Corona-Pandemie im Newsticker.

Die Lungenkrankheit COVID-19 verbreitete sich rasant in der Welt. Regierungsdaten zufolge könne der erste Fall einer Person, die nachgewiesenermaßen an COVID-19 litt, auf den 17. November in China zurückverfolgt werden.

Nicht jeder, der infiziert ist, erkrankt am Virus. 80 Prozent aller Corona-Infektionen verlaufen mild. Nach Auskunft des Robert-Koch-Instituts werden alle Todesfälle von Patienten, bei denen eine Corona-Infektion nachgewiesen wurde, als „Corona-Tote“ gewertet. Vorerkrankungen werden nicht berücksichtigt. Bei der Influenza ist das anders.

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Dienstag, 7. April

20:57 Uhr: Zahl der aktiven Corona-Infektionen stagniert

Die Zahl der aktiven Corona-Infektionen in Deutschland tritt auf der Stelle. Nach Berechnungen der dts Nachrichtenagentur gab es am Dienstagabend in Deutschland 61.370 aktive Infektionen mit Nachweis, zwei Prozent weniger als am Vortag.

Zwar stieg die Gesamtzahl der Corona-Infektionen bis Dienstagabend um rund vier Prozent oder rund 4.000 Fälle auf 107.091, die Zahl der Genesenen legte aber gegenüber dem Vortag um 13 Prozent oder 5.088 Fälle auf 43.757 zu.

20:08 Uhr: Von der Leyen stellt „Ausstiegsstrategie“ doch nicht vor

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wird am Mittwoch nun doch nicht ihre „Ausstiegsstrategie“ aus den Notfallmaßnahmen gegen die Corona-Pandemie vorstellen. Die EU-Kommission werde bei ihrer wöchentlichen Sitzung über einen Fahrplan für die Rücknahme von Einschränkungen des öffentlichen Lebens diskutieren, aber keine Entscheidungen treffen, teilte die Behörde am Dienstagabend mit.

Zuvor hatte ein Kommissionssprecher gesagt, von der Leyen werde im Anschluss an die Sitzung „Leitlinien“ dafür vorstellen, wie die EU-Länder „zu gegebener Zeit und unter Absprache“ wieder zur Normalität zurückkehren könnten. Dies wurde in der Stellungnahme am Abend nun zurückgenommen.

19:50 Uhr: Österreichs Bundeskanzler lehnt Corona-Bonds ab

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat eine gemeinsame Schuldenaufnahme europäischer Staaten zur Bekämpfung der Folgen der Corona-Pandemie, sogenannte Corona-Bonds, abgelehnt.

„Wir ziehen da an einem Strang mit der deutschen Regierung“, sagte Kurz der RTL/n-tv-Redaktion. Er sei mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), aber auch mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und vielen anderen „in ständigem Kontakt. Wir tauschen uns nicht nur über die Gesundheitspolitik aus, sondern auch über die Frage, wie es in Europa weitergehen soll. Und da lehnen wir eine Vergemeinschaftlichung der Schulden ab“, so der ÖVP-Politiker weiter.

Man sei „natürlich“ bereit, zu helfen in dieser Krise, auch mit dem Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM). Man stehe „für Hilfe und für Solidarität für Länder wie Italien, Spanien oder Frankreich, aber die Vergemeinschaftlichung von Schulden, das ist nicht unser Weg“, so der österreichische Bundeskanzler.

18:24 Uhr: ILO sieht globalen Arbeitsmarkt in „schlimmster Krise“ seit Zweitem Weltkrieg

Der weltweite Arbeitsmarkt steht nach Einschätzung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) vor der „schlimmsten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg“.

Rund 1,25 Milliarden Menschen drohten der Verlust ihres Arbeitsplatzes oder Gehaltskürzungen, erklärte die UN-Organisation am Dienstag in Genf. Laut einer neuen Studie schätzt die ILO, dass alleine im zweiten Quartal 2020 6,7 Prozent der Arbeitsstunden weltweit verloren sein werden. Dies entspreche 195 Millionen Vollzeitstellen.

Stark betroffen sein werden demnach die arabischen Länder und Europa, am härtesten dürfte aber nach absoluten Zahlen die Region Asien-Pazifik getroffen werden. Die Situation sei deutlich schlimmer als in der Finanzkrise von 2008 und 2009. Arbeitnehmer und Unternehmen stünden vor einer „Katastrophe“, sowohl in Industrie- als auch in Entwicklungsländern, erklärte ILO-Chef Guy Ryder.

18:13 Uhr: Wirtschaftsweise rechnet mit Systemwechsel

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Die neue Wirtschaftsweise Veronika Grimm rechnet mit einem Systemwechsel durch die Coronakrise. Medikamente oder Schutzausrüstung würden in Zukunft stärker im eigenen Land produziert, statt sich auf vollständig ausländische Lieferketten zu verlassen, sagte Grimm der „Süddeutschen Zeitung“ (Mittwochausgabe). Auch der Klimaschutz könne in Zukunft eine größere Bedeutung bekommen.

„Der Klimaschutz kann die Wirtschaft nach Corona wiederbeleben.“ Die EU-Kommission stoße mit dem Green Deal eine Veränderung der Wirtschaft an, die ein großes Zukunftspotenzial für die deutsche Industrie berge. „Bei klimaneutralen Technologien und Produkten standen die Firmen vor der Coronakrise in den Startlöchern. Diese Dynamik kann man aufgreifen und nutzen, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln.“

Was die Corona-Maßnahmen angeht, plädiert Grimm für eine stufenweise Wiederöffnung von Schulen, Betrieben und öffentlichem Leben.

17:25 Uhr: Lufthansa stellt Flugbetrieb von Germanwings ein

Die Lufthansa stellt den Flugbetrieb ihres Tochterunternehmens Germanwings ein. Das teilte der Konzern am Dienstag in einer Erklärung zu ersten Restrukturierungen infolge der Corona-Krise mit. Alle daraus resultierenden Optionen sollten mit den Sozialpartnern besprochen werden, hieß es weiter.

17:02 Uhr: Chinas Devisenreserven gingen in März rasant zurück

Laut der neusten Statistik der chinesischen Zentralbank vom 7. April sind die Devisenreserven Chinas im März um 46,088 Milliarden Dollar zurückgegangen. Das ist der größte Rückgang in einem einzigen Monat seit November 2016.

Die Devisenreserven Chinas betrugen im März 3.060,6 Milliarden Dollar. Erwartet wurden 3.100 Milliarden Dollar. Der Rückgang in Februar belief sich auf 8,8 Milliarden Dollar.

Die Daten zeigen auch, dass die Divisenreserven Ende März um 1,5 Prozent gegenüber dem Jahresanfang gesunken sind.

Ein Sprecher der chinesische Zentralbehörde für die Verwaltung ausländischer Währung, erklärt den rasanten Rückgang als Konsequenz der Wirtschaftsrezession Chinas und weltweit durch den KPCh-Virus.

Kommentator Wen Xiaogang ist der Meinung, dass der dramatische Rückgang hauptsächlich durch die rasante Reduzierung des Exportvolumens an chinesischen Produkten verursacht worden ist.

16:50 Uhr: Britischer Premierminister „in stabilem Zustand“

Nach der Verlegung auf die Intensivstation eines Londoner Krankenhauses hat sich der Gesundheitszustand des britischen Premierministers Boris Johnson laut Regierungsangaben stabilisiert. Johnson bekomme eine „gewöhnliche Sauerstoffbehandlung“ und könne „ohne weitere technische Hilfe“ selbstständig atmen, sagte ein Sprecher des britischen Premierministers am Dienstagnachmittag in London. Johnson habe keine Lungenentzündung.

Er sei „in guter Stimmung“, hieß es weiter. Bereits am Sonntagabend hatte die Downing Street mitgeteilt, dass der britische Premierminister in ein Londoner Krankenhaus eingeliefert worden sei, da er auch nach zehn Tagen noch Symptome, unter anderem Fieber, gezeigt habe. Am Montagabend wurde er auf Anraten der Ärzte auf die Intensivstation verlegt. Zuvor hatte Johnson am 27. März bekannt gegeben, sich mit dem Virus infiziert zu haben. Er hatte sich daraufhin zunächst in Selbstisolation begeben, wollte die Regierungsgeschäfte aber weiterführen.

16:32 Uhr: Union und SPD einigen sich auf Anpassungen beim Elterngeld

Union und SPD haben sich auf Anpassungen beim Elterngeld geeinigt, mit denen die Auswirkungen der Corona-Krise abgefedert werden sollen. Zeiten der Kurzarbeit, die auf die Pandemie zurückgehen, sollen nicht zu Einbußen beim Elterngeld führen, wie Bundesfamilienministerin Franziska Giffey nach Beratungen mit der Union erklärte.

Dafür sollen bei jetzt beantragtem Elterngeld jene Monate nicht berücksichtigt werden, in denen die Eltern wegen der Corona-Krise Kurzarbeitergeld beziehen. Normalerweise wird das Einkommen aus den zwölf Monate vor der Geburt des Kindes für die Berechnung des Elterngeldes herangezogen.

Die Einigung sieht auch Anpassungen für Eltern vor, die in so genannten systemrelevanten Berufen arbeiten. Da sie jetzt besonders gebraucht werden, können sie ihre Elterngeldmonate aufschieben.

15:07 Uhr: Laschet will Fahrplan in eine „verantwortungsvolle Normalität“

In der Debatte über Ausstiegsstrategien aus den Auflagen in der Corona-Krise hält Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) einen Fahrplan in eine „wachsame, verantwortungsvolle Normalität“ für unabdingbar. Zugleich hob Laschet am Dienstag in Düsseldorf die Notwendigkeit hervor, die derzeit geltenden Corona-Auflagen weiter zu befolgen. Bei Grundrechtseingriffen müsse aber täglich über die Frage nachgedacht werden: „Ist das noch verantwortbar, oder ist es nicht verantwortbar?“

„Die Menschen müssen einen Plan erkennen“, sagte Laschet. Der gegenwärtigen Phase der Eindämmung des Coronavirus müssten sich eine „Phase des Wiedereinstiegs“ und dann eine Phase der „verantwortungsvollen Normalität“ anschließen. Im Zuge eines schrittweisen Ausstiegs aus den Anti-Corona-Maßnahmen plädierte der Düsseldorfer Regierungschef für „flexible Antworten“ in den unterschiedlich stark von der Pandemie betroffenen Regionen.

14:45 Uhr: Französischer Bürgermeister verbietet Spucken und Niesen ohne Schutz

Dem Bürgermeister einer französischen Kleinstadt gehen die Auflagen in der Corona-Krise nicht weit genug: Bernard Gérard, Stadtoberhaupt von Marcq-en-Baroeul in der Nähe der belgischen Grenze, hat Spucken, ungeschütztes Niesen und „jedes Absondern von Speichel“ mit einem Bußgeld von 68 Euro belegt, wie er am Dienstag bekannt gab. Dies gelte insbesondere bei einer Polizeikontrolle.

Auch das öffentliche Liegenlassen von Taschentüchern, Schutzmasken und Einmal-Handschuhen ist in der Kleinstadt nördlich von Lille ab sofort untersagt. Wer zu spät zahlt, dem droht ein erhöhtes Bußgeld von 180 Euro.

Gérard nannte seinen Erlass einen „Aufruf zur Mobilisierung der Bürger“. In seiner Gemeinde gebe es wie in ganz Frankreich „immer mehr liegen gelassene Masken und Handschuhe, vor allem im Umkreis von Supermärkten“, sagte der Bürgermeister. Es sei „unverantwortlich“, der Stadtreinigung das Wegräumen des „womöglich verseuchten“ Materials zu überlassen.

14:36 Uhr: Baden-Württemberg verhängt Ausgangsbeschränkungen für Alten- und Pflegeheime

Im Kampf gegen Corona hat die baden-württembergische Landesregierung Ausgangsbeschränkungen für Bewohner von Alten- und Pflegeheimen beschlossen. Die Einrichtungen dürfen nur noch aus triftigen Gründen wie etwa zu Arztbesuchen verlassen werden, wie Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in Stuttgart erklärte. Auch Spaziergänge sollten möglichst auf dem Gelände der Einrichtungen stattfinden oder nur noch unter strengen Auflagen im öffentlichen Raum möglich sein.

Die Landesregierung wolle damit „Großlagen“ mit zahlreichen Infizierten in einem Heim vermeiden, erklärte Lucha. Auch in Baden-Württemberg war in den vergangenen Tagen die Zahl der Infektionen in Alters- und Pflegeheimen angestiegen. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden erkrankten mehr als 450 Bewohner und Pfleger in entsprechenden Einrichtungen, 43 der Menschen starben am Virus. Mit der neuen Verordnung soll den Heimträgern nach Regierungsangaben auch mehr Rechtssicherheit gegeben werden.

