Zahlen und Zinsen: Fakten rund um die Nobelpreise

Epoch Times1. Oktober 2018 Aktualisiert: 1. Oktober 2018 9:26
Die Nobelpreise gelten als wichtigste Auszeichnungen der Welt. Es gibt sie seit mehr als 100 Jahren. In der Zeit haben sich einige (teils kuriose) Zahlen und Fakten angesammelt. Und dann gibt es da noch die Zinsen ...

31 587 202 Schwedische Kronen hinterließ Alfred Nobel 1896 mit seinem Testament. Heute entspricht das rund 169 Millionen Euro.

9 000 000 Kronen, rund 870 000 Euro, erhält jeder Preisträger aus den Zinsen dieses Erbes in diesem Jahr.

844 Wissenschaftler, Literaten, Organisationen und Persönlichkeiten sind seit 1901 mit einem Nobelpreis ausgezeichnet worden. Dazu kommen 79 Träger des Preises für Wirtschaftswissenschaften, der zwar kein offizieller Nobelpreis ist, meist aber dazugerechnet wird.

90 Jahre alt war der bislang älteste Preisträger, Leonid Hurwicz, bei seiner Auszeichnung mit dem Wirtschaftspreis 2007.

60 Jahre ist das Durchschnittsalter der Nobelpreisträger.

49 Mal gab es – gezählt in allen Kategorien zusammen – keinen Nobelpreis, vor allem in den Kriegsjahren. Am häufigsten wurde der Friedenspreis ausgesetzt, in diesem Jahr ist es der Literaturpreis.

49 Mal wurde eine Frau ausgezeichnet. Zwei Preise davon gingen an Marie Curie.

17 Jahre war die jüngste Preisträgerin Malala Yousafzai alt, als sie 2014 den Friedensnobelpreis bekam.

14 Mal teilten sich Familienmitglieder einen Preis. Besonders erfolgreich war die Familie Curie.

13 deutschsprachige Autoren erhielten den Literaturnobelpreis.

6 Menschen oder Organisationen bekamen den Preis mehrfach: John Bardeen (2x Physik), Marie Curie (Physik und Chemie), Linus Pauling (Chemie und Frieden), Frederick Sanger (2x Chemie), das Rote Kreuz (3x Frieden) und das Flüchtlingshilfswerk UNHCR (2x Frieden)

4 Preisträger wurden gezwungen, Nobelpreise abzulehnen. Adolf Hitler verbat es den Chemikern Richard Kuhn und Adolf Butenandt sowie dem Mediziner Gerhard Domagk. Die Sowjetunion sagte im Namen von Autor Boris Pasternak ab.

3 Friedensnobelpreisträger saßen am Tag der Bekanntgabe im Gefängnis: Carl von Ossietzky, Aung San Suu Kyi und Liu Xiabo.

2 Preisträger haben den Nobelpreis freiwillig abgelehnt: Jean Paul Sartre 1964, der aus Prinzip keine Ehrungen akzeptierte, und Le Duc Tho, der 1973 zusammen mit Henry Kissinger für die Aushandlung des Vietnam-Friedens ausgezeichnet werden sollte.

Alfred Nobel und die Zinsen

Der Dynamit-Erfinder Alfred Nobel legte es haarklein fest: Die Zinsen, nur die Zinsen, seines großen Vermögens sollten jedes Jahr an die besten Forscher, Literaten und Friedenskämpfer der Welt verteilt werden. Sein Erbe, mehr als 31 Millionen Schwedische Kronen (heute im Wert von umgerechnet 169 Millionen Euro) müsse sicher angelegt werden. Eine Herausforderung für die Vermögensverwalter, vor allem in Zeiten von Null- und Negativzinsen.

Vor wenigen Jahren erst sah sich die Nobelstiftung nach Jahren finanzieller Talfahrt gezwungen, das Preisgeld auf acht Millionen Kronen zu senken. Will sie den Wert von Nobels Erbe erhalten, muss sie es so anlegen, dass der Ertrag über der Inflationsrate liegt.

Kaum war der Nobelpreis geschaffen, schmolz das Erbe dahin. Den ersten Tiefpunkt erreichte es nach dem Ersten Weltkrieg, es erholte sich wieder und schwankte erneut. 1978 lag das Kapital bei weniger als der Hälfte der ursprünglichen Kaufkraft. Erst in den 80ern gelang die Wende. Auf dem Höhepunkt 1999 hatte das Stiftungsvermögen 279 Prozent der Kaufkraft von 1901 – bis die Finanzkrise für einen neuen Rückschlag sorgte. 2017 hatten sich die Nobelfinanzen mit 225 Prozent der einstigen Kaufkraft so weit erholt, dass das Preisgeld wieder auf neun Millionen Kronen angehoben wurde.

Dafür muss die Nobelstiftung nun Kritik für ihre Geldpolitik einstecken: Es kam heraus, dass sie in einen Fonds mit Waffenherstellern und Rüstungsfirmen investiert hatte. Inzwischen haben sich Nobels Vermögensverwalter neuen Ethik-Richtlinien gegeben. (dpa/ts)

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