13:16 Uhr: Putin wünscht britischem Premier rasche Genesung

Der auf der Intensivstation im Krankenhaus liegende britische Regierungschef Boris Johnson hat am Dienstag Genesungswünsche von höchster Stelle in Moskau erhalten: Russlands Präsident Wladimir Putin wünschte dem mit dem Coronavirus infizierten Premierminister eine rasche Gesundung. Johnsons „Energie, Optimismus und Sinn für Humor“ würden ihm helfen, „die Krankheit zu besiegen“, zitierte der Kreml den russischen Staatschef.

Johnson war am Montag auf die Intensivstation einer Klinik in London verlegt worden. Dort wird er offenbar wegen Atembeschwerden mit Sauerstoff versorgt. An ein Beatmungsgerät musste Johnson aber bisher nicht angeschlossen werden, wie der Staatssekretär für Kabinettsangelegenheiten, Michael Gove, am Dienstag sagte. Johnson ist weltweit der ranghöchste amtierende Politiker, bei dem eine Corona-Infektion nachgewiesen wurde.

13:05 Uhr: Günther geht von schrittweiser Lockerung der Corona-Auflagen aus

Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) geht von einer schrittweisen Lockerung der Corona-Auflagen nach Ostern aus. „Wir beginnen also demnächst eine Phase, wo wir aller Voraussicht nach gewisse gesellschaftliche Dinge wieder ermöglichen“, sagte Günther der Wochenzeitung „Die Zeit“. Die Schließung etwa von Restaurants und Cafés sei auch deshalb nötig gewesen, weil der Abstand nicht eingehalten worden sei – anfangs habe es auch nicht das Bewusstsein für die notwendigen Verhaltensregeln gegeben.

„Das ist jetzt anders. Da, wo es räumlich möglich ist, den Abstand zu wahren, kann man Regelungen auch wieder lockern“, so Günther. Als entscheidendes Datum nannte der CDU-Politiker den 14. April. An diesem Tag kommen die Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zusammen, um über eine mögliche Aufhebung der Verhaltensregeln zu beraten. „In Schleswig-Holstein wird kurz danach schon Abitur geschrieben“, so Günther. „Wir müssen den Menschen eine klare Perspektive aufzeigen.“

13:04 Uhr: Indien: Export von möglichem Corona-Medikament erlaubt

Nach Drohungen von US-Präsident Donald Trump hat Indien den Export eines Medikaments erlaubt, das als mögliche Corona-Heilung getestet wird. Das Malaria-Medikament Hydroxychloroquin sollen zunächst aber lediglich nur Länder erhalten, die besonders von der Pandemie betroffen sind sowie Nachbarländer Indiens, sagte ein Sprecher des indischen Außenministeriums.

Indien ist der weltgrößte Produzent von Generika-Medikamenten und hatte am vergangenen Wochenende den Export von Hydroxychloroquin verboten und bereits zuvor den Export weiterer Medikamente und Arzneisubstanzen eingeschränkt. Trump hatte dann am Montag von Vergeltung bei einer Aufrechterhaltung des Exportverbots gesprochen.

Indien hob auch Exportrestriktionen bei mehreren Antibiotika und Vitaminen sowie weiteren Medikamenten auf. Experten hatten angesichts der Einschränkungen vor einem möglichen weltweiten Mangel an Arzneimitteln gesprochen. Auch Kanzlerin Angela Merkel hatte vergangene Woche mit Modi über Medikamentenengpässe gesprochen.

13:01 Uhr: Paris verbietet tagsüber Sport im Freien

In der Corona-Krise verschärft die Stadt Paris die geltende Ausgangssperre: Tagsüber zwischen 10.00 und 19.00 Uhr sind künftig alle sportlichen Aktivitäten im öffentlichen Raum untersagt, wie die Stadtverwaltung und die Polizeipräfektur am Dienstag mitteilten. In Kraft treten die neuen Regeln am Mittwoch.

Bürgermeisterin Anne Hidalgo und Polizeipräfekt Didier Lallement mahnten, „jede Art von Nachlässigkeit würde die kollektiven Anstrengungen gefährden“. Der Pariser Großraum ist von der Ausbreitung des neuartigen Virus besonders stark betroffen. Dort hatten am Wochenende die Osterferien begonnen, nicht zwingende Reisen sind aber untersagt. Viele Hauptstadtbewohner nutzten die milden Temperaturen daher zum Spazierengehen oder Joggen.

Der französische Innenminister Christophe Castaner rief die Präfekturen deshalb auf, eine mögliche Verschärfung der Maßnahmen zu prüfen. In Frankreich gilt seit drei Wochen eine Ausgangssperre. Ausnahmen gibt es etwa für Einkäufe, den Gang zum Arzt oder die sportliche Betätigung. In dem Land starben nach offiziellen Angaben schon fast 9000 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19.

13:00 Uhr: EU-Kommissionschefin fordert „White Deal“

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen will neben dem „Green Deal“ für das Klima einen „White Deal“ für die Gesundheitsvorsorge zum Schwerpunkt ihrer Arbeit machen. Der „Green Deal“ sei und bleibe sehr wichtig, werde aber ergänzt werden durch eine weiße Komponente – Weiß als Farbe der Medizin, sagte von der Leyen der Wochenzeitung „Die Zeit“. Man merke jetzt, dass die Gesundheit genauso ein öffentliches Gut sei wie ein verträgliches Klima.

In diesem Zusammenhang spricht sich von der Leyen für eine „achtsame Globalisierung“ aus. Man werde Globalisierung nicht mehr ausschließlich ökonomisch sehen können. In der Debatte über Hilfe für Italien und andere von der Krise betroffene Länder wirbt sie für ein solidarisches Vorgehen. „Es geht jetzt darum, schnell sehr große Summen zur Verfügung zu stellen und europäische Solidarität zu zeigen“, sagte von der Leyen.

12:43 Uhr: Air France-KLM ruft nach öffentlicher Finanzspritze

Die Luftfahrtgesellschaft Air France-KLM dringt in der Corona-Krise auf rasche öffentliche Finanzhilfen. Verhandlungen mit den Regierungen in Frankreich und den Niederlanden seien bereits im Gang, sagte die Generaldirektorin von Air France, Anne Rigali, der Zeitung „Le Figaro“ (Dienstagausgabe). Fast die gesamte Flotte der Airline sei derzeit am Boden.

Air France-KLM sei von der Krise „nachhaltig getroffen“, sagte Rigali weiter. Die Gruppe habe zwar Rücklagen von sechs Milliarden Euro, die Wiederaufnahme des internationalen Flugverkehrs werde aber voraussichtlich „sehr langsam“ verlaufen.

Fast alle Beschäftigten von Air France machen nach ihren Worten derzeit Kurzarbeit. Zu möglichen Entlassungen wollte sich Rigali nicht äußern. „Unser Ziel ist es, unsere Beschäftigten zu behalten“, betonte sie.

12:22 Uhr: Spanien meldet wieder deutlichen Anstieg bei Corona-Toten

Im besonders hart von der Corona-Pandemie betroffenen Spanien ist die Zahl der Todesfälle wieder deutlich angestiegen. Binnen eines Tages wurden 743 neue Corona-Tote gemeldet, wie das spanische Gesundheitsministerium am Dienstag mitteilte. Zuvor hatten rückläufige Todeszahlen vier Tage in Folge die Hoffnung keimen lassen, dass Spanien das Schlimmste hinter sich habe.

Das Land hatte am Montag 637 Corona-Tote binnen 24 Stunden gemeldet. Insgesamt sind in Spanien bisher bereits 13.798 Menschen an dem neuartigen Virus gestorben.

Auch die Zahl der Neuinfektionen stieg in Spanien wieder schneller an – um 4,1 Prozent nach 3,3 Prozent am Vortag. Die Gesamtzahl der bestätigten Corona-Infektionen lag nach den Zahlen des Gesundheitsministeriums nun bei 140.510. Experten des Ministeriums hatten bereits gewarnt, dass die Zahl der Todesfälle und Neuinfektionen vom Wochenende erst mit Verspätung gemeldet würden.

12:19 Uhr: Deutscher Filmpreis: Gala fällt aus, Verleihung findet statt

Der Deutsche Filmpreis wird wegen der Corona-Krise in diesem Jahr nicht bei einer großen Gala verliehen. Stattdessen ist eine Fernsehshow am 24. April geplant. Viele Filmschaffende, Musiker und Laudatoren sollen sich aus ihren Wohnzimmern dazuschalten, wie die Deutsche Filmakademie mitteilte. Schauspieler Edin Hasanovic moderiert den Abend um 22.15 Uhr im Ersten.

Die Preise sind insgesamt mit fast drei Millionen Euro dotiert. „Während alle Grenzen schließen, wir in einem Ausnahmezustand sind, uns schützen wollen und müssen, werden wir trotzdem einen Weg finden, die Nominierten und Preisträger zu feiern und etwas auf die Beine zu stellen“, teilte die künstlerische Leiterin des Abends, Regisseurin Sherry Hormann, mit.

Mit elf Nominierungen geht die Literaturverfilmung „Berlin Alexanderplatz“ als einer der Favoriten ins Rennen. Auf Nominierungen in neun Kategorien kommt das Drama „Systemsprenger“. Im vergangenen Jahr hatte das Drama „Gundermann“ über den gleichnamigen DDR-Liedermacher die Goldene Lola als bester Spielfilm gewonnen.

12:17 Uhr: Ethikrat: Beatmung darf nicht für andere Patienten beendet werden

Zustände wie in Italien, wo im Zuge der Coronakrise angeblich Beatmungen von alten Patienten mit tödlicher Folge beendet wurden, um jüngeren Menschen zu helfen, darf es nach Ansicht des Ethikrates in Deutschland nicht geben. So etwas „kann und muss rechtlich verurteilt werden“, sagte Ethikrat-Mitglied Steffen Augsberg am Dienstag. Bei der Frage, nach welchen Kriterien die sogenannte „Triage“ vorgenommen werden sollte, also die Auswahl, welchem Patient zuerst geholfen wird, blieb der Ethikrat aber im Ungefähren.

Dies ist letztlich Entscheidung der behandelnden Ärzte. Deutlich wendet sich das Gremium gegen Forderungen aus der Politik, über eine Lockerung der wegen der Corona-Epidemie eingeführten Einschränkungen derzeit noch nicht einmal zu debattieren. „Es ist nie zu früh, über Kriterien für Öffnung nachzudenken“, sagte der Ethikrat-Vorsitzende Peter Dabrock. Es sei nicht nur legitim, sondern sogar geboten, öffentlich darüber zu diskutieren, wann eine Lockerung der geltenden Einschränkungen erfolgen könnte, auch wenn es derzeit für eine solche Lockerung noch zu früh sei.

11:45 Uhr: Frankreich startet große Corona-Testaktion in Altenheimen

Frankreich will die Bewohner von Altenheimen flächendeckend auf das neuartige Coronavirus testen lassen. Gesundheitsminister Olivier Véran kündigte umfassende Tests ab diesem Dienstag an. Grund ist die hohe Todesrate: In französischen Altenheimen und Pflegeeinrichtungen starben nach offiziellen Angaben schon mehr als 2400 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19. Das ist knapp ein Viertel der insgesamt 8911 Toten im Land.

Gesundheitsminister Véran sagte, alle Bewohner und Mitarbeiter von Alten- und Pflegeheimen sollten „ab dem Auftreten des ersten bestätigten Falls“ von Covid-19 in ihrer Einrichtung getestet werden. Damit könnten Kranke isoliert und eine Ansteckung weiterer Bewohner verhindert werden.

Der französische Verband der Altenheim-Betreiber hatte zuvor gewarnt, im Fall einer ungebremsten Ausbreitung des Coronavirus sei in den Einrichtungen mit „mehr als 100.000 Todesfällen zu rechnen“.

11:35 Uhr: Airbnb sammelt eine Milliarde Dollar frisches Kapital ein

Der Wohnungsvermittler Airbnb hat frisches Kapital eingesammelt, vor allem für Investitionen nach der Coronavirus-Krise. Silver Lake und Sixth Street Partners investieren eine Milliarde Dollar (921 Millionen Euro) in Airbnb, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Das Geld sei dafür gedacht, „langfristig in die Gemeinschaft der Gastgeber zu investieren“.

Airbnb ist schwer von der Corona-Krise getroffen. Zu den konkreten finanziellen Auswirkungen äußerte sich das Unternehmen am Montag aber nicht. Ende März hatte Airbnb angekündigt, es werde den Gastgebern der Plattform Entschädigungen in Höhe von 250 Millionen Dollar zahlen. Sie sollen bei Corona-bedingten Stornierungen 25 Prozent ihres Mietpreises von Airbnb bekommen.

Fünf Millionen Dollar des frischen Kapitals sollen in einen Unterstützungsfonds für die sogenannten Superhosts gehen, also sehr gut bewertete Gastgeber, die Hilfe benötigen. Die beiden Gründer von Airbnb gaben laut Unternehmen neun Millionen Dollar für diesen Fonds. Das meiste Geld ist für den Neustart nach der Krise gedacht. Airbnb-Chef Brian Chesky erklärte am Montag, ausgebaut werden sollten Angebote für Langzeitaufenthalte, etwa für Studierende oder Geschäftsleute.

11:32 Uhr: Mehr als 200.000 freiwillige Erntehelfer in Frankreich

In Frankreich haben sich mehr als 200.000 Freiwillige als Erntehelfer gemeldet. Sie folgten einem Aufruf der Regierung an Arbeitslose, wie Landwirtschaftsminister Didier Guillaume am Dienstag im Fernsehsender France 2 sagte. Damit kann das Land den Mangel an Saisonkräften in der Corona-Krise voraussichtlich aus eigener Kraft beheben.

Nach Angaben des französischen Dachverbands der Landarbeiter (FNSEA) fehlen bis Mai rund 200.000 Saisonarbeiter aus Ländern wie Spanien, Portugal, Marokko oder Polen. An ihrer Stelle sollen nun die Freiwilligen die Arbeit übernehmen.

Nach den Worten von Landwirtschaftsminister Guillaume sollen die Arbeitskräfte bei Landwirten, aber auch „in Lebensmittelbetrieben, im Transport und der Logistik“ eingesetzt werden. Dies solle in der Nähe ihrer Wohnorte geschehen. Den Bauern fehlen unter anderem Hilfskräfte bei Saisonprodukten wie Erdbeeren, Spargel und Tomaten.

11:16 Uhr: An Coronavirus leidender Boris Johnson erhält Sauerstoff

Der am Coronavirus leidende und auf der Intensivstation liegende britische Premierminister Boris Johnson hat eine Sauerstoffzufuhr bekommen, wurde bislang aber nicht an ein Beatmungsgerät angeschlossen. Dieses stehe aber bereit, sollte es notwendig werden, sagte der Staatssekretär für Kabinettsangelegenheiten, Michael Gove, am Dienstag im Radiosender LBC.

Johnson hatte seine Corona-Infektion Ende März bekanntgegeben. Nach gut einer Woche in Quarantäne in seiner Dienstwohnung wurde der Premier dann am Sonntagabend in ein Krankenhaus eingeliefert, da er weiterhin Symptome von Covid-19 zeigte.

Am Montagnachmittag verschlechterte sich Johnsons Zustand, woraufhin er auf die Intensivstation verlegt wurde. In Johnsons Umfeld waren zuvor Befürchtungen geäußert worden, dessen Erkrankung könnte sich unter seiner hohen Arbeitsbelastung verschlimmert haben.

11.06 Uhr: FDP: Expertenrat soll EU-„Marshallplan“ vorbereiten

FDP-Fraktionsvize Michael Theurer hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen aufgefordert, dem von ihr angekündigten „Marshallplan“ zur Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise schnellstens Taten folgen zu lassen. „Die EU-Kommissionspräsidentin muss das schnelle Hochfahren der Wirtschaft nach dem Shutdown zur Sicherstellung einer möglichst großen Wirtschaftsleistung generalstabsmäßig mit den EU-Mitgliedstaaten vorbereiten“, sagte Theurer dem „Handelsblatt“. Dazu fordere er einen EU-Expertenrat aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gewerkschaften.

Die Unternehmen dürften „keinesfalls in einer Nacht- und Nebelaktion von der EU-Kommission und der Bundesregierung vor unlösbare Probleme gestellt werden“, mahnte der FDP-Politiker. Von der Leyen hatte sich in einem Gastbeitrag für die „Welt am Sonntag“ für massive Investitionen in den EU-Haushalt ausgesprochen. „Wir brauchen einen Marshall-Plan für Europa“, schrieb sie. Theurer sagte dazu: „Was für Europa jetzt notwendig und richtig ist, kann für Deutschland nicht verfrüht oder falsch sein.“ Deshalb brauche es für Deutschland einen zusätzlichen „wirtschaftspolitischen Masterplan mit einer differenzierten Öffnungsstrategie und einem mittel- und langfristigem Konjunkturprogramm“.

10:55 Uhr: Dax legt weiter zu – Virus-Fallzahlen machen Mut

Die Hoffnung auf ein allmähliches Nachlassen der Coronavirus-Pandemie hat die Kurse am deutschen Aktienmarkt weiter angetrieben. Der Dax rückte im frühen Xetra-Handel um 3,9 Prozent auf 10.469 Punkte vor und setzte sich damit weiter von der 10.000er-Marke nach oben ab. Am Vortag hatte sich der Dax bereits um fast sechs Prozent erholt.

Seit dem Crash-Tief Mitte März von rund 8255 Punkten hat sich der Index mittlerweile um mehr als ein Viertel erholt. New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo sieht für den besonders heftig vom Coronavirus getroffenen Bundesstaat Licht am Ende des Tunnels. Zwar sei die Zahl der in der Pandemie Gestorbenen in New York zuletzt nochmals gestiegen, der Anstieg liege jedoch im Bereich der vergangenen Tage, hatte Cuomo am Montag gesagt.

Der MDax für mittelgroße Unternehmen rückte um 3,6 Prozent auf 21.870 Punkte vor. Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 erholte sich um gut drei Prozent.

10:51 Uhr: Deutsche Produktion vor Coronakrise leicht gestiegen

Die Produktion im Produzierenden Gewerbe in Deutschland ist vor der Coronakrise leicht gestiegen. Im Februar 2020 war die reale Produktion saison- und kalenderbereinigt 0,3 Prozent höher als im Vormonat, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Dienstag mit. Die Industrieproduktion stieg im zweiten Monat des Jahres um 0,4 Prozent gegenüber Januar.

Innerhalb der Industrie nahmen die Produktion von Vorleistungsgütern um 0,8 Prozent und die Produktion von Konsumgütern um 1,8 Prozent zu. Bei den Investitionsgütern ging die Produktion um 0,3 Prozent zurück. Außerhalb der Industrie lag die Energieversorgung 2,7 Prozent höher als im Vormonat. Die Bauproduktion fiel um 1,0 Prozent. Für Januar 2020 ergab sich nach Revision der vorläufigen Ergebnisse ein Anstieg der Produktion im Produzierenden Gewerbe von 3,2 Prozent gegenüber Dezember 2019 (vorläufiger Wert: +3,0 Prozent), so die Statistiker weiter.

10:37 Uhr: EKD-Ratsvorsitzender verteidigt Absage von Ostergottesdiensten

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bayerns Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, hat in der intensiver gewordenen Debatte um Gottesdienste an Ostern Verständnis dafür gezeigt, dass diese an den Feiertagen ausfallen. „Die Rettung von Menschenleben muss aber immer der leitende Gesichtspunkt sein“, sagte Bedford-Strohm der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ von Dienstag. Die Rettung von Leben gehe auch für die Kirchen vor.

„Aus christlicher Nächstenliebe werden wir alles tun, was dazu beiträgt, das Virus einzudämmen und dennoch miteinander Ostern feiern zu können – ob über Fernsehgottesdienste, Livestreams oder Telefonandachten, die Osterbotschaft lässt sich nicht aufhalten“, sagte Bedford-Strohm.

10:32 Uhr: Deutsche Flughäfen verzeichneten 3,6 Prozent weniger Fluggäste im Februar

Die Zahl der Flugpassagiere auf deutschen Airports hat im Zuge der aufkommenden Corona-Krise im Februar bereits abgenommen. Die 24 Hauptverkehrsflughäfen hierzulande verzeichneten insgesamt rund 15,1 Millionen Fluggäste, das waren 3,6 Prozent weniger als im Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte. Demnach ging vor allem der Flugverkehr mit Regionen zurück, die damals schon besonders vom neuen Coronavirus betroffen waren.

So brach die Zahl der Reisenden von und nach China um etwa 68 Prozent ein, der Flugverkehr mit dem Iran um etwa 60 Prozent. Doch auch auf innerdeutschen Verbindungen waren mit 1,5 Millionen Fluggästen laut dem Statistikamt 15,1 Prozent weniger Passagiere unterwegs als im Februar des Vorjahres.

Auch die Menge der beförderten Luftfracht sank, sie ging im Februar um 4,1 Prozent auf 346.000 Tonnen zurück, wie die Statistiker weiter mitteilten. Zwischen Deutschland und China wurden demnach 29.000 Tonnen geflogen, ein Rückgang um rund 25 Prozent.

10:01 Uhr: Verbraucher decken sich mit Arzneien ein

Viele Verbraucher in Deutschland haben sich aus Sorge vor dem Coronavirus mit Arzneien eingedeckt.

Im März zog die Nachfrage nach rezeptfreien Medikamenten stark an und bescherte Pharmaunternehmen eine Sonderkonjunktur. Das berichteten mehrere Arzneihersteller auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. „In den letzten Wochen mussten wir über unser gesamtes Portfolio hinweg die zum Teil dreifache Bestellmenge bewältigen“, teilte etwa die Ratiopharm-Konzernmutter Teva in Ulm mit.

Apotheken hatten in der Corona-Krise bereits von einem Ansturm berichtet. „Die Nachfrage nach Arzneien und die Unsicherheit der Menschen ist hoch“, betonte jüngst der Branchenverband ABDA. Bei Erkältungs- und Schmerzmitteln gebe es viele Präparate verschiedener Hersteller und daher keinen Mangel. Die Apotheken hätten die Lagerbestände erhöht. Es gebe keinen Grund, Arzneien zu hamstern.

9:57 Uhr: Tagesaktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland

Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Dienstag mit 99.225 angegeben – ein Plus von 3834 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 103.375 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte bislang 1607 Todesfälle, die JHU 1810 Tote.

Für die einzelnen Bundesländer übermittelte das RKI die folgenden Zahlen (Infizierte / Differenz zum Vortag / Tote):

Baden-Württemberg: 20.141 / +746 / 433

Bayern: 26.163 / +1189 / 481

Berlin: 3845 / +175 / 28

Brandenburg: 1384 / +39 / 20

Bremen: 399 / +2 / 9

Hamburg: 3059 / +66 / 20

Hessen: 4837 / +163 / 73

Mecklenburg-Vorpommern: 531 / +3 / 8

Niedersachsen: 6200 / +240 / 111

Nordrhein-Westfalen: 20.220 / +836 / 282

Rheinland-Pfalz: 3992 / +110 / 34

Saarland: 1532 / +49 / 16

Sachsen: 2997 / +94 / 38

Sachsen-Anhalt: 987 / +31 / 12

Schleswig-Holstein: 1730 / +59 / 24

Thüringen: 1208 / +32 / 18

Gesamt: 99.225 / +3834 / 1607

9:49 Uhr: Präsidentenwahl in Polen soll als reine Briefwahl stattfinden

Die Präsidentschaftswahl in Polen soll wegen der Coronavirus-Pandemie als reine Briefwahl abgehalten werden. Die Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) verabschiedete am Montagabend mit ihrer Mehrheit im Unterhaus eine entsprechende Änderung des Wahlgesetzes. Die Oppositionsparteien im Sejm hatten vergebens gegen das Vorhaben Front gemacht und eine deutliche Verschiebung der für den 10. Mai geplanten Wahl gefordert.

Die jetzt verabschiedete Änderung des Wahlgesetzes erlaubt zwar grundsätzlich eine Verschiebung des Wahltermins wegen der Pandemie. Nach Auslegung von Kommentatoren ist jedoch lediglich eine Verlegung des Wahltermins um maximal eine Woche möglich. Nicht nur die Opposition, auch einige politische Verbündete der PiS lehnen das Abhalten der Wahl mitten in der Corona-Krise ab. Die jetzt vom Sejm verabschiedete Änderung des Wahlgesetzes zum Abhalten einer reinen Briefwahl muss noch vom Senat gebilligt werden.

In Polen wurden nach den offiziellen Zahlen bis Montag 4413 Corona-Infektionsfälle verzeichnet, 107 Menschen starben an der von dem neuartigen Erreger ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19.

9:44 Uhr: GEW hält „Corona-Bonus“ bei Schulnoten für denkbar

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hält einen „Corona-Bonus“ bei den Schulnoten in diesem Jahr für denkbar. „Sollte eine Öffnung der Schulen nicht mehr möglich sein, können Noten auch nach den bisher erbrachten Leistungen plus eines `Corona-Bonus` gegeben werden“, sagte die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe den Zeitungen des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ (Dienstagsausgaben). Im Zweifel solle die Bewertung „zugunsten des Schülers ausfallen“, so die GEW-Vorsitzende weiter.

Entscheidend sei, dass den Schülern kein Nachteil entstehe. Bei der Öffnung der Schulen müsse „auf Sicht gefahren und mit Blick auf die Entwicklung der Corona-Pandemie entschieden werden“, sagte Tepe. „Dabei spielt der Gesundheitsschutz der Lehrkräfte sowie der Schülerinnen und Schüler die zentrale Rolle“, so die GEW-Chefin weiter.

„Für alle Entscheidungen von der Notengebung bis zur Schulöffnung gilt: Es muss eine Verständigung in der Kultusministerkonferenz darüber geben, dass die Regelungen einvernehmlich vereinbart werden, bundesweit gelten und von allen Ländern anerkannt werden“, appellierte Tepe an die politisch Verantwortlichen in den Bundesländern.

9:14 Uhr: Entwicklungsminister: EU soll Entwicklungshilfe umschichten

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) will große Teile der Entwicklungshilfe in ein Corona-Sofortprogramm für arme Länder verschieben. Er werde am Mittwoch seinen EU-Kollegen vorschlagen, alle verfügbaren EU-Mittel für Entwicklungszusammenarbeit dafür umzuschichten, sagte Müller dem „Handelsblatt“. Mindestens eine Milliarde Euro sollten zu Beginn zusammenkommen.

„Zusätzlich muss jedes EU-Land seine eigene Entwicklungszusammenarbeit dafür einsetzen und verstärken“, sagte der CSU-Politiker. Denn: „Als Europäer haben wir ein extremes Interesse an Stabilität im Nahen Osten und Nordafrika.“ Müller fürchtet, dass infolge der Coronakrise die Transportketten auch für Nahrungsmittel zusammenbrechen könnten. „Hunger, Not sind die Folge. Und das birgt die Gefahr von Unruhen bis hin zu Bürgerkriegen“, sagte er.

Müller unterstützt die Forderung von IWF und Weltbank nach Schuldenerleichterungen für die allerärmsten Staaten. Allerdings haben die 76 ärmsten Länder Schulden vor allem bei China angehäuft. Bei Deutschland stehen sie nur noch mit acht Millionen Euro in der Kreide – außer Myanmar, was nach der letzten großen Umschuldungsrunde von 2013 noch 632 Millionen Euro gegenüber Deutschland offen hat.

9:02 Uhr: Staatsrechtler: Verbot von Ostergottesdiensten problematisch

Der Würzburger Staatsrechtler Horst Dreier hat das Verbot von Gottesdiensten an Ostern scharf kritisiert. „Die Gottesdienste überall pauschal zu verbieten, halte ich für sehr problematisch“, sagte Dreier der „Rheinischen Post“ (Dienstagsausgabe). Gerade in dieser dramatischen Lage sehnten sich viele Menschen nach seelischer Erbauung und geistlichem Zuspruch, daher habe ihn das Verbot schockiert.

„Zum ersten Mal seit Menschengedenken wird es keine Ostergottesdienste geben“, sagte Dreier und fragte, warum Gottesdienste nicht organisiert werden könnten wie Plenarsitzungen oder Pressekonferenzen. „So voll sind unsere Gotteshäuser ja in der Regel nun auch wieder nicht“, sagte Dreier. Er schlug vor, die Kapazität in den Kirchen zu begrenzen, Abstandsregeln einzuführen und die Kirchen zu ermuntern, mehrere Gottesdienste am Tag abzuhalten.

„Online-Gottesdienste sind kein wirklicher Ersatz“, sagte der Staatsrechtler. Angesichts der drastischen Eingriffe in Grundrechte während der Coronavirus-Pandemie empfahl er zudem, alsbald darüber nachzudenken, einige Verbote zu lockern. „Mein Eindruck war, dass man das Infektionsschutzgesetz anfangs vielleicht etwas überstrapaziert hat“, so Dreier.

8:50 Uhr: Mittelstandsbeauftragter Bareiß erwägt zusätzliche Hilfen für Betriebe

Nach dem neuen Schnellkreditprogramm für Mittelständler denkt der Mittelstandsbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß (CDU), über zusätzliche Hilfen für den Einzelhandel, Restaurants und Hotels nach. „Um viele auch bisher starke traditionsreiche Familienunternehmen mache ich mir große Sorgen“, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium den Zeitungen der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft vom Dienstag.

Gerade im Einzelhandel gebe es derzeit enorme Machtverschiebungen zum Online-Handel, sagte Bareiß weiter. Staatsbeteiligungen an Mittelständlern will der CDU-Politiker nicht ausschließen, auch wenn sie nur das letzte Mittel sein könnten.

„Wenn die Krise länger dauert, besteht die Gefahr, dass Unternehmen schnell viel Eigenkapital verlieren und damit ins Rutschen geraten“, sagte er den Zeitungen. „Für diese Fälle ist der Wirtschaftsstabilisierungsfonds gedacht, um notfalls auch mit Direktbeteiligungen zu stützen, allerdings nur für einen befristeten Zeitraum und unter Auflagen.“

7:08 Uhr: Italien legt 400-Milliarden-Euro-Programm gegen Corona-Krise auf

Italien will mit einem Konjunkturprogramm im Volumen von 400 Milliarden Euro gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise vorgehen. Es handle sich um das größte Staatsprogramm in der Geschichte des Landes, sagte Regierungschef Giuseppe Conte am Montagabend in einer Fernsehansprache.

Die Hälfte der Hilfen soll an exportorientierte Unternehmen fließen, deren Umsätze in den vergangenen Wochen eingebrochen sind.  Das neue Maßnahmenpaket kommt zu staatlich abgesicherten Darlehen für Unternehmen im Volumen von 340 Milliarden hinzu, welche die Regierung bereits im März angekündigt hatte.

Die seit Wochen andauernde Ausgangssperre in Italien zeigt unterdessen offenbar Wirkung – die Rate der Neuinfektionen mit dem Coronavirus geht schon seit einer Weile zurück. Auch sank die Zahl der Patienten, die auf Intensivstationen behandelt werden mussten, am Montag den dritten Tag in Folge. Nach Angaben der Behörden benötigten 79 Patienten weniger als noch am Sonntag intensivmedizinische Behandlungen. Allerdings stieg die Zahl der neuen Corona-Todesfälle in Italien am Montag wieder stark an. Innerhalb von 24 Stunden wurden nach Angaben des Zivilschutzes 636 Todesfälle verzeichnet.

Montag, 6. April

21:30 Uhr: Boris Johnson auf Intensivstation

Der britische Regierungschef Boris Johnson ist wegen seiner Corona-Infektion auf die Intensivstation verlegt worden. Der Gesundheitszustand des 55-Jährigen habe sich im Verlauf des Nachmittags verschlechtert, teilte der Sprecher des Premierministers am Montagabend mit. Johnson, der seine Infektion Ende März öffentlich gemacht hatte, war am Sonntag auf Anraten seiner Ärzte ins Krankenhaus eingeliefert worden.

20:20 Uhr: Steigerung der neu positiv getesteten Personen in Deutschland verlangsamt sich deutlich

Die Zahl der Neuinfektionen legt in Deutschland spürbar langsamer zu. Laut Abfrage bei den Landesministerien, Städten und Landkreisen waren bis Montagabend, 20 Uhr, 103.088 Personen positiv auf das Coronavirus getestet, 3,4 Prozent mehr als am Vortag. Es ist die schwächste 24-Stunden-Steigerungsrate bislang.

Bei einer Steigerungsrate von fünf Prozent beträgt die Verdoppelungszeit gut 15 Tage, bei vier Prozent knapp 19 Tage. Die Bundeskanzlerin hatte eine Verdoppelungszeit von 10 Tagen, die sie später auf 14 erhöhte, als erstes Etappenziel ausgegeben.

Bei den Todeszahlen lagen die Zuwachsraten aber höher: Mindestens 1.772 Infizierte starben bis Montagabend, 215 innerhalb von 24 Stunden. In absoluten Zahlen war dies bisher der „tödlichste“ Tag in Deutschland, relativ gesehen war die Steigerungsrate mit 13,8 Prozent gegenüber dem Vortag aber unter dem Schnitt der letzten Woche. Nach wie vor sind die allermeisten Todesopfer deutlich über 75 Jahre alt und haben meist erhebliche Vorerkrankungen.

20:05 Uhr: Johns-Hopkins-Universität meldet für die USA mehr als 10.300 Tote

Die Zahl der Todesfälle in den USA hat die Schwelle von 10.000 überschritten. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität stieg die Zahl der Toten am Montag auf mehr als 10.300. Außerdem wurden bislang rund 347.000 Infektionen bestätigt.

20:00 Uhr: Italien: Wieder mehr Tote – Zahl von Intensivpatienten sinkt weiter – Frankreich erreicht neue Höchstzahl an Todesfällen

Nach einem zweitägigen Abwärtstrend sind die Covid-19-Todesfälle in Italien wieder stark angestiegen. Innerhalb von 24 Stunden wurden 636 Todesfälle verzeichnet, nachdem diese Zahl einen Tag zuvor noch auf den niedrigsten Stand seit mehr als zwei Wochen gesunken war, wie der Zivilschutz am Montag mitteilte. Derweil meldete Frankreich die bislang höchste tägliche Todeszahl seit Beginn der Pandemie.

Am Sonntag war die Zahl der täglichen Todesopfer in Italien mit 525 auf den niedrigsten Stand seit dem 19. März gesunken. Auch am Samstag war ein Rückgang der Zahlen verzeichnet worden. Die Zahl der Patienten, die in Italien auf Intensivstationen behandelt werden mussten, ging hingegen den dritten Tag in Folge zurück.

Frankreich

Derweil meldeten die französischen Gesundheitsbehörden die bislang höchste Zahl an täglichen Todesfällen seit Beginn der Corona-Krise. Innerhalb von 24 Stunden seien 833 Menschen in Krankenhäusern und Pflegeheimen gestorben, teilte das Gesundheitsministerium am Montag mit.

„Wir haben das Ende des Epidemie-Anstiegs noch nicht erreicht“, sagte Gesundheitsminister Olivier Véran. Seit Anfang März starben in Frankreich 8911 Menschen die positiv auf den Erreger getestet wurden.

18:40 Uhr: Zahl neuer Todesfälle in Großbritannien sinkt

Nach Angaben der britischen Gesundheitsbehörden wurden bis Montag 5373 Todesfälle registriert. In den vergangenen 24 Stunden seien 439 Patienten gestorben. Damit verzeichnete Großbritannien den zweiten Tag in Folge einen Rückgang bei der Zahl der Todesfälle. Landesweit haben sich nach Behördenangaben mehr als 51.600 Menschen mit dem Erreger angesteckt.

Zu den Infizierten zählt auch der britische Premierminister Boris Johnson. Der 55-Jährige war am Sonntag für Untersuchungen in ein Krankenhaus eingeliefert worden, da er weiterhin Covid-19-Symptome zeigte, unter anderem Fieber. Johnson war am 27. März positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Premierminister sei „guter Dinge“ und habe die Regierungsgeschäfte weiterhin unter Kontrolle, teilte sein Sprecher am Montag mit.

16:35 Uhr: BMI: Es gibt noch keinen Exit-Stichtag– Ab Freitag Quarantäne bei Einreise nach Deutschland

Die Bundesregierung will nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert zunächst noch keinen Termin nennen, an dem es zu einer Lockerung der bestehenden Auflagen kommen könnte. Dafür sei es noch zu früh, sagte Seibert am Montag in Berlin. „Es bleibt unerlässlich, den Abstand von mindestens eineinhalb Metern zu allen zu wahren, mit Ausnahme derjenigen Menschen, mit denen man in der Wohnung zusammenlebt.“

Das sogenannte Corona-Kabinett habe sich auch nicht über eine Pflicht zum Tragen von Schutzmasken gesprochen, erklärte Seibert weiter. Zudem will die Bundesregierung Firmen helfen, die in der Krise ihre Produktion umstellten und jetzt medizinische Schutzausrüstung herstellten. Dafür müssten aber auch wichtige Vorprodukte verfügbar sein.

Für Einreisende nach Deutschland soll ab Freitag verpflichtend eine zweiwöchige häusliche Quarantäne gelten, so ein Sprecher des Bundesinnenministeriums. Ausnahmen gebe es für Berufspendler, nachweislich wichtige Geschäftstermine und Personen im Güterverkehrssektor.

16:15 Uhr: Hamsterkäufe in Peking

Am vergangenen Wochenende kauften die Einwohner Pekings in Supermärkten viele Regale voller Reis komplett leer.

In den letzten Tagen hatten chinesische Medien berichtet, dass Nachbarländer wie Vietnam, Thailand oder Kambodscha den Reis-Export stoppen. Wegen der Corona-Krise haben diese Länder selber Engpässe. Auch Russland reduziert seine Getreide-Exporte bis zum Sommer drastisch. China ist der weltweit größte Importeur von Getreide und Reis.

Aus Sorge wegen eines drohenden Mangels und der Furcht vor einer 2. Ausbruchswelle des KPCh-Virus in China, waren in Supermärkten verstärkt Hamsterkäufe zu beobachten. In Peking gingen in vielen großen Supermärkten Reis und Mehl aus. Auch Speiseöl, Salz und Schnaps waren fast ausverkauft.

15:00 Uhr: Deutsche Kliniken behandeln 198 Corona-Patienten aus anderen  EU-Ländern

In deutschen Krankenhäusern werden nach Angaben der Bundesregierung derzeit 198 Corona-Patienten aus anderen EU-Mitgliedsländern behandelt. Dabei handele es sich um 130 Patienten aus Frankreich, 44 aus Italien und 24 aus den Niederlanden, wie ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Montag in Berlin sagte. Zudem habe die Bundesregierung Kenntnis darüber, dass es Zusagen über 58 weitere Plätze in Kliniken gebe.

Der Sprecher verwies darauf, dass die Aufnahme dezentral organisiert sei und die Bundesländer Zusagen entsprechend ihrer Kapazitäten machten. Die Betten würden nicht an bestimmte EU-Länder vergeben, sondern stünden allgemein zu Verfügung. Aus Italien sei aktuell kein weiterer Transfer geplant, da es dort einen leichten Rückgang der Zahl der Intensivpatienten gebe.

Wie erst am Sonntag gemeldet wurde, sind von den derzeit real verfügbaren ca 21.000 Intensivbetten in Deutschland 13.000 belegt. Von diesen 13.000 belegten Betten sind keine 3000 mit Corona-Patienten belegt.

Zentralregister: Deutlich weniger als 40.000 Intensivbetten in Deutschland – DKG hat falsche Zahlen verbreitet

14:18 Uhr: Chinesischer Staatschef Xi Jinping wieder mit Atemschutzmaske gesehen

Xi Jinping, der Generalsekretär der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh), trägt wieder eine Maske. Das chinesische Regime behauptet, das Virus sei in China unter Kontrolle, aber am 3. April wurde Xi in Peking wieder mit einer Maske gesehen.

Ende März sah man ihn ohne Maske bei einem Besuch in der Provinz Zhejiang. Einige spekulieren nun, dass sich die Epidemie in Peking möglicherweise wieder verschlimmert hat.

Hintergrundbericht: China: Trügerische Ruhe vor der zweiten Welle? – „Geheilte“, asymptomatische Patienten und „Rückfälle“

14:09 Uhr: Franzosen in Corona-Krise zunehmend unzufrieden

In Frankreich werden die „wohlmeinenden, aber manchmal verwirrenden Reaktionen von Präsident Emmanuel Macron und seiner Regierung von den Populisten angegriffen“, schreibt „Politico“. In einer kürzlich durchgeführten Umfrage gaben am 25. März über 70 Prozent der Franzosen an, dass sie der Meinung sind, dass die Regierung die Bewältigung der Krise nicht gut gelöst hat.

Mehr dazu: Corona-Krise – Franzosen zunehmend unzufrieden – Journalist wittert „Zorn und Angst“ in der Bevölkerung

13:52 Uhr: In Neuseeland ist der Osterhase systemrelevant

Die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern hat versichert, dass der Osterhase trotz der Corona-Krise über Ostern im Einsatz sein wird. Der Osterhase biete wie die Zahnfee eine wesentliche Dienstleistung, stellte Ardern bei einer Pressekonferenz klar.

Auch in dem Pazifikstaat herrscht wegen des grassierenden Virus der Ausnahmezustand, die Menschen dürfen nur wenig das Haus verlassen.

Ardern warb bei den Kindern für Verständnis, dass der Osterhase möglicherweise nicht zu jedem kommen kann, weil er dieses Jahr wohl mit seinen eigenen Hasen daheim besonders beschäftigt ist. Ihr Vorschlag für die Kinder in Neuseeland: „Vielleicht malt ihr ein Osterei und hängt es vorne ins Fenster.“ So könnten sie den Kindern in der Nachbarschaft bei deren Osterei-Suche helfen.

13:50 Uhr: Coronakrise: Soziologe warnt vor Überwachungsstaat

Der Soziologe Wilhelm Heitmeyer warnt davor, dass Deutschland im Zusammenhang mit den Corona-Maßnahmen in die Nähe eines Überwachungsstaat kommt. Dies werde gefährlich, da politische oder ministeriale Institutionen kein Gedächtnis hätten, sagte Heitmeyer am Montag im Deutschlandfunk. „Das heißt, es dient jetzt zunächst mal zur Machtausweitung, und da muss man aufpassen, dass sich das nicht verfestigt.“

Das sei der entscheidende Punkt. „Jetzt ist das Ganze funktional.“ Danach diene es aber möglicherweise nur noch dem Machterhalt der Instrumente, die man jetzt geschaffen habe. Hier „müssen dann zu einem späteren Zeitpunkt gerichtliche Überprüfungen her, oder die Zivilgesellschaft muss sich auch zu Demonstrationen zusammenfinden“, sagte Heitmeyer. Das gehe aber erst nach der Krise, wenn sie denn überwunden werden könne.

13:00 Uhr: AFP-Zählung: Mehr als 50.000 Coronavirus-Tote in Europa

In Europa sind inzwischen mehr als 50.000 Menschen an den Folgen einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Bis Montagvormittag wurden auf dem Kontinent 675.580 Infektions- und 50.209 Todesfälle registriert, wie eine Berechnung der Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage von Behördenangaben ergab. Europa ist damit weiterhin der am schwersten von der Pandemie betroffene Kontinent.

Fast 85 Prozent der Todesfälle in Europa wurden aus Italien, Spanien, Frankreich und Großbritannien gemeldet. In Italien starben 15.877 Infizierte – so viele wie in keinem anderen Land der Erde. In Spanien wurden bislang 13.055 Todesopfer gezählt. Aus Frankreich wurden 8078 Tote und aus Großbritannien 4934 Tote gemeldet.

In Italien, Spanien und Frankreich hatte sich der Anstieg der Todesfälle am Wochenende allerdings deutlich verlangsamt.

13:00 Uhr: Corona-Kabinett will 14-tägige Quarantäne für Rückkehrer

Wer aus dem Ausland nach Deutschland zurückkehrt, soll künftig unabhängig von einem konkreten Corona-Verdacht für 14 Tage in Quarantäne geschickt werden. Das beschloss das Corona-Kabinett am Montag in Berlin, wie ein Sprecher des Bundesinnenministeriums der Nachrichtenagentur AFP sagte. Die Ministerrunde habe eine entsprechende Empfehlung an die Bundesländer ausgesprochen.

Das Corona-Kabinett tagte bis Montagmittag. In der Runde unter Leitung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) tauschen sich derzeit zwei Mal pro Woche diejenigen Ministerinnen und Minister aus, die in besonderem Maße mit dem Krisenmanagement während der Pandemie befasst sind. Für Montag waren unter anderem auch Beratungen über eine Ausdehnung der Grenzkontrollen sowie zusätzliche Unterstützung für kleine und mittlere Unternehmen erwartet worden.

12:58 Uhr: Frankreich rechnet mit stärkster Rezession seit 1945

Wegen der Corona-Pandemie rechnet Frankreich mit der stärksten Rezession seit 1945. Finanzminister Bruno Le Maire sagte am Montag bei einer Anhörung im Pariser Senat, das Minus werde deutlich höher ausfallen als nach der Finanzkrise 2008. Damals war die französische Wirtschaftsleistung um 2,2 Prozent geschrumpft. Es war der stärkste Rückgang seit dem Zweiten Weltkrieg.

Le Maire sagte, die Pandemie führe zu einem „ökonomischen Schock“ ohne Beispiel in der Nachkriegszeit. Das französische Statistikamt Insee rechnet mit einem Einbruch des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um rund drei Prozent, wenn die Mitte März verhängte Ausgangssperre einen Monat dauert. Bei zwei Monaten rechnet sie mit einem Wirtschaftseinbruch von rund sechs Prozent.

Für Deutschland rechnen die Wirtschaftsweisen mit einem Konjunktureinbruch um 2,8 bis 5,4 Prozent. Dies hänge von Dauer und Ausmaß der Corona-bedingten Einschränkungen ab, hieß es vor einer Woche in einem Sondergutachten.

12:56 Uhr: Frankreichs Ärzte warnen vor Euphorie in Corona-Krise

Französische Ärzte haben ungeachtet erster positiver Tendenzen in der Corona-Krise vor Euphorie gewarnt: Für „Siegesrufe“ sei es zu früh, sagte der Leiter der Notfallabteilung am Pariser Krankenhaus Georges Pompidou, Philippe Juvin, am Montag dem Sender BFM-TV. Ähnlich äußerte sich der Generaldirektor der Pariser Krankenhausgesellschaft AP-HP, Martin Hirsch, im Radiosender France Inter.

Frankreich hatte am Sonntag den niedrigsten Anstieg von Tdesfällen seit einer Woche registriert. 357 Krankenhauspatienten starben binnen 24 Stunden an der Lungenkrankheit Covid-19, wie die Gesundheitsbehörden mitteilten. Die Gesamtzahl der Todesfälle erhöhte sich auf 8078.

Damit sei nicht der Höhepunkt der Epidemie erreicht, sondern allenfalls „ein Plateau“, sagte Hirsch. „Ein Plateau kann zwischen zwei Bergen liegen, und unser Ziel ist, dass kein zweiter Berg kommt“, betonte er. Juvin sagte, die Lage in Paris sei zwar „nicht mehr außer Kontrolle, aber immer noch sehr angespannt“. Auch die Zahl der Einweisungen auf die Intensivstationen im Land ging mit 140 zurück; dort wurden aber immer noch knapp 7000 Menschen behandelt.

12:55 Uhr: Japanische Regierung will offenbar Ausnahmezustand ausrufen

Wegen der Corona-Krise will die Regierung in Japan offenbar den Ausnahmezustand ausrufen. Berichten zufolge will sich Ministerpräsident Shinzo Abe am Montagabend mit einem Beratergremium treffen. Erwartet wird, dass er dann am Dienstag den Ausnahmezustand verkündet. Japan verzeichnete zuletzt einen rapiden Anstieg bei den Corona-Infektionen.

Die Gouverneurin der Hauptstadt, Yuriko Koike, rief die Bewohner auf, nach Möglichkeit zu Hause zu arbeiten und auf nicht unbedingt nötige Aktivitäten am Wochenende zu verzichten. Medienberichten zufolge soll sich der Ausnahmezustand nur auf jene Landesteile beziehen, wo sich die Infektionsrate zuletzt stark beschleunigt hat.

Das japanische Rechtssystem begrenzt die Möglichkeiten der Regierung, die Bewegungsfreiheit ihrer Bürger einzuschränken, stark.  In Japan wurden bisher 3650 Infektionsfälle mit dem neuartigen Virus gemeldet. In den vergangenen Tagen war das öffentliche Leben in Tokio spürbar zurückgegangen. Viele Menschen folgten dem Aufruf der Gouverneurin, zu Hause zu bleiben. Viele Geschäfte verkündeten freiwillige vorübergehende Schließungen.

11:58 Uhr: Schäuble und Ferrand wollen Finanzierungsinstrumente ausweiten

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) und der Präsident der französischen Nationalversammlung, Richard Ferrand, haben sich dafür ausgesprochen, in der Coronakrise über „neue Schritte hin zu mehr Solidarität und finanzpolitischer Integration“ nachzudenken.

„Wir sind überzeugt, dass diese Debatte geführt werden sollte, und dass unsere Parlamente ihren Beitrag leisten können, um Missverständnisse auszuräumen und gemeinsam voranzukommen“, schreiben die beiden Parlamentspräsidenten in einem Gastbeitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Montagsausgabe).

Schäuble und Ferrand fordern, dass man den europäischen Haushalt und den mehrjährigen Finanzrahmen, die Möglichkeiten der Europäischen Investitionsbank und die des Europäischen Stabilitätsmechanismus mit „aller gebotenen Flexibilität mobilisieren und ausweiten“ solle.

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages, Norbert Röttgen (CDU), sagte der FAZ zur Haltung der Bundesregierung: „Das kategorische Nein zu Euro-Bonds ist ökonomisch gut begründet, aber emotional fatal. Deutschland hätte diese Lösung zwar ablehnen können, hätte aber doch mehr tun müssen, als nur auf den ESM zu verweisen.“

11:49 Uhr: Kranke Deutsche darf Kreuzfahrtschiff „Magnifica“ in Sri Lanka verlassen

Nach einer tagelangen Irrfahrt im Indischen Ozean hat eine deutsche Passagierin das Kreuzfahrtschiff „MSC Magnifica“ in Sri Lanka verlassen. Wie die Marine des Inselstaats mitteilte, durfte die Frau am Montag in Colombo von Bord gehen, weil sie krank ist. Ob sie mit Covid-19 infiziert ist, ist demnach noch unklar. Die Betreiberfirma hatte zuvor mitgeteilt, dass unter den rund 1700 Passagieren an Bord keine Infizierten seien.

Die „MSC Magnifica“ hatte Ende März den Hafen von Fremantle bei Perth in Westaustralien verlassen, weil Australien dem Schiff keine Genehmigung zum Anlegen erteilt hatte. Vor Colombo legte das Schiff nun einen Zwischenstopp ein, um Proviant und Treibstoff an Bord zu bringen. Außerdem durfte nach Angaben der Marine ein srilankischer Koch von Bord gehen.

Wegen der Corona-Krise irren immer noch etliche Kreuzfahrtfahrtschiffe auf den Weltmeeren herum, die keinen Hafen zum Anlegen finden. Vor allem Australien weigert sich strikt, Kreuzfahrtschiffe mit Infizierten in seinen Häfen anlegen zu lassen.

11:04 Uhr: Linke befürchten Corona-bedingte Einbußen beim Elterngeld

Die Linkspartei unterstützt den Versuch von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD), Corona-bedingte Einbußen beim Elterngeld für junge Mütter und Väter abzuwenden. „Die Bundesregierung muss grundsätzlich regeln, dass der Bezug von Entgeltersatzleistungen wie Kurzarbeitergeld und Arbeitslosengeld die Höhe des Elterngeldes nicht reduziert“, sagte die Linken-Abgeordnete Sabine Zimmermann, Vorsitzende des Familienausschusses des Bundestages, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Mütter oder Väter, die nach der Geburt weniger oder gar nicht arbeiten, haben derzeit einen durchschnittlichen Elterngeldanspruch von knapp 850 Euro monatlich pro Kind.

Berechnungsgrundlage ist der Durchschnittsverdienst aus den zwölf Monaten vor der Geburt. Das Problem: Kurzarbeitergeld oder Arbeitslosengeld zählen nicht als Einkommen. Das kann den Elterngeldanspruch rasch erheblich verringern. Familienministerin Giffey ist derzeit in Gesprächen mit Ländern und Bundestagsfraktionen, um die Berechnungsgrundlage für das Elterngeld zu ändern.

10:36 Uhr: Behörden raten von Besuchsreisen zu Ostern ab

Die Behörden in Deutschland warnen die Bevölkerung angesichts der bevorstehenden Osterfeiertage davor, die wegen der Coronakrise bestehenden Einschränkungen zu missachten. „Auch wenn Besuchsreisen zu Ostern in Nordrhein-Westfalen nicht ausdrücklich verboten sind: Tun Sie es nicht“, sagte ein Sprecher des NRW-Gesundheitsministeriums dem Nachrichtenportal Watson. Der Besuch des eigenen Ferienhauses sei gestattet, während das Beherbergen zu touristischen Zwecken landesweit untersagt sei, so der Sprecher.

Ähnlich äußerte sich ein Sprecher des baden-württembergischen Innenministeriums: „Wir möchten inständig darauf hinweisen, dass in der derzeitigen Lage der Gesundheitsschutz höchste Priorität haben muss und daher bitten wir alle Bürgerinnen und Bürger, sich eine Auszeit zu nehmen und Abstand zu halten.“ Es gelte, soweit wie möglich zu Hause zu bleiben. In Bayern ist die Regelung etwas strenger. Reisen an Zweitwohnsitze, wozu auch Ferienwohnungen zählen, sind dort ohne triftigen Grund nicht erlaubt. Es müsse überlegt werden, ob diese Fahrt zwingend notwendig sei oder auch zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden könne, „insbesondere, wenn hierfür öffentliche Verkehrsmittel genutzt werden müssen“, sagte eine Sprecherin des bayerischen Innenministeriums dem Nachrichtenportal.

10:04 Uhr: Verschiebung von Opec-Krisengipfel lässt Ölpreis erneut sinken

Die Verschiebung des Krisengipfels der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) und ihrer Partner hat den Ölpreis am Montag wieder sinken lassen. Im asiatischen Handel wurde ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte WTI zur Lieferung im Mai für 26,83 Dollar gehandelt, ein Minus von 5,3 Prozent. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni fiel um rund drei Prozent auf 33,04 Dollar.

Das Ölförderland Aserbaidschan, das nicht zur Opec gehört, hatte am Samstag mitgeteilt, die für Montag geplante Videokonferenz der Opec und ihrer Partner sei auf Donnerstag verschoben worden. Gründe wurden nicht angegeben.

Der Ölpreis bewegt sich auf dem niedrigsten Stand seit Jahren. Grund ist die geringe Nachfrage nach dem Rohstoff weltweit wegen der Corona-Krise und ein Preiskrieg zwischen Russland und Saudi-Arabien, dem größten Produzenten in der Opec.

9:37 Uhr: Integrationsbeauftragte fordert von Muslimen Einhalten der Kontaktbeschränkungen

Nach der unerlaubten Menschenansammlung vor einer Moschee in Berlin-Neukölln am Freitag nimmt die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz (CDU), die muslimischen Gemeinden und Migrantenverbände in die Pflicht. Sie wolle bei einer für Dienstag geplanten Video-Konferenz die Verbände daran erinnern, dass sie ihre Mitglieder zur Einhaltung der Corona-Beschränkungen zu bewegen haben, sagte Widmann-Maus der Zeitung „Die Welt“ von Montag.

„Jetzt kommt es auf jede und jeden an. Gesundheit geht vor, da darf es aktuell auch für gemeinsame Gebete vor Ort keine Ausnahme geben“, sagte die Staatsministerin. Dabei werde sie auch mit den Verbänden darüber sprechen, was ab dem Ramadan-Beginn am 23. April zu beachten sei, sollten die Kontakt-Beschränkungen dann noch andauern.

9:01 Uhr: Einwohner von Abidjan zerstören Zentrum für Coronavirus-Tests

In der Millionenmetropole Abidjan in der Elfenbeinküste haben Einwohner ein Zentrum für Coronavirus-Tests zerstört, weil sie ihre Ansteckung durch Besucher der Einrichtung fürchteten. In Webvideos war zu sehen, wie dutzende Menschen am Sonntag in dem Arbeiterviertel Yopougon das noch im Bau befindliche Gebäude auseinander nahmen. Einige von ihnen riefen: „Wir wollen es nicht!“

Anwohner hatte zuvor gegen das Testzentrum demonstriert, wie ein Polizeibeamter der Nachrichtenagentur AFP sagte. Sie kritisierten, dass sich das Gebäude zu nahe an ihren Häusern befinde. Ein Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums sagte, die Einrichtung sei nie für die Behandlung von Corona-Patienten bestimmt gewesen, sondern lediglich für Tests.

Präsident Alassane Ouattara hatte wegen der Pandemie vor zwei Wochen den Ausnahmezustand ausgerufen. Schulen, Kirchen und nicht unbedingt gebrauchte Läden sind in der Elfenbeinküste geschlossen und Versammlungen verboten. In dem westafrikanischen Land wurden bis Sonntag 261 Corona-Infektionsfälle gezählt, mindestens drei Menschen starben dort an der von dem neuartigen Erreger ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19.

8:56 Uhr: Aussichten für deutsche Autobranche wegen Corona-Krise deutlich schlechter

Die Aussichten der deutschen Autobranche haben sich wegen der Corona-Krise deutlich verschlechtert. Die vom Münchner Ifo-Institut abgefragten Geschäftserwartungen der Branchenunternehmen sackten von minus 19,7 Punkten im Februar auf minus 33,7 Punkte im März ab. Die Exporterwartungen stürzten von minus 17,3 Punkten im Februar auf minus 42,7 Punkte im März – den schlechtesten Wert seit März 2009, wie das Ifo-Institut am Montag mitteilte.

Auch der Index der Produktionserwartungen fiel im März von 4,2 Punkten auf minus 35,9 Punkte, wie das Ifo weiter mitteilte. Kurzarbeit erwarteten demnach 41,3 Prozent der befragten Betriebe im März, nach 19,7 Prozent im Dezember 2019. Die Lager an unverkauften Autos wurden wieder größer: Der Saldo stieg auf plus 14,1 Punkte im März, nach plus 7,6 im Februar. Der Auftragsbestand sank von minus 7,2 Punkten im Februar auf minus 12,4 Punkte im März.

8:55 Uhr: Rufe aus SPD nach Mehrwertsteuer-Halbierung für Gastronomie

Der SPD-Wirtschaftspolitiker Bernd Westphal hat zur Ankurbelung der Gastronomie nach der Coronakrise die befristete Senkung des Mehrwertsteuersatzes in Restaurants und Cafés gefordert. „In der Gastronomie sollte der Mehrwertsteuersatz bis Ende des Jahres halbiert werden“, sagte Westphal der „Rheinischen Post“ (Montagsausgabe). Zudem sollten die Ladenöffnungszeiten befristet ausgesetzt werden.

„Um die Wirtschaft nach dem Shutdown wieder in Schwung zu bringen, sollten die Ladenöffnungszeiten befristet bis Ende Juni aufgehoben werden. Dann könnte der Einzelhandel auch sonntags Umsätze erzielen“, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion. „Einzelhandel und Gastronomie könnten so einen Teil ihrer Umsatzverluste in der Coronakrise wieder aufholen“, sagte Westphal.

8:35 Uhr: Tagesaktuelle Zahlen des RKI

An­zahl Differenz zum Vortrag Fälle/ 100.000 Einw. Todesfälle
Baden-Württemberg 19.395 781 175 387
Bayern 24.974 1.128 191 437
Berlin 3.670 57 98 26
Brandenburg 1.345 40 54 19
Bremen 397 3 58 8
Hamburg 2.993 48 163 19
Hessen 4.674 99 75 61
Mecklenburg-Vorpommern 528 5 33 6
Niedersachsen 5.960 248 75 92
Nordrhein-Westfalen 19.384 649 108 255
Rheinland-Pfalz 3.882 219 95 32
Saarland 1.483 125 150 14
Sachsen 2.903 162 71 34
Sachsen-Anhalt 956 37 43 12
Schleswig-Holstein 1.671 40 58 20
Thüringen 1.176 36 55 12
Gesamt 95.391 3.677 115 1.434

8:20 Uhr: Tiger in New York positiv auf Corona getestet

In einem Zoo in New York ist ein Tiger positiv auf das neuartige Virus getestet worden. Die vierjährige Tigerdame Nadia im Zoo der Bronx habe sich mutmaßlich bei einem Pfleger angesteckt, teilte die für die Verwaltung der Zoologischen Gärten der Stadt zuständige Wildlife Conservation Society am Sonntag mit. Der Pfleger hatte noch keine Symptome des Virus gezeigt, als er weiterhin seiner Berufstätigkeit nachging.

Nadia gehört zur Gattung des Malaysia-Tigers. Auch ihre Schwester Azul, zwei Sibirische Tiger und drei afrikanische Löwen im Zoo der Bronx zeigten den Angaben zufolge mögliche Corona-Symptome. Sie litten unter trockenem Husten und schwachem Appetit. Die Wildlife Conservation Society zeigte sich aber zuversichtlich, dass sich die Großkatzen und Löwen vollständig erholen werden.

Den Tigern gehe es gut, sie seien „munter“ und in regem Kontakt mit ihren Pflegern. Es sei nicht bekannt, in welcher Weise das Virus auf den Organismus von Großkatzen wirke, erläuterte die Organisation. Die Tiere würden deshalb genau beobachtet.

8:19 Uhr: Rentenversicherer kündigt Minus an – Renten gesichert

Trotz der Coronakrise erwartet die Rentenversicherung vorerst keine finanziellen Nachteile für die Rentner in Deutschland durch einen Einbruch der Beitragseinnahmen. „Im Moment erwarte ich, dass das Minus überschaubar ist“, sagte Rentenpräsidentin Gundula Roßbach dem „Tagesspiegel“ (Montagsausgabe). Die Bundesagentur für Arbeit zahle ja weiter Beiträge an die Rentenversicherung, selbst wenn Menschen in Kurzarbeit seien oder arbeitslos würden.

Eine genaue Einschätzung dazu sei zurzeit aber „sehr schwierig“. Mit einer Nachhaltigkeits-Rücklage von rund 40 Milliarden Euro gehe die Rentenversicherung „finanziell gut ausgestattet in die Krise“, sagte Roßbach: „Die Auszahlung der Renten ist gesichert.“ Die Rentenpräsidentin versicherte, dass die Renten im Sommer 2021 auf keinen Fall gekürzt würden. Dies sei gesetzlich festgelegt. „Minusrunden kann es also nicht geben.“

8:16 Uhr: Boeing verlängert Produktionsstopp

Der angeschlagene US-Luftfahrtriese Boeing unterbricht die Arbeit in seinen Werken in der Region Puget Sound und Moses Lake im Bundesstaat Washington aufgrund der Coronavirus-Krise für unbestimmte Zeit. Dieser Schritt hänge unter anderem mit der Ausbreitung von Covid-19 in der Region und Unterbrechungen in den Lieferketten zusammen, teilte Boeing in der Nacht zu Montag mit. Während der Schließung würden weitere Maßnahmen zum Gesundheitsschutz der Mitarbeiter umgesetzt.

7:53 Uhr: Deutsche Hotels stellen sich als Corona-Stationen zur Verfügung

Zahlreiche Betreiber von Hotels in Deutschland sind dazu bereit, ihre Häuser als Krankenstationen für Corona-Patienten bereitzustellen. Die zuständigen staatlichen Stellen in den Bundesländern stünden wegen der möglichen Umwandlung von Hotels in Hospitäler bereits in Kontakt mit den Landesverbänden des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), sagte die Hauptgeschäftsführerin des Verbands, Ingrid Hartges, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montagsausgaben).

Allein in Bayern sind nach ihren Angaben bereits 250 Hotels bereit, ihre Häuser zur Verfügung zu stellen. Allerdings müsse geprüft werden, inwieweit die Hotels die hohen baulichen und sicherheitstechnischen Anforderungen erfüllen könnten, die bei ihrer Umwandlung in Krankenstationen gelten. Bereits jetzt stellten Hotels ihre Räume für Ärzte, Pfleger und Hilfskräfte für Übernachtungen zur Verfügung, sagte Hartges.

7:52 Uhr: USA meldet 9.633 Todesfälle mit COVID-19

In den USA nähert sich die Zahl der infizierten Gestorbenen in den USA der Marke von 10.000 an. Binnen 24 Stunden starben weitere mehr als 1200 Menschen mit COVID-19, wie am Sonntag aus der Statistik der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervorging. Die Gesamtzahl der Todesfälle in den USA stieg bis zum Abend (Ortszeit) auf 9633. Die Zahl der verzeichneten Corona-Infektionsfälle wuchs auf mehr als 337.200.

Der Aufseher der US-Gesundheitsdienste, Jerome Adams, warnte, dass auf die Vereinigten Staaten besonders schwere Tage zukämen. Dies werde die „härteste und traurigste Woche“ werden, welche die meisten US-Bürger bisher in ihrem Leben erlebt hätten, sagte Adams im Fernsehsender Fox News. Dies werde „unser Pearl-Harbor-Element, unser 9-11-Moment“ – jedoch mit dem Unterschied, dass das Ereignis nicht auf einen Ort der USA begrenzt sei.

Nicht jeder, der infiziert ist, erkrankt am Virus. 80 Prozent aller Corona-Infektionen verlaufen mild. Nach Auskunft des Robert-Koch-Instituts werden alle Todesfälle von Patienten, bei denen eine Corona-Infektion nachgewiesen wurde, als Corona-Tote gewertet. Vorerkrankungen werden nicht berücksichtigt. Bei der Influenza ist das anders.

Sonntag, 5. April

22:00 Uhr Großbritanniens Premierminister Boris Johnson im Krankenhaus

Großbritanniens Premierminister Boris Johnson ist im Krankenhaus. Das teilte die Downing Street am Sonntag mit. Die Maßnahme sei rein vorsichtshalber ergriffen worden, hieß es.

Johnson habe auch nach zehn Tagen noch Symptome, unter anderem Fieber. Im Krankenhaus sollen diverse Tests durchgeführt werden. Johnson hatte am 27. März mitgeteilt, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben. Er hatte sich daraufhin in Selbstisolation begeben, wollte die Regierungsgeschäfte aber weiterführen.

21: 00 Uhr: Über 100.000 positiv getestete Personen in Deutschland – Anstieg der neu gemeldeten positiven Tests geht zurück – Auch Frankreich meldet rückläufige Zahlen

Laut Abfrage bei den Landesministerien, Städten und Landkreisen waren bis kurz nach 20 Uhr insgesamt 100.036 Personen in Deutschland positiv auf das Coronavirus getestet. Das entspricht 121 Infizierten je 100.000 Einwohner.

Gegenüber Samstag legte die Zahl der bestätigten Infektionen aber nur um knapp fünf Prozent zu, der prozentual niedrigste Anstieg innerhalb von 24 Stunden. Zwar melden manche Gesundheitsämter am Wochenende keine neuen Zahlen, am letzten Sonntag war der von der dts Nachrichtenagentur um 20 Uhr gemessene Anstieg innerhalb von 24 Stunden mit 7,6 Prozent aber noch deutlich höher

1.559 Menschen, die positiv getestet wurden, starben in Deutschland, 162 davon innerhalb der letzten 24 Stunden.

Frankreich

Frankreich hat am Sonntag den niedrigsten Anstieg der Todesfälle seit einer Woche registriert. 357 Krankenhauspatienten starben binnen 24 Stunden , wie die Gesundheitsbehörden am Sonntag mitteilten.

Die Gesamtzahl der Todesfälle erhöhte sich demnach auf 8076.

19:15 Uhr: Italien meldet weiterhin weniger Todesfälle und weniger Intensivpatienten

Italien hat am Sonntag die niedrigste  Zahl neuer Todesfälle seit mehr als zwei Wochen verzeichnet. 525 Menschen starben binnen 24 Stunden bei denen eine Infektion mit dem KPCh-Virus vorlag, wie der italienische Zivilschutz mitteilte. Dies war ein Viertel weniger als am Samstag, als noch 681 Patienten starben. Zudem war es der geringste Zuwachs seit dem 19. März, als 427 Tote registriert wurden.

„Das sind gute Nachrichten, aber wir sollten weiterhin auf der Hut sein“, sagte der Chef des Zivilschutzes, Angelo Borreli, Journalisten. Insgesamt starben bislang 15.887 Menschen in Italien in Zusammenhang mit dem KPCh-Virus.

Die Zahl der Intensivpatienten in Italien ging den zweiten Tag in Folge zurück. Am Sonntag wurden am Samstag noch 3977 Menschen auf der Intensivstation behandelt, 17 weniger als am Vortag. Auch die Zahl der regulär behandelten Corona-Patienten sank nach offiziellen Angaben leicht: von 29.010 am Samstag auf 28.949 am Sonntag.

18:10 Uhr: US-Bundesstaat New York meldet 594 weitere Todesfälle

Der US-Bundesstaat New York hat erneut einen Anstieg der dem Coronavirus zugeschriebenen Todesfälle verzeichnet. 594 Menschen seien binnen 24 Stunden gestorben, sagte am Sonntag Gouverneur Andrew Cuomo. Insgesamt gebe es nun 4159 Tote. Die meisten Infizierten starben in der Ostküstenmetropole New York City.

Am Samstag hatte der Bundesstaat noch 630 neue Todesfälle binnen eines Tages gemeldet. Es sei noch zu früh, um zu beurteilen, ob die leichte Abschwächung des Anstiegs statistisch relevant sei, sagte Cuomo.

18:00 Uhr: Singapur stellt Lager mit fast 20.000 Wanderarbeitern unter Quarantäne

Nach einem Anstieg der Coronavirus-Infektionen hat Singapur fast 20.000 Wanderarbeiter für zwei Wochen unter Quarantäne gestellt. Am Sonntag war nach Behördenangaben mit 120 Neuinfektionen der bislang größte Zuwachs binnen 24 Stunden registriert worden. Viele Fälle stehen demnach in Verbindung mit den Unterkünften der Wanderarbeiter.

Zwei Wohnheime mit insgesamt 19.800 Arbeitern wurden unter Quarantäne gestellt. Die Arbeiter werden nach Behördenangaben vor Ort medizinisch betreut und mit Lebensmitteln versorgt. Zudem wird ihnen weiterhin ihr Gehalt gezahlt. In dem Stadtstaat leben rund 280.000 Wanderarbeiter unter anderem aus Bangladesch und China. Viele sind in Mehrbettzimmern in großen Unterkünften untergebracht.

In Singapur wurden nach offiziellen Angaben bisher 1309 Infektionsfälle gemeldet, sechs Menschen starben. Ab nächster Woche sollen Schulen und die meisten Unternehmen geschlossen werden, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen.

16:00 Uhr: Marokkanischer König begnadigt Häftlinge wegen Corona-Krise

Um eine Ausbreitung des Coronavirus in Haftanstalten zu verhindern, hat Marokkos König Mohammed VI. mehr als 5600 Strafgefangene begnadigt. Die Insassen würden wegen der „außergewöhnlichen Umstände im Zusammenhang mit der Gesundheitssituation und den notwendigen Maßnahmen“ zur Eindämmung des Coronavirus schrittweise aus der Haft entlassen, teilte das Justizministerium in Rabat am Sonntag mit. Marokko hat bisher 960 Infektions- und 66 Todesfälle gemeldet.

Nach Angaben des Justizministeriums wurden die insgesamt 5654 begnadigten Häftlinge anhand von Alters- und Gesundheitskriterien ausgewählt. Zudem sei die Länge der Haft sowie das Verhalten der Gefangenen berücksichtigt worden.

Neben der Massenbegnadigung wies Mohammed VI. die Behörden an, „alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um den Schutz von Gefängnisinsassen zu gewährleisten“. Die marokkanischen Gefängnisse sind berüchtigt für ihre Überfüllung. Auf 100.000 Einwohner in dem nordafrikanischen Land kommen Schätzungen zufolge etwa 232 Strafgefangene.

14:00 Uhr: Italienischer Bürgermeister will alle Einwohner testen lassen

Um wieder zur Normalität zurückkehren zu können, will der Bürgermeister von Robbio alle Bewohner der italienischen Kleinstadt auf das covid-19 testen lassen. „Wir können die Situation niemals verbessern, ohne die Gesunden von den Kranken zu trennen“, sagte Roberto Francese der Nachrichtenagentur AFP. „Dafür braucht es die Bluttests.“ Der Bürgermeister will, dass die Ausgangssperre beendet wird und die 6000 Einwohner der Stadt in der Lombardei wieder arbeiten können.

Das öffentliche Leben im besonders von der Pandemie betroffenen Italien ist weitgehend lahmgelegt. Noch ist unklar, wie die Beschränkungen aufgehoben werden könnten, ohne dass es zu einer zweiten Infektionswelle kommt.

Die Verwaltung von Robbio ist der Ansicht, dass Menschen, die sich mit dem Virus infiziert haben, Antikörper entwickeln und immun sind. Allerdings ist dies wissenschaftlich noch nicht eindeutig nachgewiesen.

Zudem sind private Bluttests mit rund 45 Euro recht teuer und teilweise noch nicht zertifiziert. Italiens Oberstem Gesundheitsinstitut (ISS) zufolge gibt es „derzeit keine kommerziellen Test-Kits, die die Diagnose bestätigen“.

Francese lässt sich dadurch von seinem Vorhaben aber nicht abbringen. Er hat angekündigt, die Stadt werde die Kosten für die Tests für all jene übernehmen, die sie sich nicht leisten können.

13:05 Uhr: Zahl der Toten sinkt in Spanien den dritten Tag in Folge

Bereits den dritten Tag in Folge ist die Zahl der Toten in Spanien zurückgegangen. Wie die Behörden am Sonntag in Madrid mitteilten, starben 674 Menschen in den vergangenen 24 Stunden mit oder an Covid-19. Insgesamt starben in Spanien bislang mehr als 12.400 Menschen mit oder an den Folgen einer Corona-Infektion; das sind die meisten Todesfälle in einem Land weltweit nach Italien. Auch die Zahl der Neuinfektionen ging zurück, was auf eine Verlangsamung der Virusausbreitung hindeutet. Die Ansteckungsrate betrug 4,8 Prozent. Vor zehn Tagen lag sie noch bei 14 Prozent.

Insgesamt sind in Spanien mehr als 130.700 Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert. Mehr als 38.000 Menschen gelten inzwischen wieder als genesen. Besonders schlimm ist die Lage im Großraum Madrid. An zweiter Stelle folgt Katalonien.

Trotz des positiven Trends der vergangenen Tag hatte Ministerpräsident Pedro Sánchez am Samstag die verhängten Notfallmaßnahmen und Ausgangssperren um weitere zwei Wochen bis zum 25. April verlängert, um die Pandemie in den Griff zu bekommen.

12:45 Uhr: Weißer Ring erwartet hohen Beratungsbedarf wegen Coronakrise

Die Opferschutzorganisation Weißer Ring rechnet wegen der aktuellen Coronakrise mit einem hohen Beratungsbedarf. „Kriminelle nutzen die aktuelle Unsicherheit aus“, sagte die Bundesgeschäftsführerin der Organisation, Bianca Biwer, am Sonntag. „Wir sind darauf vorbereitet“, fügte sie hinzu.

Berater stünden Hilfesuchenden zur Seite – sowohl telefonisch als auch online. Auch die Außenstellen des Weißen Rings stünden nach wie vor zur Verfügung. Der Verein bietet nach eigenen Angaben auch Informationen zum Schutz vor Straftaten.

„Betrüger entwickeln derzeit neue Maschen oder passen bestehende Vorgehensweisen an“, so Biwer. Als Beispiel nannte sie eine neue Variante des Enkeltrick: Hierbei melde sich ein vermeintlicher Enkel telefonisch mit einem Hilferuf, dass er sich im Ausland mit dem Virus infiziert habe und Geld für Medikamente und die Behandlung im Krankenhaus brauche.

11:25 Uhr: Zwei Millionen Atemschutzmasken aus China in Berlin eingetroffen

Eine große Lieferung dringend benötigter Schutzmasken aus China ist am Wochenende in Berlin eingetroffen. „Inzwischen sind zwei Millionen Atemschutzmasken und 300.000 Schutzkittel in Berlin angekommen“, schrieb der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Samstagabend im Kurzbotschaftendienst Twitter. Die Bundeswehr habe die Lieferung vom Flughafen Leipzig/Halle abgeholt und in die Hauptstadt gebracht, sagte eine Sprecherin des Senats dem „Spiegel“.

Die Ausrüstung sei bereits in Berlin eingelagert worden und solle ab Montag an Krankenhäuser, Pflegeheime, Polizei und weitere Einrichtungen verteilt werden, die Bedarf hätten, sagte die Senatsprecherin weiter. An die Bevölkerung solle die Lieferung nicht verkauft oder verteilt werden.

Zuvor war nach Senatsangaben eine geplante Lieferung von 200.000 Schutzmasken der Kategorie FFP-2 für Berlin in Bangkok abgefangen worden. Der Berliner Innensenator Andreas Geisel (SPD) hatte den USA am Freitag vorgeworfen, die Ausrüstung konfisziert zu haben – am Wochenende wollte der Senat diesen Vorwurf aber nicht mehr wiederholen.

Die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) bat die Bundeswehr derweil um Amtshilfe für den Transport von Schutzmasken von China nach Deutschland. „Wir beschaffen gerade neue Masken und erwarten eine Lieferung aus China“, sagte Kalayci der „Berliner Morgenpost“ (Sonntagsausgabe). „Das Problem ist, dass wir diese nicht nach Berlin transportiert bekommen.“ Sie appellierte an Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), dem Ersuchen stattzugeben.

FDP-Parteichef Christian Lindner sprach sich dafür aus, den Mangel an Schutzmasken schnell und unbürokratisch zu beheben. „Warum schaffen wir nicht pragmatisch eine nationale Luftbrücke, um in China produzierte Materialien zu uns zu transportieren? Stattdessen stehen viele Maschinen der Lufthansa am Boden, und die Zulassung von Importprodukten dauert“, sagte Lindner der „Welt am Sonntag“.

Lindner sieht darin ein Defizit beim Katastrophenschutz. „Ich hätte erwartet, dass der deutsche Staat für solche Notlagen Reserven hat“, sagte er.

10:30 Uhr: Bundeswehr soll Schutzmasken aus China nach Deutschland bringen

Die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) will die Bundeswehr zum Transport von Schutzmasken von China nach Deutschland einsetzen. Sie habe ein entsprechendes Amtshilfeersuchen gestellt, sagte Kalayci der „Berliner Morgenpost“ (Sonntagausgabe).

„Wir beschaffen gerade neue Masken und erwarten eine Lieferung aus China“, sagte sie. „Das Problem ist, dass wir diese nicht nach Berlin transportiert bekommen.“ Sie appellierte an Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), dem Ersuchen zuzustimmen. „Die Bundeswehr müsste den Transport übernehmen – und die Schutzkleidung nach Berlin ausfliegen.“

9:20 Uhr: Zweites Flüchtlingslager nahe Athen unter Corona-Quarantäne

Das Camp von Malakasa rund 45 Kilometer nördlich der griechischen Hauptstadt wurde für 14 Tage unter Quarantäne gestellt, wie der staatliche griechische Rundfunk (ERT) am Morgen berichtete. Dort leben etwa 1800 Menschen. Demnach wurde ein 53 Jahre alter Afghane positiv auf das Virus getestet.

„Wir werden unseren Plan so wie im anderen Fall umsetzen“, sagte Griechenlands Migrationsminister Notis Mitarakis im Radiosender Protothema. Das Virus war bereits Anfang vergangener Woche bei einer Frau nach der Geburt ihres Kindes in einem Krankenhaus in Athen festgestellt worden. Die Frau lebte im Lager von Ritsona rund 75 Kilometer nördlich von Athen. Anschließend waren 20 weitere Flüchtlinge in diesem Camp positiv auf das Virus getestet worden. Ritsona ist bereits unter Quarantäne gestellt worden. Dort leben rund 3000 Menschen.

9:10 Uhr: Tagesaktuelle Fallzahlen in Deutschland

Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland infizierten Menschen am Sonntag mit 91.714 angegeben – ein Plus von 5936 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 96.092 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte bislang 1342 Todesfälle, die JHU 1444 Tote.

Für die einzelnen Bundesländer übermittelte das RKI die folgenden Zahlen (Infizierte / Differenz zum Vortag / Tote):

Baden-Württemberg: 18.614 / +1600 / 367
Bayern: 23.846 / +1938 / 396
Berlin: 3613 / +142 / 24
Brandenburg: 1305 / +94 / 17
Bremen: 394 / +40 / 6
Hamburg: 2945 / +248 / 19
Hessen: 4575 / +296 / 56
Mecklenburg-Vorpommern: 523 / +22 / 5
Niedersachsen: 5712 / +141 / 89
Nordrhein-Westfalen: 18.735 / +850 / 245
Rheinland-Pfalz: 3663 / +159 / 32
Saarland: 1358 / +93 / 14
Sachsen: 2741 / +150 / 32
Sachsen-Anhalt: 919 / +23 / 12
Schleswig-Holstein: 1631 / +72 / 18
Thüringen: 1140 / +68 / 10

Gesamt: 91.714 / +5936 / 1342

8:50 Uhr: Ausgangssperre in Spanien wegen Corona-Krise bis Ende April verlängert

Spanien verlängert die Ausgangssperre für die Bevölkerung. Regierungschef Pedro Sánchez gab am Samstag im Fernsehen die Verlängerung um zwei Wochen bis zum 25. April bekannt. Das Kabinett werde am Dienstag dazu die Zustimmung des Parlaments beantragen. Notfallmaßnahmen und die Ausgangssperre gelten seit dem 14. März. In Griechenland sollen die Einschränkungen ebenfalls bis Ende April verlängert werden.

Die Verlängerung der Ausgangssperre sei nötig, „damit sich unser Gesundheitssystem erholen kann“, sagte Sánchez mit Blick auf die überfüllten Intensivstationen der Krankenhäuser.

Die Zahl der neuen Todesfälle in dem Land ging den zweiten Tag in Folge leicht zurück. Wie die Behörden am Samstag mitteilten, starben am Vortag 809 Menschen an Covid-19. Zwei Tage zuvor waren es noch 950 Tote – ein trauriger Rekord an einem einzigen Tag in Spanien. Insgesamt starben in dem Land bislang mehr als 11.700 Menschen an den Folgen einer Corona-Infektion.

Auch die Zahl der Neuinfektionen ging den Angaben zufolge mit rund 7000 leicht zurück. Insgesamt wurden in Spanien damit bislang knapp 125.000 Infektionen gemeldet. Mehr als 34.000 Menschen gelten inzwischen wieder als genesen. Besonders schlimm ist die Lage im Großraum Madrid. Dort gab es 40 Prozent aller Todesfälle und 29 Prozent aller Infektionen. An zweiter Stelle folgt Katalonien.

Auch in Griechenland bleiben die wegen der Pandemie verhängten Ausgangsbeschränkungen vorerst bestehen. Die Maßnahmen werden um drei Wochen bis zum 27. April verlängert, wie die Regierung am Samstag mitteilte.

„Vor uns liegen schwierige Wochen. Wenn wir in unseren Anstrengungen nachlassen, wird das Virus uns zerstören“, sagte Vize-Zivilschutzminister Nikos Hardalias. In Griechenland wurden bislang 1673 Corona-Fälle registriert. 68 Infizierte starben.

Die Regierung warnte die Bürger mit Blick auf das orthodoxe Osterfest Mitte April davor, das wegen der Corona-Krise geltenden Reiseregeln zu ignorieren. Die Inseln sind für Besucher gesperrt. Auch Ausflüge aufs Land sind verboten.

7:45 Uhr: Italien meldet einen Rückgang der Intensivpatienten

Erstmals seit gut einem Monat ist die Zahl der infizierten Intensivpatienten in Italien gesunken. 3994 Menschen würden derzeit auf Intensivstationen behandelt, 74 weniger als am Vortag, sagte Zivilschutz-Chef Angelo Borrelli am Samstag. „Das sind sehr wichtige Neuigkeiten, denn das verschafft unseren Krankenhäusern eine Atempause.“ In der besonders schwer betroffenen Region Lombardei konnten demnach etwa 50 Patienten die Intensivstation verlassen.

Die Zahl der an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorbenen Menschen in Italien erhöhte sich am Samstag um 681 Tote auf knapp 14.700. Der Anstieg der Opferzahlen schwäche sich stetig ab, sagte Borrelli. Ende März seien noch fast tausend Tote innerhalb eines Tages registriert worden.

Dies seien gute Neuigkeiten, sagte der Chef des nationalen Gesundheitsrats, Franco Locatelli. Italien habe die „kritische Phase“ aber noch lange nicht überstanden. Die jüngste Entwicklung sei lediglich ein Anzeichen dafür, dass die Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie Wirkung zeigten.

6:20 Uhr: Queen wendet sich wegen Corona-Krise in Ansprache an ihr Volk

Am Sonntag richtet sich die britische Königin Elizabeth II. um 21.00 Uhr MESZ mit einer Fernsehansprache an die Menschen in Großbritannien und im gesamten Commonwealth. Die Botschaft der 93-jährigen Königin wurde in Schloss Windsor aufgenommen worden.

Traditionell hält die Königin eine Weihnachtsansprache, ansonsten aber hält sie sich mit solchen Auftritten sehr zurück. Außergewöhnliche Ansprachen wie die jetzt hielt sie bisher erst drei Mal: 1991 zum Golfkrieg, 1997 zum Tod von Prinzessin Diana und 2002 nach dem Tod ihrer Mutter, „Queen Mum“.

5:50 Uhr: Weiteres Kreuzfahrtschiff mit Corona-Patienten legt in Florida an

Ein weiteres Kreuzfahrtschiff mit Patienten an Bord erreichte einen Hafen im US-Bundesstaat Florida. Die „Coral Princess“ legte am Samstag nach einem gescheiterten Andockversuch in Fort Lauderdale im Hafen von Miami an. Zuvor war sie bereits von mehreren südamerikanischen Häfen abgewiesen worden.

Nach Angaben der Reederei Princess Cruises befinden sich auf dem Schiff zwei Tote und mindestens zwölf mit COVID-19 infizierte Menschen. Insgesamt seien 1020 Gäste und 878 Besatzungsmitglieder auf dem Kreuzfahrtschiff. Das Von-Bord-Gehen könne mehrere Tage dauern.

Die „Coral Princess“ war am 5. März in Santiago de Chile ausgelaufen und sollte eigentlich am 19. März ihre Kreuzfahrt in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires beenden. Dort wurde das Schiff aber abgewiesen, da Argentinien seine Grenzen geschlossen hatte. Auch in Uruguay und Brasilien durfte das Schiff nicht anlegen.

In Fort Lauderdale hatten Ende der Woche bereits zwei andere vom Virus betroffene  Kreuzfahrtschiffe angelegt, die ebenfalls von mehreren Häfen abgewiesen worden waren.

Newsticker der vergangenen Tage:

Corona-Newsticker 3.04. bis 5. April

Corona-Newsticker 1.04. und 2. April

Corona-Newsticker 30.03. und 31. März

Corona-Newsticker 27.03. bis 29. März

Corona-Newsticker 25.03. und 26. März

Corona-Newsticker 23.03. und 24. März

Corona-Newsticker 21.03. und 22. März

Corona-Newsticker 19.03. und 20. März

Corona-Newsticker 17.03. und 18. März

Corona-Newsticker 15.03. und 16. März

Corona-Newsticker 13.03. und 14. März

Corona-Newsticker 11.03. und 12. März

Corona-Newsticker 9.03. und 10. März

Corona-Newsticker 7.03. und 8. März

Corona-Newsticker am 5.03. und 6. März

Corona-Newsticker am 3.03. und 4. März

Corona-Newsticker am 1.03. und 2. März

Corona-Newsticker am 28.02. und 29. Februar

Corona-Newsticker am 26.02. und 27. Februar

Corona-Newsticker am 24.02. und 25. Februar

Corona-Newsticker am 22.02. und 23. Februar

Corona-Newsticker am 20.02. und 21. Februar

Corona-Newsticker am 18.02. und 19. Februar

Corona-Newsticker am 16.02. und 17. Februar

Corona-Newsticker am 14.02. und 15. Februar

Corona-Newsticker am 12.02. und 13. Februar

Corona-Newsticker am 10.02. und 11. Februar

Corona-Newsticker am 08.02. und 09. Februar

Corona-Newsticker am 06.02. und 07. Februar

Corona-Newsticker am 04.02. und 05. Februar

Corona-Newsticker am 02.02. und 03.Februar

Corona-Newsticker am 01.02. und 02. Februar

Corona-Newsticker am 31.01. und 01. Februar

Corona-Newsticker am 30.01. und 31. Januar

(afp/dpa/dts/red)